Thüringen: Eine Stadt, die sich “fremdenfreundlich” nennt…
Sieben Jahre hielt es die Familie Neuschäfer in Rudolstadt aus – trotz rassistischer Gängeleien und täglicher Anfeindungen. Dann ging es nicht mehr. Rudolstadt ist empört – über die Neuschäfers.
In einem Artikel für die thüringische Kirchenzeitung Glaube und Heimat hatte Neuschäfer die Diskriminierung seiner Familie dargestellt. Als eine speziell ostdeutsche, aus der Mitte der Gesellschaft stammende Xenophobie, die jedes politische Rechts-links-Denken sprenge: “Eine ebenso unheimliche wie unterschwellige Feindlichkeit gegenüber dem Fremden, Unheimlichen und Anderen gibt es bei uns in Ostdeutschland sowohl bei ,den’ Rechten wie bei ,den’ Linken”, schrieb Neuschäfer.
Als “Nigger”, als “Ausländerschwein” sei besonders der älteste Sohn Jannik beschimpft worden. Irgendwann sei er aus der Schule gekommen und habe versucht, seine Haut mit einer Wurzelbürste weiß zu schrubben. “Ich weiß, warum du so braun bist: Du schmierst dich jeden Tag mit Scheiße ein”, hätten Mitschüler zu ihm gesagt, so Janniks Erklärung. “Ich hatte schon sonntags Angst vor der Schule. Montags bin ich immer verprügelt worden”, erzählt der Zehnjährige im Garten in Erkelenz.
Zum Thema: Die taz mit einem lesenswerten Bericht, aus dem auch die Absätze oben stammen. Der Deutschlandfunk über den Fall – und die Tagesthemen.
Zudem ein Interview mit dem Konfliktforscher Heitmeyer über gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Stadtgesellschaften im Osten. Daraus: Der Blick müsse “nun endlich auf die Stadtgesellschaften gerichtet werden, denn die feindseligen Mentalitäten werden vor allem von den Älteren vertreten – und die Jüngeren bringen dann die Gewalt ins Spiel. Und dann wird eine Gesellschaft plötzlich nervös. Was die Älteren an Denkmustern jeden Tag am Stamm- oder am Abendbrottisch transportieren, das wird überhaupt nicht thematisiert. Es geht nicht darum, sich gegen rechtsextreme Gruppen zu versammeln, sondern die Stadtgesellschaft ist das Problem. Wenn man die Älteren nicht mit ins Boot bekommt, dann hat man ganz schlechte Karten. [...] Empirische Untersuchungen haben gezeigt: Ostdeutschland hat ein spezifisch siedlungsstrukturelles Problem – durch die vielen kleinen Gemeinden und Kleinstädte. Die gut ausgebildeten Menschen, die Widerworte geben, die wandern ab. Dadurch wird die Struktur immer homogener, sowohl sozial als auch von den Einstellungsmustern her. Und von homogenen Gruppen geht an vielen Stellen weit mehr Gefahr aus als von heterogenen Gruppen. Weiterhin herrscht ein hoher Konformitätsdruck in diesen kleinen Gemeinden, man kennt sich, es ist kaum möglich, alternative Bekanntschaften und Freundeskreise aufzubauen – anders als in Großstädten.”
Achja, wann wird denn SPD-Chef Beck in Bezug auf Rudolstadt sein Patentrezept – ein erneutes NPD-Verbotsverfahren - fordern?
Noch einmal zurück nach Rudolstadt. Die Mitteldeutsche Zeitung – bei ihrer Berichterstattung gerne schwankend zwischen hintergründiger Analyse und falsch verstandenem Heimatschutz – schreibt zu der Stadt am “Rassismus-Pranger”: “In der Region wird auch gemunkelt, dass die Schwierigkeiten der Neuschäfers weniger mit deren Hautfarbe zu tun hatten, als vielmehr mit ihrem “Besser-Wessi-Auftreten”.” Achso, na dann erklären sich solche Beleidigungen und Anfeindungen natürlich von selbst. Das Volk hat gesprochen, bzw. gemunkelt…









Und so “fremdenfreundlich” kommentiert das “Altermedia-Volk” die Vorgänge in Rudolstadt:
(Rechtschreibung – wie immer – Original!)
“Populist: April 11.2008 at 16:58
Naja, eine echte BRD-Vorzeigefamilie wäre das nur wenn der Mann Ausländer und die Frau Deutsche ist. Im Hooton-Plan wurde bereits 1943 festgelegt dass deutsche Männer ihre Gene gefälligst nicht weiterzugeben haben. Daher ist der moderne,politisch korrekte deutsche Mann heutzutage schwul, während die politisch korrekte deutsche Frau sich gefälligst von Türken und Negern zu schwängern lassen hat. Abgesehen davon sollte der Pfaffe mal durch einen Gentest abklären lassen ob diese Bälger wirklich von ihm gezeugt sind. Die sehen mir nämlich nicht wie Halb- sondern wie Vollinder aus. Vielleicht hat er gemerkt dass seine Importbraut ihn beschisseb hat und lässt nun seine Wut an seinen deutschen Mitbürgern aus.”
“skarthi himthega:
April 11.2008 at 17.05
Ich bin dem lieben Pastor nicht böse. Er lebt nur seinen Judenglauben aus. Solange wir uns von dem Gift dieser Wüstenreligion und ihrer Derivate nicht geistig lösen können, wird sich nichts ändern.An dieser geistigen Schwäche ist auch schon mal jemand gescheitert. Aber auch damals in einer Zeit der angeblich totalen Bevormundung war es nicht möglich dieses Rauschgift in den Köpfen der Deutschen auszumerzen….”
“kurt back:
April 11.2008 at 21:25
Was sind das für hässliche Kinder ?
Die sehen alle gleich Scheisse aus.”
Auf diesem” hohen “Niveau kann man weitere bis zur Unerträglichkeit gehende Hasstiraden lesen.
Bis jetzt sind 98 Pamphlete eingegangen.
Und diese Schreiberlinge halten sich nun allen Ernstes für etwas “besseres”. Bei denen war die Schulbildung wirklich völlig umsonst…
Bitte korrigieren Sie Ihren Bericht: der verlinkte TAZ-Bericht zitiert die ARD-Tagesthemen falsch!! Der dortige Aufmacer lautete: Recher Terror – Neonazis vertreiben Pfarrersfamilie!!” Der entsprechende Beitrag ist aus dem ARD-Archiv gelöscht und die ARD rudert zurück. Ja, es hat Anzeigen Rudolstädter Bürger gegeben, mindestens zwei, wegen Verleumdung und wegen Volksverhetzung.
Das ist auch kein Wunder, enn jeder Gazettenschreiberling in seinem Wurschtblatt unrecherchiert eröffentliht, was er bei den anderen gelesen hat. Und so kommt es zustande daß es zahllose Versionen zu den Vorgängen um Familie Neuschäfer gibt. Gut möglich und gar nicht soooo unwahrscheinlich, daß irgendwann rauskommt, daß alles doch ganz andes war. Aber wen interessiert es?? Hauptsache Ihr habt Euren Spaß und auch mal recht gehabt. ARMES DEUTSCHLAND!!!
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