Berlin: Neuer Thor-Steinar-Laden lockt Neonazis nach Mitte
Die Modemarke Thor Steinar will laut einem Bericht des Tagesspiegels am 01. Februar 2008 ein neues Geschäft in der Rosa-Luxemburg-Straße in Berlin-Mitte eröffnen. Der Laden, der ausschließlich die bei Neonazis äußerst beliebte Marke verkauft, hat Proteste bei Grünen, SPD und der Linken ausgelöst. Bis zuletzt habe die für Thor Steinar auftretende Mediatex GmbH aus Königs Wusterhausen die Adresse des neuen Geschäfts geheim gehalten, schreibt das Blatt. Mit Briefen, die nur an bereits bekannte Kunden verschickt wurden, lockt die Marke mit großen Eröffnungsangeboten.
“Wir werden den Neonazis ihr Einkaufsvergnügen gründlich vermiesen”, sagte Silvio Kurz, Sprecher der Kampagne “Stop Thor Steinar” gegenüber dem Tagesspiegel Er kündigte zudem an, dass die Initiative vor dem Laden protestieren wolle. Der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber hat Impala-Immobilien aus Hamburg, die die Räume vermietet hat, telefonisch aufgefordert den Mietvertrag sofort zu kündigen – ohne Erfolg. “So lange die ihre Miete zahlen, werden wir sie nicht rausschmeißen”, sagte ein Sprecher von Impala dem Tagesspiegel.
Die Marke ist auch dem Verfassungsschutz bekannt. Thor Steinar sei “ein identitätsstiftendes Erkennungszeichen” für Rechtsextremisten, sagte Geert Piorkowski vom Verfassungsschutz Brandenburg dem Bericht zufolge. “Sie bezeichnen die Firma in ihren Internet-Diskussionsforen als “zur Bewegung gehörig”, die Bekleidung werde nicht ohne Grund getragen”. Das alte Thor-Steinar-Geschäft im Berlin Carre am Alexanderplatz musste nach der Kündigung durch den Vermieter Ende Januar schließen, hieß es.
Sammlung von Presse-Texten zu Thor Steinar auf der Webseite der Antifa Freiburg
Braune Mode – T-Hemden aus rechter Hand, Artikel der taz
„Thor Steinar“ goes Walhalla? Eine Modemarke für die „Mischszene“, Artikel des Antifaschistischen Infoblattes
Modemarke „Thor Steinar“ verwendet neonazistisch geprägte Bildmarke, Antifaschistisches Infoblatt









Zeitungsartikel dazu:
Tagesspiegel:
Shopping unter Protest
von Johannes Radke
Polizei musste Laden von Thor Steinar bei Eröffnung schützen Bezirksbürgermeister Hanke fordert die Kündigung des Mietvertrages
Sechs Polizeibusse parken in der Rosa-Luxemburg-Straße in Mitte, kräftige Sicherheitsleute haben sich vor dem neuen „Tonsberg“-Laden aufgebaut, der dort Klamotten der Marke Thor Steinar verkauft. Im Schaufenster ist eine Sicherheitskamera installiert, die alle vorbeigehenden Passanten auf dem Bürgersteig filmt. Und neben dem Geschäft der Mediatex GmbH demonstrieren an diesem Morgen rund 60 Menschen. Politiker von SPD, Grüne und Linke stehen gemeinsam vor der Polizeikette und informieren die Anwohner über die Hintergründe der bei Neonazis beliebten Marke.
„Es ist unfassbar, dass dieser Laden direkt in Mitte aufgemacht hat“, sagt die Juso-Bundesvorsitzende Franziska Drohsel. „Ich hoffe, dass der politische und zivilgesellschaftliche Druck so stark wird, dass Thor Steinar ganz schnell wieder dicht machen muss.“ Auf einem Transparent, das zwei Jugendliche hochhalten, steht: „Nazi-Kleidung ist so uncool“.
