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Hessens NPD-Chef Wöll sieht Dokumentation als `Taschenspielertrick`

17. Juli 2007 17:33 10 views Kein Kommentar

Hessens NPD-Chef Marcel Wöll hat die Dokumentation seines Beitrags zu den Vorfällen auf einer Neonazi-Demonstration am 07. Juli 2007 in Frankfurt am Main als ‘Taschenspielertricks interessierter Kreise’ bezeichnet. Laut einer Pressemitteilung der NPD-Hessen – veröffentlicht auf den Seiten der NPD-Bundespartei – sagte Wöll: ‘Hier wird von offensichtlich interessierter Seite mit Taschenspielertricks versucht, gegen meine Person und damit gegen die nationale Opposition Stimmung zu machen. Zu diesem Zweck werden eindeutig gewaltkritische Stellungnahmen dadurch zu gewaltbefürwortenden Stellungnahmen gemacht, indem man diese in einzelnen aus dem Zusammenhang gerissenen Passagen zitiert und als Beweis für eine angeblich militante Einstellung meiner Person anführt.’

Im Folgenden dokumentiert NPD-BLOG.INFO noch einmal die Ausführungen von Wöll, damit jeder selbst beurteilen kann, ob es sich um eine ‘eindeutig gewaltkritische’ Stellungnahme handelt, so wie Wöll es behauptet:

Der Sinn eines einheitlich gekleideten Blocks sollte es sein, bei eventuell begangenen Ordnungswidrigkeiten oder auch Straftaten die Feststellung der Personalien zu erschweren, hier sind wir uns einig. Das macht Sinn. Der Sinn von militantem Vorgehen sollte es sein, seine Rechte durchzusetzen wenn man sie beschnitten bekommt, darin sollten wir uns auch einig sein.

Was für einen Sinn macht es aber, sich völlig grundlos mit der Polizei anzulegen, obwohl diese am 07.07.07 (anders als bei anderen Demos) überhaupt keine Probleme gemacht hat? Nicht einmal musste unser Zug halten, weil es hieß: „Wir können nicht räumen“ oder „Es wäre nicht verhältnismäßig zu räumen“ etc. Die Polizei hielt sich (und das ist für Hessen schon fast ein Wunder) an diesem Tag an die Verfügung des Gerichts und räumte die Gleise von demonstrierenden Zecken, mehr kann man in diesem System wohl kaum erwarten.

Das einzige Problem an diesem Tag war die Verhaftung von 2 Kameraden (nicht aus besagtem Block), denen man vorwarf, sie hätten Steine aufgehoben. Nach einem kurzen Sitzstreik und der Ankündigung, dass man Frankfurt nur mit diesen Kameraden verlassen werde, wurden auch diese wieder freigelassen.

Fakt ist, sinnvoller Widerstand sieht anders aus. Wenn es Probleme mit der Polizei gibt, diese provoziert, die Marschroute blockiert, schikaniert mit Kontrollen oder ähnlichem kann man die komplette Palette von Widerstand auffahren, aber warum sollte man dies tun, wenn es nicht nötig ist? Weil man ein „Event“ will? Vielleicht auch ein bisschen „Spaß“ beim Demonstrieren? Das Verhalten von manchen Kameraden erinnerte mich am Wochenende an jemanden, der mit 3 Meter Anlauf und Sprung versucht, eine offene Tür einzutreten und nicht kapiert, dass er sie dadurch höchstens zuschließt.

