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“Deutschlandpakt”: Molau stellt Bündnis in Frage – und erwägt Kandidatur

28. März 2008 23:15 4 views Kein Kommentar

Der Pressesprecher der NPD-Fraktion in Mecklenburg-Vorpommern, Andreas Molau, hat den “Deutschlandpakt” mit der rechtsextremen DVU offen in Frage gestellt. Auf Anfrage des Autoren sagte Molau, es gebe Druck von der Basis, bei der Landtagswahl in Thüringen “nicht zurückzustecken”. Laut Absprache in dem rechtsextremen Bündnis soll die DVU bei der Landtagswahl 2009 antreten. Nachdem die NPD aber bei den jüngsten Abstimmungen in westdeutschen Ländern herbe Klatschen hinnehmen musste, wird aus NPD-Kreisen immer offener ein Wahlantritt in Thüringen gefordert. Dort baut die NPD seit längerem ihre Sturkturen systematisch aus – während die DVU kaum wahrnehmbar erscheint. Die DVU hatte aber jüngst bekräftigt, in Thüringen antreten zu wollen.

Molau: “Wir sind nicht die DVU”

Molau stellte zudem in Frage, ob Parteichef Udo Voigt beim geplanten Bundesparteitag der NPD Ende Mai überhaupt noch im Amt sein werde. Die Debatte über den Vorsitz nannte er normal, schließlich “sind wir nicht die DVU”, bei der es ein “Abonnement” auf den Vorsitz gebe. Auch diese Spitze gegenüber der Frey-Partei deutet auf das baldige – bereits erwartete – Ende des “Deutschlandpakts” hin. Zuvor war bereits ausführlich über einen Antritt von NPD-Spitzenfunktionär Pastörs gegen Voigt spekuliert worden. Mittlerweile erwägt Molau offenbar eine eigene Kandidatur. “Weil die Idee an mich herangetragen worden ist, überlege ich, für das Amt des Parteivorsitzenden zu kandidieren”, sagte Molau der taz.

Damit wird die Position von Parteichef Voigt weiter geschwächt, während Molau und Pastörs angeblich auf viel Unterstützung von der NPD-Basis bauen können. Allerdings hatte selbst NPD-Bundespressesprecher Klaus Beier auf Anfrage eingeräumt, dass einige Kreisverbände bereits auf eine Kandidatur Pastörs gedrängt hätten. Beier betonte aber, er gehe davon aus, dass Voigt weiterhin Chef der rechtsextremen Partei werde.

Voigts Tage scheinen gezählt

Die kommenden Wochen dürften also spannend werden. Sowohl Molau als auch Pastörs haben sich geschickt in Position gebracht, während Voigts Tage als NPD-Chef wohl tatsächlich gezählt sein dürften. Interessant wird noch sein, wie die NPD-Sachsen auf die Offensive von Molau und Pastörs reagieren werden. Denn bislang galt Holger Apfel als potenzieller Nachfolger für Udo Voigt.

Kader aus Neonazi-Banden weiter auf dem Vormarsch?

Besonders auffällig ist zudem, dass Molau und Pastörs eine enge Kooperation mit Kadern aus den “Freien Kameradschaften” pflegen. Dies weit darauf hin, dass der Einfluss der Aktivisten aus den Neonazi-Banden in der Partei weiter wächst. Gleichzeitig versucht Molau aber auch, bürgerliche Rechtsextremisten nicht zu verschrecken. So distanzierte er sich in einer Pressemitteilung vom 27. März 2008 von den mutmaßlichen Tätern des Brandanschlags in Sittensen, die offenbar als Wahlkämpfer für die NPD in Niedersachsen aktiv waren. Molau war hier als Spitzenkandidat für die rechtsextreme Partei angetreten. Obwohl er ein relativ schwaches Ergebnis erreicht hatte, wurde sein Wahlkampf und seine Strategie in rechtsextremen Kreisen wiederholt gelobt. 

NPD-BLOG.INFO über den “Deutschlandpakt”.

Kein Kommentar »

  • clark said:

    “Voigts Tage scheinen gezählt”

    Na da ist wohl eher der Vater der Wunsch des Gedanken.

    Bei dem ganzen hin und her und dem hineindeuten in Aussagen von Funktionären bliebt die Realität auf der Strecke und für Spekulationen wird Tür und Tor geöffnet.

  • blackone said:

    Der Wunsch?
    Inwiefern ist es denn wünschenswert, dass sich die NPD einen neuen Vorsitzenden zulegt?

  • clark said:

    In letzter Zeit scheint es so, dass Seiten wie diese nicht mehr berichten, sondern Scheindebatten führen und am Schluß heißt es Pustekuchen.

  • Birgit said:

    “Mittlerweile erwägt Molau offenbar eine eigene Kandidatur.”

    Na, da wünsche ich Herrn Molau doch von ganzem Herzen ebenso umwerfenden Erfolg, wie bei der Landtagswahl in Niedersachsen…

  • Charly said:

    Clark: “In letzter Zeit schein es so, dass Seiten wie diese nicht mehr berichten, sondern Scheindebatten führen und am Schluss heißt es Pustekuchen.”
    Wie wäre es, wenn Sie Argumente für Ihre Behauptung vorbringen würden; anstatt sich mit Schein-Sprechblasen hier breit zu machen versuchen ?

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