SH: Belastung für das bürgerliche Image
Die taz berichtet am 15. Mai 2008 über den NPD-Kommunalwahlkampf in Schleswig-Holstein. In Eutin verteilte die NPD demnach Flugblätter, in Kiel CDs. Um bürgernahes Auftreten bemühten sich die insgesamt 102 Kandidaten vor allem in der Landeshauptstadt sowie in den Kreisen Ostholstein, Nordfriesland und Herzogtum-Lauenburg. Von den Vorstrafen einiger Kandidaten werde das Wahlvolk sich nicht irritieren lassen, hoffen die Parteistrategen. Kay Oelke, einst Landeschef der Schill-Partei, erklärte 2004 zum Auftakt des Landtagswahlkampfs, die NPD werde völlig falsch dargestellt: “Rüpel und Chaoten” habe er hier nicht kennen gelernt. Bei der selben Veranstaltung schlugen wenig später NPD-Funktionäre auf Gegendemonstranten ein.
In Schlips und Kragen beklagt Kevin Stein in der aktuellen NPD-Wahlzeitung den Verlust der Identität der nordfriesischen ”Volksgruppe” und den Mangel an Polizeipräsenz, berichtet die taz weiter. Als Kader der “Kameradschaft Nordfriesland” versuchte derselbe Stein demnach vor Jahren in Husum, eine Veranstaltung gegen Rechts zu stören. Wegen Körperverletzung ist der Kandidat Peter von der Born vorbestraft. Auch gegen Lars und Filip Jochimsen wird wegen schwerer Körperverletzung ermittelt. Matthias Lehnecke, Betreiber des Versands “Stimme des Norden”, sei – so das Blatt - ebenfalls verurteilt, wegen Volksverhetzung.
Nicht nur diese Kandidaten dürften das bemüht bürgerliche Image der NPD belasten, meint die taz. In Tönning etwa hoffe der 1959 geborene Jürgen Töpke auf Stimmen. 1978 war er dabei, als in Husum eine rechtsextreme Gruppe ein britisches Militärfahrzeug überfiel. Statt auf die erhofften Waffen stießen die Kameraden auf Telefonlisten und Raketencodes – Nato-Unterlagen, mit denen sie prompt versuchten, den einstigen “Stellvertreter des Führers” Rudolf Hess aus der Haft freizupressen. Ein Jahr später flog die Gruppe auf: während der Vorbereitungen für einen Brandanschlag auf die Provinzialloge der Freimaurer in Hamburg.
In den vergenen Wochen wurde über zunehmende Neonazi-Gewalt in Kiel berichtet.









Aufruf zur Demonstration gegen die Nazis am 24. Mai in Kiel, Bahnhofsplatz:
Zu der Kommunalwahl in Schleswig-Holstein tritt die faschistische NPD in 4 Kreisen an, in Kiel mit einer Kreisliste, sowie mit DirektkandidatInnen in allen 27 Wahlkreisen, darunter bekannte Gewalttäter.
Mit der Teilnahme an der Wahl unternimmt die NPD einen erneuten Versuch sich als Teil eines akzeptierten politischen Spektrums zu etablieren. Mit dumpfen Parolen will die NPD die tatsächliche Unzufriedenheit der Bevölkerung in Wahlstimmen umsetzen und ihre menschenverachtende Ideologie gesellschaftsfähig machen.
1933 haben die Nationalsozialisten nicht die Lösung sozialer und
gesellschaftlicher Probleme gebracht – Diktatur, die Zerschlagung von Parteien und Gewerkschaften, Zwangsarbeit, Krieg und Völkermord waren Ziel und Folge ihrer Politik.
Auch heute schrecken Nazis vor Brandanschlägen auf Synagogen und Asylbewerberunterkünfte, vor Terror und brutaler Gewalt nicht zurück. Es gibt ungezählte Verletzte und Verfolgte, seit 1990 wurden über 130 Menschen in der Bundesrepublik aus faschistischen und rassistischen Motiven ermordet.
Auch in Kiel häufen sich in letzter Zeit wiederholt gewalttätige Übergriffe durch Faschisten. Ende April gab es eine Woche jeden Tag einen neuen Anschlag, z.B. auf Kindereinrichtungen, Wohnungen und einen Buchladen.
Dem müssen wir Einhalt gebieten.
Setzen wir gemeinsam ein deutliches Zeichen gegen Faschismus!
Keine Stimme den Nazis!!
Sorgen wir gemeinsam dafür, dass unsere Stadt ein schlechtes Pflaster für Faschisten bleibt!
@ P.G
Was soll die Werbung auf der Seite?
@Pablo: Damit würde ich gerne ein paar Euro verdienen – für den Betrieb der Seite und die Arbeitszeit. Allerdings meine ich die Werbung für die Bücher – die Werbung der Sparkasse ist ein Fehler – und gleich weg… Danke für den Hinweis!
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