Inzwischen hat sich auch Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) in den Konflikt eingeschaltet. „Ich habe den Vermieter persönlich angerufen und gebeten, den Mietvertrag zu kündigen“, sagte Hanke. Darüber hinaus habe er der verantwortlichen Impala Immobilien aus Hamburg seine Hilfe bei juristischen Fragen zu einer möglichen Kündigung angeboten. „So ein Laden hat in Mitte nichts zu suchen“, sagte Hanke. Er überlege, an alle Betroffenen Anwohner einen persönlichen Brief zu schreiben und sie zu einem Runden Tisch einzuladen.
Im Laden selbst versucht der Inhaber von Mediatex, Uwe Meusel, ein bisschen Feierstimmung aufkommen zu lassen. Er schenkt Sekt an die eigenen Mitarbeiter aus, die heute vorerst seine einzigen Gäste sein werden. Wer finanziert die Sicherheitsleute vor der Tür, die seit Donnerstagnacht dort Wache stehen? „Klar, wir bezahlen das alles, denn wir verdienen mit Thor Steinar reichlich Geld“, antwortet Meusel genervt. Man verkaufe im Laden nur Kleidung und „keine politischen Ansichten“ steht auf einem Zettel, den er den Journalisten in die Hand drückt.
Auf der anderen Straßenseite hat sich eine Gruppe Anwohner versammelt. Sie haben erst am Donnerstag durch Flugblätter von den neuen Nachbarn erfahren. „Wir haben die Flyer gleich selbst noch mal kopiert und in alle Briefkästen im Haus gesteckt“, sagt ein Anwohner. Er will sich jetzt mit anderen Bewohnern zusammen tun und überlegen, was man gegen Thor Steinar und seine Kundschaft unternehmen kann. „Ich bin mir sicher, dass schon bald Neonazis durch unsere Straße laufen werden, um in dem Geschäft einzukaufen“, sagt er.
Unterdessen betonte ein Sprecher von Mediatex, dass das alte Geschäft im Berlin Carré nicht schließen musste weil gekündigt wurde, sondern weil der ausgelaufenen Vertrag nicht verlängert wurde.
taz:
Proteste gegen rechten Schick
150 Demonstranten gegen neuen “Tønsberg”-Laden. Der verkauft die umstrittenen “Thor Steinar”-Klamotten. VON NORMAN SEIBERT
“Das ist eine bewusste Provakation”, empört sich ein Anwohner. “Besonders hier in der Straße.” Er steht vor dem am Freitag eröffneten “Tønsberg”-Laden in der Rosa-Luxemburg-Straße. “Die ist nach einer Antifaschistin benannt, und jetzt eröffnet hier so ein Laden!”, schimpft der Anwohner. Denn Tønsberg verkauft im wesentlichen Klamotten der umstrittenen Marke Thor Steinar, die von der in Brandenburg ansässigen Firma Mediatex vertrieben wird.
Die wird zwar nicht vom Brandenburgischen Verfassungsschutz beobachtet, “Rechtsextremisten sehen jedoch in der Bekleidung der Firma Mediatex nach wie vor ein identitätsstiftendes Erkennungszeichen”, sagt ein Sprecher des Brandenburger Innenministeriums. Weil Richter in dem runenartigen Thor-Steinar-Logo eine Nähe zu verfassungswidrigen Symbolen sahen, hatte der Anbieter der Marke sein Symbol leicht verändert.
Bisher gab es einen Tønsberg-Laden im Berlin-Carré an der Karl-Liebknecht-Straße. Doch der Eigentümer des Einkaufszentrums, die Wohnungsbaugesellschaft Mitte, hatte nach zahlreichen Protesten den Mietvertrag bereits im Sommer gekündigt – zum 31. Januar. Einen Tag darauf macht nur wenige hundert Meter ein neuer Tønsberg-Laden auf. Auch die Demonstranten sind mitgezogen. Ein Bündnis aus Grüner Jugend, Jusos, der Linken und Antifa hat zum Protest gerufen. “Wir finden es unglaublich, dass so ein Laden in der Mitte von Berlin aufmacht”, sagte Juso-Bundeschefin Franziska Drohsel. “Wir hoffen, dass der öffentlich Druck dazu führt, den Laden zu schließen.”
