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Mügeln: Arme kleine Deutsche

31. August 2007 18:21 49 mal gelesen Kein Kommentar

Der Bürgermeister der sächsischen Stadt Mügeln scheint sich an die öffentliche Aufmerksamkeit doch gewöhnt zu haben – oder noch dusseliger als bereits angenommen zu sein. Nachdem sich die Aufregung um Mügeln nach dem Angriff auf acht Inder wieder gelegt hatte, gab Bürgermeister Deuse nun der neurechten Jungen Freiheit ein Interview. Dort traf er offenbar endlich auf sehr verständnisvolle Gesprächspartner, die ihm seine Verharmlosungen gerne durchgehen ließen – und keine unangenehmen Fragen stellten.So passt die JF gleich steil auf rechts außen: Wieso spricht dann der ehemalige Regierungssprecher und Vorsitzende des Vereins „Gesicht zeigen!“, Uwe-Karsten Heye, mit Blick auf Mügeln von Meidezonen für Ausländer, sogenannten „no-go areas“, in den neuen Bundesländern? Deuse versenkt diese Vorlage ansatzlos: Ich weiß nicht, ob es solche Zonen überhaupt gibt, mir zumindest sind keine bekannt. Und weiter gehts in dem munteren Spielchen: Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo wiederum wirft Ihnen vor, daß Sie Rechtsextremismus als Ursache für den Vorfall ausgeschlossen haben. Deuse: Ja, ich sage klipp und klar: Rechtsextremismus schließe ich aus. Denn es besteht ein Unterschied zwischen ausländerfeindlichen Parolen von Betroffenen und Rechtsextremismus. `Ausländerfeindliche Parolen von Betroffenen` – man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen… Kein Wunder, dass Deuse findet, jedem könne mal ein `Ausländer raus!` rausrutschen.

Und dann kommt noch die Mär vom armen kleinen Deutschen, der seinen Nationalstolz nicht ausleben darf – von wem auch immer unterdrückt, man erfährt es leider nie. Aber dieses Thema darf nicht fehlen, besonders nicht, wenn es um rassistische Gewalt geht. Frage: Sie haben einen der verletzten Inder im Krankenhaus besucht. Deuse: Und ihm einen Blumenstrauß gebracht. Frage: Haben Sie auch die deutschen Opfer besucht? Deuse: Die waren da schon wieder entlassen. Sonst hätte ich das selbstverständlich auch getan. Aber ich verstehe, was Sie meinen. Ich kann diese Verklemmung bei uns Deutschen selbst nicht verstehen. Ich bin Jahrgang 1948 und habe mit dem braunen Terror von damals nichts zu tun, und deshalb frage ich mich: Warum können wir Deutsche eigentlich nicht – so wie das doch 2006 zur WM sehr schön gelungen ist – unverkrampft zu uns selbst stehen? Warum dürfen nicht auch wir mal unseren Nationalstolz zeigen? Ich zum Beispiel bin stolz darauf, Deutscher zu sein`.

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