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NPD-Schulhof-CD: Erstellt von Adolf Hitler?

29. März 2007 05:49 231 views Kein Kommentar

Die NPD bietet im Internet auf ihrem “Medienserver” drei komplette CDs zum kostenlosen Herunterladen an. Die sogenannten Schulhof-CDs sollen Jugendliche an die Partei heranführen. Die Musikbands auf den Tonträgern lesen sich wie das “Who is who” der rechtsextremen Musikszene in Deutschland. Verantwortlich für das Angebot ist im rechtlichen Sinne Frank Schwerdt, zumindest ist das Bundesvorstandsmitglied auf den Seiten als Verantwortlicher im Sinne des Presserechts aufgeführt. Doch Schwerdt sagte auf Anfrage, inzwischen habe Jörg Hähnel, im NPD-Bundesvorstand für das “Amt Medien” zuständig, diese Aufgabe übernommen. “Jörg Hähnel gibt der NPD ein Gesicht. Unter seiner Hand gehen alte und neue Medien eine Symbiose ein und erscheinen als aussagekräftige Einheit”, heißt es auf den NPD-Seiten.

Wessen Geistes Kinde die von Hähnel und Kameraden über das Internet vertriebene Propaganda ist, wird beim Lesen der Bandnamen (Faustrecht, Noie Werte, Schlachthaus) und Hören der Texte schnell klar. Doch offensichtlich reichte der NPD das noch nicht. So ergänze sie bei den ID3-Informationen zu den einzelnen Liedern auf der jüngsten Schulhof-CD noch als Kommentar: Erstellt von Relith Floda – also Adolf Hitler rückwärts geschrieben. Solche Verschlüsselungen werden von Neonazis gerne benutzt – ähnliche wie die Chiffren 18 für Adolf Hitler oder 88 für “Heil Hitler”.

Hier die Liedinformationen von Lied 1 auf der NPD-Schulhof-CD aus dem Jahr 2006:

 Title : Widerstand
Artist: Widerstand
Album : NPD Schulhof-CD 2006
Year: 2006, Genre: Other (12)
Comment: Erstellt von Reltih Floda
Track: 1

[Danke an "Porter" für den Hinweis!]

Konsequenzen nach Panorama-Bericht?

Erst vor wenigen Wochen hatte der ”Führer”-Kult von NPD-Kadern für Schlagzeilen gesorgt. Zwei NPD-Funktionäre zeigten bei einem Nazi-Konzert in Budapest den Hitler-Gruß, wie das Politmagazin Panorama berichtete. Daraufhin distanzierte sich die NPD-Führung schriftlich davon und kündigte Konsequenzen für die Hitler-Fans an. Inzwischen ist die Mitteilung dazu auf den NPD-Seiten aber schon wieder verschwunden.

Bemerkenswert war sowieso, dass sich die NPD davon distanzierte. Denn ansonsten stellt sich die völkische Partei nicht an, wenn jemand den Hitler-Gruß zeigt. So beispielsweise erst am 10. März 2007 in Oldenburg, wo Teilnehmer einer NPD-Demonstration nach Angaben des NDR den Hitler-Gruß zeigten - hier war Parteichef Udo Voigt vor Ort. Auch hatte der Parteichef kein Problem damit, bei dem “Tag der Ehre” in Budapest zum Gedenken an die Waffen SS dabei zu sein. Bei diesem Aufmarsch waren hunderte Nazi-Glatzen anwesend, die sich offen zum Nationalsozialismus bekannten. Auch der ehemalige NPD-Landtagsabgeordnete Klaus-Jürgen Menzel durfte sich immer wieder öffentlich “zum Führer” bekennen. Er wurde schließlich wegen zwielichtiger finanzieller Geschäfte aus der NPD geworfen. Auch gegen Auftritte der Neonazi-Band Radikahl (”Hängt dem Adolf Hitler den Nobelpreis um!”) und anderen Neonazi-Gruppen hatte die Parteispitze nie etwas auszusetzenVoigt sprach in Oktober 2006 sogar auf einer Kundgebung in Berlin, auf der die Freilassung von “Lunikoff” gefordert wurde. Dieser sang bei “Landser” unter anderem: “Sarah, aus deinen Knochen hab ich so’n prima Gestell gebaut. Für’n Lampenschirm, und den dazu aus deiner herzlich zarten Haut…” Auch dass NPD-Bundesvorstandsmitglied Thorsten Heise CDs der Band “Sturm 18″ vertrieb, störte nur “Vertreter des Systems”. Dies sind nur einige Beispiele.

“Viele NPD-Mitglieder haben daheim ihr Führerbild”

Auf einer bekannten Neonazi-Seite schrieb der langjährige Neonazi-Aktivist Thomas Brehl zu den Hitler-Grüßen der NPDler und den angeblichen Sanktionen in der Partei: “Als Norman Bordin in die NPD eintrat (zu diesem Zeitpunkt war er auch noch KDS-Mitglied), wußte die Partei doch ganz genau, wer er ist und wie man ihn politisch verorten muß. (…) Bordin ist ein politischer Kämpfer mit Ecken und Kanten, kein Zweifel, aber ich habe ihn stets als aufrechten Streiter für seine Überzeugungen kennengelernt. Was will denn die Partei? (…) Es gibt ungezählte NPD-Mitglieder, die daheim ihr Führerbild hängen haben aber in der Öffentlichkeit einen auf Superdemokrat machen. Aber wehe, wenn sie losgelassen und nach dem vierten Bier das Dritte Reich hochleben lassen. Hauptsache es sieht keiner.”

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