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NRW: 30 Neonazis greifen Antifa-Demo an – NPD-Funktionäre dabei

30. März 2008 14:43 67 views Kein Kommentar

Etwa 30 bis 40 Neonazis haben laut Medienberichten am 28. März 2008 in Aachen eine antifaschistische Demonstration attackiert. Unter den Angreifern waren auch Funktionäre des NPD-Kreisverbandes Düren, so die Polizei. Nach einem Bericht von blick nach rechts befand sich “der einschlägig vorbestrafte René Laube, stellvertretender Vorsitzende des NPD-Kreisverbands Düren, zugleich Anführer der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL)” unter den Personen. Polizisten stellten bei 13 Rechtsextremisten kleine Fahnenstangen, die auch als Schlagstöcke zu nutzen sind, Knallkörper und mit Quarzsand gepolsterte Schlaghandschuhe sicher. Unter den Neonazis waren Mitglieder der NPD, der KAL, „Autonome Nationalisten“ und rechtsradikale Fans des Zweitligisten Alemannia Aachen.

Mehr als 200 Menschen hatten sich zu einer Demonstration versammelt, um sich solidarisch mit einem 16jährigen Antifaschisten und dessen Familie zu erklären, deren Wohnung an Ostern Ziel von Steinwürfen wurde, berichtet die Antifa Düren auf ihrer Seite. Dann seien die Demonstranten von etwa 30 Neonazis angegriffen worden. “Die Polizei war zunächst nicht Willens oder in der Lage, die angemeldete Demonstration zu schützen”, heißt es weiter. Im späteren Verlauf sollen übereinstimmenden Presseberichten zufolge neun Neonazis vorläufig festgenommen worden sein.

Polizei entschuldigt sich

Laut einem Bericht der Aachener Zeitung entschuldigte sich die Polizei, wies aber Kritik zurück. Polizeisprecher Paul Kemen bilanziert demnach, dass “gegen insgesamt 13 Personen des rechten Spektrums Strafverfahren wegen Landfriedensbruch eingeleitet” worden seien. Den Männern werde vorgeworfen, Teilnehmer der Demonstration tätlich angegriffen zu haben. Die mutmaßlichen Täter sind laut Kemen zwischen 16 und 64 Jahre alt. Sie kommen aus Aachen, Düren, Würselen und Stolberg. Unter ihnen sollen mehrere Vorstandsmitglieder der Dürener NPD sein, heißt es weiter. “Zum Teil sind sie polizeilich in keinerlei Hinsicht in Erscheinung getreten. Sie waren nicht typisch rechts gekleidet, Glatzen waren nicht erkennbar, nichts, was auf die Anwesenheit von Rechten hindeutete”, sagte der Behördensprecher.

Dies zeit einmal mehr, wie ahnungslos viele staatliche Stellen noch immer sind, dabei weiß inzwischen jeder interessierte Grundschullehrer, dass Nazis nicht mehr unbedingt als Glatzen rumlaufen – und das bereits seit Jahren…

Polizei: “Überfallartiger” Überfall?

Der Übergriff der 30- bis 40-köpfigen Gruppe sei “überfallartig” gekommen, hieß es weiter. “Erkenntnisse über den Aufenthalt von Rechten hatte die Polizei nicht. Weder im Vorfeld, noch während der Demonstration”, so Kemen. Woher auch, wenn man noch nicht einmal weiß, wie diese aussehen und sich organisieren?

Bedauern äußerte die Polizei darüber, “dass bei dem Übergriff der Rechten Unbeteiligte verletzt beziehungsweise in Mitleidenschaft gezogen wurden”. Dafür entschuldige man sich. “Pauschale Vorwürfe”, die Polizei schütze Rechte und gehe gegen Linke vor, weist die Polizei jedoch zurück.

Ratsantrag angekündigt

Scharf kritisiert wurde der Polizeieinsatz laut Aachener Zeitung auch von politischer Seite. Ratsherr Horst Schnitzler (Die Linke) kündigte einen Ratsantrag zum Thema “Gewalt von Rechts” an. Auch Polizeipräsident Klaus Oelze solle an der Debatte teilnehmen.

Siehe auch: Blog des Journalisten Klarmann.

NPD-BLOG.INFO über Düren.

Kein Kommentar »

  • Lemming (der Echte) said:

    Irgendwie erscheint mir dieser Bericht unplausibel. Wieso können sich 200 Antifaschisten nicht gegen 40 Nazis zur Wehr setzen.
    Selbst wenn ein Teil der Demonstration bürgerlich wahr, sollte es ehr andersrum sein, bei einem Verhältnis von 1 zu 5.

  • Charly said:

    Und hier in Auszügen die Ereignisse aus der Sicht der NPD-Düren – auf ihrer Webseite:
    “Aachen- Am Donnerstag, dem 27.03.2008, kam es in der Aachener Innenstadt bei einer antifaschistischen Demonstration zu einer Gewalteskalation, welche in den Medien schwer verfälscht dargestellt wird.
    Unsere Kameraden waren allesamt unbewaffnet und wollten nur der Gegenseite zeigen, dass nicht jeder Aachener Mitbürger die Ansicht der Demonstranten teilt.
    Wir wollten nur durch rufen, schreien auf unsere Meinungsverschiedenheiten hinweisen…..”
    “An dieser Stelle kritisieren wir die Aachener Polizei heftig, welche es einfach zugelassen hat, dass besagte Demonstrationsteilnehmer nicht durchsucht worden sind….”
    “Dieses -linke Pack- war sogar mit Schlagstöcken,Knüppeln, Gasspray und mit Bierflaschen bewaffnet. Zudem waren sie alle vermummt” so ein Augenzeuge.”
    “… Dazu kommt noch, dass jetzt die Berichterstattung der regionalen Medien alles so hindreht, als wenn wir Gegendemonstranten die Angreifer seien.”
    ” Für die Eskalation ist der Dürener PDS/SED/BgR Sympathisant und Führungskraft der Dürener Antifa, Herr Krüger verantwortlich!!!
    Er stachelte die Menge an und vermummte sich, zudem schlug er mit seinem Lautsprecher auf unsere wehrlosen Kameraden ein, so dass diese um ihr Leben bangen mussten. Dieser Mann ist eine Gefahr für die Öffentlichkeit…”

    Demnach lügen Polizei,Medien und Augenzeugen – nur die Rechtsradikalen sind die wahren anständigen Demonstranten die vorbildlich und friedlich
    mit Wattebällchen warfen.

  • O.B. said:

    Kommt es mir so vor oder wird da mehr Gewalt ins Spiel gebracht.

    Der Brandanschlag auf einen islamischen Gebetsraum in Sittensen, der Anschlag in Baden-Würtenberg und jetzt diese Attacke gegen diese Demo.

    Irgendwie summiert sich das gerade ein wenig…

    Mit freundlichen Grüßen
    Olli

  • Charly said:

    Björn, wo bleiben die stichhaltigen Argumente zu Ihren Behauptungen.
    Hier zeigt sich wieder einmal deutlich, dass Rechtsextreme Anschuldigungen oder Vorwürfe immer dazu nutzen, sich selbst in Szene zu setzen. Erklären Sie uns doch wo “Naziattacken” nur “angeblich” stattgefunden haben.

  • antifaschist said:

    Der Link nach Blick nach Rechts funktioniert leider nicht.
    Der richtige Link lautet: http://bnr.de/bnraktuell/aktuellemeldungen/ermittlungengegennpdfunktionaere/

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