Als allerdings die Antifa an einem Streckenabschnitt mit Steinen warf, tat sich besagter Block dann durch gänzliche Dummheit hervor. Anstatt gesittet und normal weiterzudemonstrieren, blieb er stehen, fing an zu hüpfen und Blödsinn zu grölen, so daß Kameraden in den hinteren Blöcken weiter schön in der Steine- und Eierschneise verharren mussten. Nein, zurückgeworfen wurde nichts, dass hätte ich noch gut verstehen können, aber sich hinzustellen und zu hüpfen ist wohl das dämlichste, was man tun kann. Die Stein und Eierwürfe waren glücklicherweise nicht sehr heftig…’ 

Fazit: Nicht ansatzweise kritisiert Wöll im Grundsatz die Militanz seiner Kameraden. Ganz im Gegenteil: Er betont, welche Vorteile ein schwarzer Block bringt, wenn Straftaten begangen wurden und dass militante Aktionen gegen bestimmte Polizeimaßnahmen sinnvoll seien. Falsch beziehungsweise  unverständlich war für Wöll der Zeitpunkt der militanten Aktionen und dass Steine nicht zurückgeworfen wurden. Temporäre und lokale Gewaltkritik sozusagen.

Kein Kommentar »

  • Dieter Parker said:

    Der Wöll ist ja nun nicht der cleverste Zeitgenosse.

  • ramin said:

    Hi,

    sind wir doch mal ehrlich:
    Cleverness ist eine Eigenschaft die man kaum einem der bekannten NPD-ler/Rechtsextremisten zuschreiben kann. Es mag vielleicht zutreffen, dass jemand wie Pastörs oder auch Wöll rhetorische Fähigkeiten besitzen, mit denen Sie einen halbwegs sicheren Eindruck nach aussen geben. Das ist aber gerade mal ‘tageslichttauglich’`.

    Wenn die wirklich schlau wären, dann würden die mit nem “Taschenspielertrick” die sog. Bewegung disziplinieren. Damit hätten Sie dann auch einmal etwas ganz neues, eigenes geschaffen. Eine Lösung für ein Problem, das ihre grossen Vorbilder überhaupt nicht kannten. Die Gewalt wurde per Befehl preussisch durchgeführt.

    Naja … wirklich intelligent waren die grossen Vorbilder eigentlich auch nicht, oder?!

  • Gwendolin von Treuenfels-Sauenebruck said:

    Naja, wirklich zu gewalt hat da ja nun keiner wirklich aufgerufen. Wenn das so wäre, hätte man mich bei den letzten gegendemos auch als gewalttätig verunglimpfen können. Wenn ihr mit weniger üÜbertreibungen auskommen könntet, würdet ihr glaubwürdiger sein.

    Gwendolin

  • Patrick Gensing said:

    Es hat nie jemand behauptet, Wöll habe zu Gewalt aufgerufen. Die Überschrift des ersten Beitrags lautet: Wöll spricht sich für militantes Vorgehen aus.

  • Anti-Nazi-Koordination Frankfurt a.M. said:

    Marcel Wöll, Jörg Krebs (NPD) im Chor: “Wir sind friedliebend, wir sind gewaltfrei!”…

    Wie rührend! Soeben haben Wöll und Krebs in Frankfurt eine Demonstration in einem menschenleeren Vorort abgeliefert, der von 8000 PolizistInnen zunächst von antifaschistischen Plakaten gesäubert und dann zu Wasser, zu Lande und in der Luft gesicher…

  • Anti-Nazi-Koordination Frankfurt a.M. said:

    Marcel Wöll, Jörg Krebs (NPD) im Chor: “Wir sind friedliebend, wir sind gewaltfrei!”…

    Wie rührend! Soeben haben Wöll und Krebs in Frankfurt eine Demonstration in einem menschenleeren Vorort abgeliefert, der von 8000 PolizistInnen zunächst von antifaschistischen Plakaten gesäubert und dann zu Wasser, zu Lande und in der Luft gesicher…

  • NPD-BLOG.INFO » Erneutes Demo-Desaster: NPD im Westen ohne Nazi-Banden nicht aktionsfähig said:

    [...] von ihrem eigenen Beschluss – nur wenige Wochen alt – nichts mehr wissen wollen. Was war geschehen? Nach einem Nazi-Aufmarsch in Frankfurt am Main Anfang Juli 2007 gab es mächtig Ärger – zwischen Wichtigtuern aus der NPD und ihren Äquivalenten aus den Reihen der `Autonomen [...]

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