Rund 150 Menschen stehen mit Transparenten am Südende der Rosa-Luxemburg-Straße. Neun Einsatzfahrzeuge und hundert Polizisten haben die Bürgersteige in beide Richtungen gesperrt. Versuche der meiste jugendlichen Demonstranten, die Absperrung zu durchbrechen, scheitern am bestimmten Auftreten der Polizei. Trotz kurzer Rempeleien bleibt die Protestaktion ruhig. “Es gab keine Strafanzeigen oder nennenswerte Zwischenfälle”, sagt Polizeisprecher Martin Messerschmidt. “Es war ein friedliche Demonstration.”
Die Mitarbeiter des Geschäfts bekommen von dem Druck wenig zu spüren. Auf dem Verkaufstresen im Tønsberg liegt ein offener Brief “an unsere Kunden und Nachbarn”. Darin wird eine Firma namens Protex GmbH als Betreiber des Ladens genannt. Alle Vorwürfe, rechtsradikales Gedankengut zu vertreten, werden zurückgewiesen. Protex hat laut Handelsregister denselben Geschäftsführer und den selben Firmensitz wie die Mediatex.
Berliner Zeitung
Neonazi-Mode am Alexanderplatz
Thor-Steinar-Laden zog wegen Protesten um
Etwa 60 Menschen haben am Freitag in Mitte gegen die Eröffnung eines Geschäftes demonstriert, in dem Bekleidung der bei Neonazis beliebten Marke Thor Steinar verkauft wird. Die Kundgebung an der Rosa-Luxemburg, Ecke Memhardstraße verlief ohne Zwischenfälle. Angemeldet war sie von der jugendpolitischen Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus, Clara Herrmann. Auch Vertreter der Partei Die Linken und antifaschistischer Gruppen nahmen an der Veranstaltung teil.
Die Polizei war mit etwa 100 Beamten im Einsatz und erteilte mehrere Platzverweise. Auch Beamte in Zivil waren unterwegs, um Ausschau nach ihr bekannten Störern der linksextremistischen Szene zu halten. Der Laden in der Rosa-Luxemburg-Straße wurde zudem durch zusätzliche Security-Leute bewacht.
Die Modemarke Thor Steinar, die von einer Firma bei Königs Wusterhausen produziert wird, ist in der rechtsextremen Szene verbreitet und wird nach Ansicht von Experten extra für Nazis hergestellt. Ein erstes Logo der Marke wurde von mehreren Gerichten in Berlin und Brandenburg verboten, da es NS-Symbolen zum Verwechseln ähnlich sah. Die Firma änderte es daraufhin ab.
Das am Freitag eröffnete Geschäft befand sich bis dahin im Berlin-Carreé am S-Bahnhof Alexanderplatz, wo es 2005 eröffnet hatte. Nach mehreren Protesten kündigte die Wohnungsbaugesellschaft Mitte im August vorigen Jahres den Mietvertrag zu Ende Januar. Nur wenige hundert Meter weiter eröffnete es jetzt neu.
Die jugendpolitische Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus, Clara Herrmann, forderte eine sofortige Kündigung des Mietvertrags. Der rechtsextreme Hintergrund des Ladens sein eindeutig und im Herzen Berlins eine Provokation. Besonders gefährlich sei die Strategie der rechten Szene, mit normalem Auftreten in die Mitte der Gesellschaft vorzudringen.
Bei der Hamburger Firma Impala-Immobilien, die das Ladengeschäft vermietet, wollte man am Freitag dazu nicht viel sagen. “Wir haben an eine Firma vermietet, die mit Textilien und Accessoires handelt”, hieß es dort lediglich. “Die haben eine ordentliche Gewerbegenehmigung.” (kop.)
Wenn “Impala-Immobilien” den Mut aufbringen würde die Mieteinnahmen(oder eine Teilsumme) von “Thor Steinar” einer jüdischen Einrichtung zu spenden hätten die diese Plage vielleicht ganz schnell los. Jüngste Beispiele aus der Hotelbranche gibt es ja.
Ach, nun also ein “Steve” der seine dümmlichen Ressentiments hier im Forum loswerden wollte. Ich habe diesen unter den ewigen Antisemiten gebräuchlichen Wortschatz noch vor seiner -BERECHTIGTEN -Entfernung lesen können. Es wäre ja noch schöner, wenn man Nazis in diesem Forum eine Plattform bieten würde.
