“Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen…..eine Analyse?”
Unter dieser sehr treffenden Überschrift hat die NPD-Barnim in ihrem “Nationalen Netztagebuch” einen aufschlussreichen Text veröffentlicht: “Gerade mal die Hälfte der Bürger in Niedersachsen waren überhaupt noch bereit den angetreten Parteien eine Stimme zu geben. Sehr beschämend…wenn man mal daran denkt, dass es Zeiten gab, in denen das gesamte deutsche Volk hinter einem Politiker stand.” So offen verkünden NPDler selten ihre Verbitterung darüber, dass es keinen Führer mehr gibt. Und weiter: “Trotz aller Anstrengungen, und gegen linke und zionistische Medienhetze, sieht es zur Zeit so aus, als ob man Westdeutschland als verloren erklären muss.” Auch den antisemitischen Ausdruck “zionistische Medien” findet man in Parteimitteilungen sonst eher selten.
Dann feiert die NPD offen die “Nationale Bewegung”, die aus Brandenburg – dort ist die NPD-Seite angesiedelt – die Ausländer fernhält: “Was bleibt? Um die zwei Prozent Ausländeranteil in Mitteldeutschland und speziell auch in Brandenburg. Diese Erkenntnis ist wichtig. Nur wem ist es zu verdanken? Im Prinzip nur der nationalen Bewegung in Brandenburg, die es in dieser Konsequenz im Westen anscheinend nicht ausreichend gibt.” Die NPD rechtfertig hier also offenbar Gewalttaten gegen Ausländer, Straßenterror als Mittel der Politik.
NPD für Teilung Deutschlands?!?
Dann geht es in Richtung paranoide Weltverschwörungstheorien weiter, außerdem definiert die NPD das Ziel, die Bundesrepublik zu teilen… Bemerkenswert: “Die meisten Revolutionen gingen schon immer von den mitteldeutschen Landstrichen aus. Und so scheint es fast so, dass sich das Besatzerkonstrukt BRD 18 Jahre nach dem Teilanschluß wieder spaltet. Durchaus vielleicht aus WESTDEUTSCHER Sicht auch nachvollziehbar. Noch immer scheint es den Almosenempfängern der herrschenden Feudalherren dort zu gut zu gehen.” Genau, diese faulen Ossis! Und das von einem NPD-Mann aus Brandenburg. Mut hat der Mann.
Dann hegt er noch Hoffung, es werde bald wieder Vernichtungsvorgänge geben: “Deutschlands Rettung scheint in Mitteldeutschland zu liegen und das speziell im ehemaligen Gebiet der DDR. Hier hat sich schon einmal der Versuch kommunistischer Umerziehung gegen die Kommunisten gewandt. Und das Volk stand auf und der Sturm brach los. Vernichtete die herrschenden Brieftasche-Kommunisten…leider nicht radikal genug.”
NS-Rassenideologie
Weiter wird kein Blatt vor den Mund genommen: “In spätestens 20 Jahren ist der Deutsche in seiner biologischen Reinheit vernichtet.” NS-Rassentheorie pur, auch dies selten so offen dokumentiert bei der NPD zu finden. Was am Ende nicht fehlen darf nach einer zünftigen NPD-Wahlniederlage – der angebliche Wahlbetrug: “Im Übrigen ist wahrscheinlich auch Wahlbetrug nicht auszuschließen. Was ja auch nicht das erste mal bei einer “demokratischen Wahl” vorgekommen wäre.” Die NPD stützt sich bei dieser Vermutung auf einen anonymen Beitrag in einem Neonazi-Forum…
Bei Übernahme des Textes bitte Quelle NPD-BLOG.INFO angeben.









[...] auch: “Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen…..eine Analyse?”. Unter dieser sehr treffenden Überschrift hat die NPD-Barnim in ihrem “Nationalen [...]
Mein Gott was für ein, auf deutsch gesagter, Scheißdreck, den die NPD da veröffentlicht.
Der revolutionäre Gedanke der “Mitteldeutschen” wie sie so “schön” in dem Text genannt werden, hat sich jedoch nicht nur gegen den Kommunismus gerichtet sondern gegen die Gleichschaltung, fehlende Presse- und Meinungsfreiheit und die Überwachung des Staates.
Und wenn die NPD und ihre Anhänger glauben hier leichter in Machtpositionen vorstoßen zu können, dann kann ich nur sagen, es gibt in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklemburg Vorpommern genug Menschen mit gesundem Menschenverstand die das zu verhindern wissen, indem sie alles hinterfragen und vorallem auf dem Wahlzettel das Kreuz an der richtigen Stelle machen!
Warum schenkt man den wirren Zeilen einer komischen Einzelperson beachtung?
Klingt zwar witzig und verwirrt, hilf uns aber nicht gegen die NPD!
Nun, es hilft nicht. Stimmt. Abgesehen davon, dass es durchaus kabarettistische Züge annimmt, zeigt es auch, wie sicher die sich fühlen, so was ganz offen zu schreiben. Wie P. G. schrieb, selten wurde das alles bisher so offen formuliert.
Ich möchte erklären, warum ich auf diese NPD-Reaktion zurückgreife.
1. Es gab keine andere. Inzwischen hat sich ein Kandidat aus der niedersächsischen Provinz zu Wort gemeldet, sowie Christian Worch. Beide sagen sinngemäß: Es ist eine herbe Niederlage, wir wissen nicht, woran es liegt. Bei Worch klingt bereits durch, dass er sich auch wieder von der NPD distanzieren könnte.
2. Das Netztagebuch der NPD wird zwar aus Brandenburg betrieben, Kontaktadresse ist aber die der Bundesgeschäftsstelle der NPD. Das heißt: Das “Netztagebuch” wird offenbar in Kooperation oder zumindest mit Billigung der Bundespartei betrieben. Das ist also nicht irgendeine x-beliebige Einzelstimme.
3. Der betreffende Eintrag im Netztagebuch lässt ungewohnt tiefe Einblicke in das widersprüchliche völkische Weltbild zu, er zeigt die Defizite in der NPD: Keine realistische Analyse, kein Erkennen von Fehlern, keine Fortschritte. Dies halte ich für eine wichtige Erkenntnis. Auf mittlerer Ebene hat die NPD keine Kader, die die Partei strategisch nach vorne bringen können. Es gibt einige Vordenker, mehr nicht.
4. Finde ich es auch vollkommen ok, nicht so durchdachte Kommentare von Rechtsextremisten zu dokumentieren. In einer Fachzeitschrift habe ich gerade die Serie “Hohlnazi” in Anlehnung an den “Hohlspiegel” entdeckt. Ziemlich unterhaltsam. Natürlich ist es billig, auf Rechtschreibfehlern und wenig klugen Aussagen herumzureiten. Man muss sie aber auch nicht ignorieren – sondern miteinbeziehen, wenn man die Stärken und Schwächen der NPD untersuchen möchte.
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