Niedersachsen: Eigenfeld siegt im NPD-Machtkampf
Die NPD-Niedersachsen hat am 15. April 2007 ihren Landesparteitag durchgeführt, dabei wurde laut einer Mitteilung der rechtsextremen Partei Ulrich Eigenfeld als Landesvorsitzender bestätigt. Zuvor hatte Eigenfeld den Angaben zufolge in seinem Rechenschaftsbericht Fehler eingeräumt. Eigenfeld hatte zunächst zwei Gegenkandidaten: Andreas Molau, Mitarbeiter der sächsischen NPD-Fraktion, sowie Adolf Dammann, der den “Freien Nationalisten” nahe steht. Laut NPD-Angaben habe Molau allerdings auf die Kandidatur verzichtet, bei der Wahl setzte sich Eigenfeld schließlich gegen Dammann durch. Als Stellvertreter wurden Manfred Börm, Friedrich Preuß und Andreas Molau gewählt. Neu in den Vorstand gewählt wurde u.a. Patrick Kallweit vom “Kreisbereich Goslar”.
Dem Parteitag waren zahlreiche Konflikte und Pannen vorausgegangen. So war das Treffen eigentlich in Oldenburg geplant, musste aber abgesagt werden. Die Kampfkandidatur von Dammann gegen Eigenfeld war ein Resultat aus dem Machtkampf zwischen altgedienten NPD-Funktionären und den Kräften aus den sogenannten “Freien Kameradschaft”, die ihren Einfluss in der Partei vergrößern wollen. So gilt Dammann beispielsweise als ein Vertrauter des Hamburger Neonazis Christian Worch. Worch und Molau hatten sich vor dem Parteitag einen öffentlichen Schlagabtausch geliefert, der im Internet ausgetragen wurde.
Die Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt in Niedersachsen schreibt zu dem NPD-Parteitag: “Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die Neuwahl von Eigenfeld auf die Zusammenarbeit mit den “Freien Kameradschaften” auswirken wird. Worch hatte bereits die Aufstellung einer eigenen Liste für die Landtagswahl 2008 angekündigt, sollte Eigenfeld Landesvorsitzender bleiben. Angesichts des “Hader der letzten Monate”, so betonte Molau, sei es nun wichtig, den “Freien Kräften und Kritikern in der eigenen Partei die Hand [zu] reichen”.
Molau äußerte außerdem dass die NPD mit ihrem “flexiblen Wahlkampf” bereits begonnen habe, so habe man mit “Themenflugblättern” auf die “drohende Arbeitsplatzvernichtung bei VW in Braunschweig, Wolfsburg und Emden” hingewiesen. Nach eigenen Angaben verteilte die NPD bereits entsprechende Flugblätter vor dem VW-Werk Salzgitter.”
Voigt und Co. setzen sich vorerst durch
Mit der Wahl Eigenfelds hat die Bundespartei nach dem Landesverband Hamburg nun auch die NPD Niedersachsen wieder einigermaßen unter Kontrolle gebracht. Das Internet-Projekt redok spekuliert, dass trotz der Wiederwahl von Eigenfeld Andreas Molau der kommende Mann bei der NPD in Niedersachsen sein wird. “Mit seinem taktisch geschickten Rückzug von der Chef-Kandidatur, einem angeschlagenen Vorsitzenden sowie einem zurechtgestutzten Gegenkandidaten läuft vieles auf Molau hinaus, der auch in der Bundespartei wichtige Funktionen innehat”, so redok.