Übrigens: Menschen mit Übergrösse besitzen oft eine kleine Gehirnmasse!
Wundern tut mich auch, wieso sich die meisten “Reinrassigen” hier im Forum undeutsche Namen geben. Adolf, Heinrich,Joseph usw. passen doch eher zu denen – vor allem wüsste man doch gleich mit wem man es zu tun hat.
“Thor Steinar” – die Nazimarke mit dem Logo einer Todesrune.
Es dürfte aus aktuellem Anlass von Interesse sein, sich näher mit der “Thor-Steinar” Marke zu befassen.
Aufmerksamen Beobachter der extrem Rechten in Deutschland kann der neue Trend nicht entgangen sein – immer mehr Neonazis lassen den alten Skinheadlook beiseite und schlüpfen in neue diskrete und modischere Kleidungsstücke. Eine dieser Marken, die seit fast zwei Jahren innerhalb der deutschen Nazi-Szene ihre Liebhaber findet, ist die Marke “Thor-Steinar”.
Diese ermöglicht es den extrem Rechten, sich stilvoll in hochwertige Qualität zu kleiden – dabei braucht sie keineswegs auf völkische Symbolik zu verzichten. Sie ist jedoch so codiert, dass sie nur die Anhänger und deren Symphatisanten der eigenen Szene entschlüsseln können.
Eine Konfrontation mit Antifaschisten glaubt man so zu umgehen.
Doch Tatsache ist leider auch, dass Kleidungsstücke von “Thor Steinar” sich mittlerweile nicht nur auf Nazi-Aufmärschen, sondern auch zunehmend in unpolitischen Bereichen der Jugendkultur. D.h. also, wer sich modisch-völkisch einkleiden will, braucht nicht mehr i.d. einschlägigen Neonazi-Shops wie -”Ha-Ra-Kiri”, “Rascal”, oder “On the Streets” einkehren, ein Einkauf in den Sportgeschäften von “Doorbreaker” genügt.
Das ist schon Grund genug um die Hintergründe zu “Thor Steinar” öffentlich zu machen.
Nun zum Logo:
Die Sambolik, der sich “Thor Steinar” bedient, ist nur Kennern der Nazi-Szene geläufig – das Logo von “Thor Steinar besteht aus einer Kombination von zwei Runen, genannt Binderune. Runen als altnordisch-germanische Zeichen finden i.d. Neonazi-Szene häufig Verwendung. Runen wurden i.d. nationalsozialistischen Symbolik verwendet, um eine germanisch, arische Traditionslinie zu konstruieren.
Das Logo von “Thor Steinar” wurde aus der Tyr-Rune (Todesrune) und der Gibor-Rune (Wolfsangel) zusammengesetzt
Die nach dem gleichnamigen nordischen
Kriegsgott benannte Tyr-Rune steht i.d. nordischen Mythologie für Kampf und Aktion.
Im Nationalsozialismus fand sie Verwendung im Abzeichen der 32. SS-Division “30. Januar”.
Die Wolfsangel fand Bedeutung als völkisches Widerstandssymbol. Sie wurde
u.a. von Nazi-Werwolfeinheiten und Sabo-
tagetruppen in der Endphase des Zweiten
Weltkrieges verwendet.
Doch ist das Logo von “Thor Steinar” keineswegs eine komplett neue Erfindung – es ist fast identisch mit dem Symbol des
rechtsextremen “Thule Seminar”.
“Das Thule Seminar hat sich an die Seite
derjenigen Rechtsextremisten positioniert, die ihre Ablehnung der Institutionen und Wertvorstellungen der demokratischen Verfassungsstaaten aggressiv und offen zum Ausdruck bringen” -soweit das Urteil aus dem Verfassungsschutzbericht.
Ich hoffe, dass die Moderation Verständnis für die lange Ausführung hat. Das Thema war es mir einfach Wert.
[...] Link2 [...]
Der Blog ist ein gutes Engagement gegen die menschenverachtende NPD-Ideologie.
Hier ein weiterer Blog dagegen:
thorsteinarrausausmitte.blogspot.com
[...] NPD-BLOG.INFO ” Berlin: Neuer Thor-Steinar-Laden lockt Neonazis nach Mitte [...]
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