Sachsen-Anhalt: Anzeigen nach NPD-Drohung
Nach der NPD-Demonstration am 15. September 2007 in Quedlinburg haben der Bürgermeister der Stadt, Eberhard Brecht, und der Stadtratsvorsitzende, Dieter Schmidt, (beide SPD) laut Medienberichten Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt. Während der NPD-Veranstaltung soll ein lokaler NPD-Politiker sinngemäß laut angekündigt haben, dass die Stadträte, die zum Heraushängen von farbigen Tüchern und Schirmen als Bekenntnis zu Toleranz und Demokratie aufgerufen haben, selbst bald an den Fensterkreuzen hängen würden.
`Das demokratische Quedlinburg wehrt sich nicht nur mit Protesten auf dem Bahnhofsplatz oder dem Markt gegen rechte Parolen, sondern geht auch mit juristischen Mitteln gegen Drohungen vor`, erklärte Brecht den Angaben zufolge.
200 Anhänger der rechtsextremen NPD waren nach Angaben der Polizei drei Stunden lang durch Quedlinburg ( Harzkreis ) gezogen. Die Veranstalter hatten eine Kundgebung mit 500 Teilnehmern angemeldet. Gegen den Aufmarsch protestierten rund 300 Demonstranten, auch Vertreter von Parteien, Kirchen und Vereinen aus Quedlinburg. Der rechte Aufzug war als Reaktion auf die Halberstädter Veranstaltung ` Auf die Plätze !` tags zuvor organisiert worden. Etwa 6000 Besucher hatten dabei zahlreiche kulturelle und politische Veranstaltungen verfolgt – organisiert vom Theater und der Stadtverwaltung, um gegen die erstarkende rechtsextreme Szene in der Region ein Zeichen zu setzen. Die von der NPD in Halberstadt angemeldeten Info-Stände waren verboten worden. Die Polizei nahm 15 Personen der rechten Szene fest. Rund 300 Beamte kontrollierten in 79 Fällen die Ausweise und erteilten 50 Platzverweise.








