Home » Allgemein, Antisemitismus, Thüringen

Thüringen: Behörde will Neonazis nicht durch jüdische Musik verärgern

11. Juni 2007 00:59 4 views Kein Kommentar

Offenbar aus Sorge vor einer ‘Provokation’ hat das Ordnungsamt in Heiligenstadt in Thüringen Medienberichten zufolge versucht, jüdische Musik als Protest gegen eine NPD-Kundgebung zu verhindern. Eine für den 09. Juni 2007 vorgesehene Darbietung von Klezmer-Musik an einem SPD-Stand könne ein Sicherheitsrisiko sein, da sie zu Konfrontationen mit Sympathisanten der NPD führen könne, zitiert die ‘Thüringer Allgemeine’ aus einem Schreiben des Amtes. Erst als die SPD widersprach und zudem die Zahl der Musiker verringerte, stimmte die Behörde dem Auftritt zu, hieß es in dem Bericht. Unklar sei, wie das Ordnungsamt zu seiner Einschätzung gekommen war. Die Polizei habe betonte, dass sie „keine Aussagen“ über die geplante Veranstaltung gemacht habe. Auch das Landratsamt habe nach eigenen Angaben keinerlei Empfehlungen oder Ratschläge abgegeben. Yoko Teuteberg, eine der Klezmer-Musikerin, sagte gegenüber Spiegel Online: ‘Es ist traurig. Nicht wir, die Neonazis sind doch die Provokation.

Als skandalös bewertete die Jüdische Landesgemeinde Thüringen den Versuch, jüdische Musik als Protest gegen eine NPD-Kundgebung zu verhindern. Man dürfe keine Rücksicht auf die Nazis nehmen, sagte der Vorsitzende Wolfgang Nossen der ‘Thüringischen Landeszeitung’. Und Angst dürfe man schon gar nicht zeigen, hieß es weiter.

Kein Kommentar »