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Anschlag in Sittensen: Mutmaßlicher Haupttäter offenbar NPD-Wahlkampfhelfer

28. März 2008 00:23 12 views Kein Kommentar

Der Brandanschlag auf einen islamischen Gebetsraum in Sittensen ist laut einem Bericht des NDR aufgeklärt. Neben einem bereits verhafteten 18-Jährigen seien zwei weitere junge Männer  als Tatverdächtige ermittelt worden, teilte die Polizei den Angaben zufolge mit. Einer der beiden habe seine Beteiligung an dem Anschlag zugegeben. In der Nacht zum 22.März 2008 waren zwei Brandsätze in den Vorraum der Gebetsstätte geworfen worden. Verletzt wurde niemand. Allerdings befanden sich mehrere schlafende Menschen in dem Gebäude. 

Der Haupttäter war bereits am Tattag von der Polizei ermittelt worden. Gegen ihn hatte das Zevener Amtsgericht am Montag Haftbefehl erlassen. Nach den Ermittlungen hatte der schon in der Vergangenheit mit rechtsextremistischen Aktivitäten aufgefallene 18 Jahre alte Haupttäter den Anschlag mit sechs weiteren Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren geplant und besprochen. Dabei sei in der Gruppe auch über die Gründung einer NPD-Ortsgruppe gesprochen worden, sagte der Sprecher. Letztlich hätten aber nur noch drei Jugendliche den Anschlag verübt. Gegen die anderen werde jetzt wegen der Nichtanzeige eines Verbrechens ermittelt.

Der 17-Jährige hat laut Polizei ausgesagt, er habe die Tür zur Gebetsstätte mit einem Hammer eingeschlagen. Der Anführer der Gruppe habe dann die Brandsätze in den Vorraum geschleudert. Der Hammer wurde nach Hinweisen des 17-Jährigen von der Polizei in einem Sittenser Wohngebiet sichergestellt. In der Wohnung des Haupttäters hatten die Beamten “rechtsgerichtete” Klebezettel und Reste von Brandbeschleunigern sowie NPD-Material gefunden.

Wahlkampf für die NPD

Der Tagesspiegel berichtet zudem, bei dem mutmaßlichen Haupttäter , Christian Sch., habe die Polizei neben der Neonazipropaganda auch eine dilettantisch gebaute und vermutlich funktionsuntüchtige Briefbombe gefunden. In den Monaten vor dem Attentat hat Sch. dem Bericht zufolge für die NPD Wahlkampf gemacht. Dabei habe er einen “kurzen Draht” zu NPD-Chefs wie Adolf Dammann aus Buxtehude, dem Vorsitzenden des Unterbezirks Stade gehabt. Anfang Januar habe der 18-Jährige auf einer Parteiveranstaltung in Hameln neben Parteigrößen wie Rechtsanwalt Jürgen Rieger eine Rede gehalten, hieß es.

Nach dem schwachen Abschneiden der NPD bei den jüngsten Landtagswahlen herrscht in Neonazi-Kreisen großer Frust vor, da sich die Erkenntnis durchsetzt, dass die rechtsextreme NPD bei Wahlen in Westdeutschland (vorerst) nicht den Hauch einer Chance hat. Daher trat sie bei den Kommunalwahlen in Bayern bereits unter anderem Namen an. Möglicherweise setzen als Konsequenz aus den Rückschlägen einzelne Neonazi-Cliquen jetzt noch stärker auf Anschläge und Gewalt. 

NPD-BLOG.INFO über Überfälle und Anschläge von Rechtsextremisten.

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