Vor 34 Jahren: Schwarzer Block auf Nazi-Demo
Ein Blick auf die Geschichte des Rechtsextremismus in der Bundesrepublik bringt bisweilen interesante Details zu Tage. Im Verfassungsschutzbericht für das Land NRW für das Jahr 1975 hieß es beispielsweise zu den Aktivitäten von Rechtsextremisten:
Am 17. Juni 1975 demonstrierten in Bonn ca. 3.500 Angehörige der NPD, der DVU, der Wiking-Jugend, des Stahlhelm und neonazistischer Gruppen mit Fahnen, Transparenten und Sprechchören für die Wiedervereinigung. Unter den Teilnehmern trat eine Gruppe von etwa 120 einheitlich schwarz gekleideten jungen Leuten mit schwarz-weiß-roten Fahnen hervor, die dem neonazistischen Kreis um Manfred Roeder aus Hessen zuzuordnen ist. Auf der anschließenden Kundgebung auf dem Friedensplatz in Bonn sprach u.a. der NPD-Vorsitzende Martin Mußgnug und gab bekannt, daß Dr. Gerhard Frey am 16. Juni 1975 der NPD beigetreten sei.
Also schon in den 1970er gab es eine Art “schwarzen Block” bei den Rechtsextremisten, der besonders radikal wirken wollte. Allerdings werden sich die damaligen Aktivisten wohl etwas anders definiert haben als die heutigen Nazis im linken Autonomen-Kostüm.
“Vergesellschaftung von Produktionsmitteln”
Zurück in die 1970er. Zu der NPD-Jugendorganisation “Junge Nationaldemokraten” heißt es in dem Bericht: In der Theoriediskussion lassen die JN für die NPD neue Ansätze erkennen. Ein Teil der Mitglieder versucht, bei der Festlegung der politischen Ziele die Forderung nach “nationaler Befreiung von aller Fremdherrschaft” mit Vorstellungen über die Vergesellschaftung von Produktionsmitteln zu verknüpfen. An die Stelle “der beziehungslosen pluralistischen Gesellschaft” soll auf dem Wege der “revolutionären Legalität” eine “nationalistische Volksrepublik treten”. Kontakte bestehen zu zahlreichen rechtsextremistischen Jugendverbänden des In- und Auslandes.
Hier deutet sich also bereits die Neuausrichtung der NPD an, die zu diesem Zeitpunkt noch eine strikt antikommunistische, nationalistisch-konservative Organisation war. Mittlerweile bedient sich ja auch die Parteispitze eines pseudo-revolutionären Stils.









das war vor 33, nicht 23 jahren
sehr gut artikel übrigens!
Des Zählens mächtig sollte man schon sein.
Vor 23 Jahren war 1985 und nicht 1975.
Ja, Björn.
Na hast es ja geändert.
Für was unsereins doch alles gut sein kann, ne?
Ansonsten ist das mal ne gute Idee auch ältere Geschichten mal wieder vorzukramen. Also Daumen hoch dafür.
[...] 33 Jahren: Schwarzer Block auf Nazi-Demo NPD-BLOG.INFO » Vor 33 Jahren: Schwarzer Block auf Nazi-Demo Ein Blick auf die Geschichte des Rechtsextremismus in der Bundesrepublik bringt bisweilen [...]
-”Hier deutet sich also bereits die Neuausrichtung der NPD an, die zu diesem Zeitpunkt noch eine strikt antikommunistische, nationalistisch- konservative Organisation war.”
In der Tat ist es heute so: Über die kommunistische Diktatur äussert sich die NPD ambivalent: Einerseits geisselt sie die gemässigten Parteien der Bundesrepublik als “Blockparteien” und nennt sowohl SED-Diktatur als auch die Bundesrepublik einen “Vasallenstaat”; andererseits will die einst antikommunistische NPD heute die positiven Erfahrungen aus der DDR in die deutsche Politik einbringen… Wir fordern ehemalige Hoheitsträger und Führungskräfte der DDR auf, in unsere Partei mit ihrer Sachkunde und ihrem politischen Kritikvermögen zu wirken.
“Voigt nennt die DDR “im Vergleich zu den deutschen Nachkriegsgebilden, Österreich und BRD das deutschere Deutschland”.
(Literatur: aus Harald Bergsdorf – “Die neue NPD.Antidemokraten im Aufwind” – München 2007 (Olzog-Verlag)
…wenn man sich die Entwicklung ab den 60iger Jahren in der Brd anschaut wo es vor allem ersteinmal wirtschaftlich motivierte Migrationsbewegungen gab, die sich zum Teil in die Gesellschafts assimiliert haben bzw. assimiliert wurden, so lässt sich für die DDR feststellen, dass es dort allein von Migrationsbezogener Sicht schon sehr viel ristriktiver zuging. Die Wenigen Nicht-Deutschen, die es in der DDR gab, standen unter strenger Kontrolle und hatten in der Regel nur eine sehr begrenzte Zeit, die sie dort verbringen konnten. Meistens waren die Bedingungen der Unterbringung schon diskirminierend( extra Wohnheime, ohne Kontakt zur “Bevölkerung”und in miserablen Zuständen). Eine Chance sich zu assimilieren hatten Nicht-Deutsche in der DDR selten. Dies wiederum hatte und hat den Effekt, dass sich Ostdeutsche eher als völkische Hegemonie begreifen als es in der BRD der Fall war.
Um den Bogen zurück zu schlagen zu dem Zitat von Voigt, lässt sich aus emanzipativer Sicht tatsächlich bestätigen, dass gesellschaftliche Idealvorstellungen einer völkischen Hegemonie so wie sie die NPD vertritt in der DDR eher zu finden war.
Kommentieren Sie den Beitrag!
Twitter
Suche
Werbung
Regional
International
Kommentare
Werbung
Themen
Klicken Sie hier!
Bücher
Views (seit 18.09.09)
Archiv