AN/BA: Nach zwei Monaten schon wieder Geschichte
Die Nationalsozialisten träumten von einem 1000-jährigen Reich – immerhin schafften sie zwölf Jahre. Die “Autonomen Nationalisten / Bundesweite Aktion” werfen bereits nach zwei Monaten die Flinte, bzw. Hasskappe ersteinmal wieder ins Korn. Dabei wollten die AN-BA sich als Dachorganisation der “Autonomen Nationalisten” etablieren. Doch nun heißt es auf der Homepage nur noch: “Das Bündnis wurde am 10. Juni 2008 aufgelöst. Informationen bekommt Ihr bei Euren Führungskameraden…”
“Autonome Nationalisten” als Mode
Damit ist der ganze Spuk aber natürlich noch nicht vorbei, denn die Aktionsform und Mode “Autonome Nationalisten” ist in Neonazi-Kreisen zurzeit schwer angesagt. Auch bei der JN – Indymedia veröffentlichte ein Bild, das JN-Chef Michael Schäfer in AN-Kluft zeigen soll. http://de.indymedia.org/2008/06/219616.shtml Wie “autonom” diese Leute aber wirklich sind, zeigt das zweite Bild Schäfers, welches ihn im Konfirmandenaufzug zeigt.
NPD-BLOG.INFO über die “Autonomen Nationalisten”: Neues Outfit – alter Hass.









Naja, diese “Auflösung” ist wohl eher ein Ablenkungsversuch, das Forum ist beispielsweise weiterhin erreichbar.
Wer es also glaubt, was auf der Startseite steht…
[...] AN/BA: Nach zwei Monaten schon wieder Geschichte NPD-BLOG.INFO » AN/BA: Nach zwei Monaten schon wieder Geschichte [...]
Ich finde der der sieht “nett” aus. So Schwiegermuttertyp. Ist das nicht viel gefährlicher als vermummt und offen gewaltbereit?
Gibt es nette Nazis?
Anika – “Gibt es nette Nazis” ?
Der Kabarettist, Wilfried Schmickler, aus Köln fasste es wie folgt in Versen:
Der freundliche Faschist
Mein Nachbar ist ein freundlicher Faschist
So nett und freundlich, dass man allzu schnell vergisst,
Was dieser harmlos nette Mann,
Der freundlich tun kann,
Was der in Wirklichkeit für eine Drecksau ist.
In jedem Haus wohnt in der Wohnung nebenan
So dieser Sorte “Netter Mann”.
Der sich für alles und für jeden interessiert,
Der jedes Klingeln an der Haustür registriert,
Der selbst den Abfall kontrolliert,
Ob er auch wirklich gut sortiert,
Weil irgendeiner muss ja dasein, der im Haus für Ordnung sorgt.
Der in dieser kleinen Welt
Aug und Ohren offen hält,
Und dir wenn’s sein muss selbstverständlich auch ne Tasse Zucker borgt.
Dann ist dein Nachbar ein freundlicher Faschist
So nett und freundlich, dass du irgendwann vergisst,
Dass dieser harmlos nette Mann,
Der so freundlich tun kann,
Dass der in Wirklichkeit ne Riesen-Drecksau ist.
Er fällt nicht auf, er eckt nicht an und wird nicht laut,
Weil er sich das normalerweise gar nicht traut.
Erst spät am Abend nach der zehnten Runde Bier.
Dann wird er mutig und im Suff erzählt er Dir,
Dass, wenn’s nach ihm ging, dann wäre Schluss,
Weil irgendwann mal Schluss sein muss.
Dass er sich wie ein Fremder fühlt und das in seinem eignen Haus.
Drum gibt’s nur eins: das ganze Pack
In einen einzgen grossen Sack
Und dann den Knüppel drauf, und das was übrig bleibt, fliegt ruck zuck raus.
Dann ist dein Nachbar halt ein freundlicher Faschist
Doch pass bloß auf, dass du nicht irgendwann vergisst,
Dass dieser harmlos nette Mann,
Der so freundlich tun kann,
Dass der in Wirklichkeit ne Riesen-Drecksau ist.
Mein Gott, was für ein primitiver Schwachsinn! Unter der Fahne “Antifaschismus” darf wirklich jeder talentfreie Reimer aus der Gosse seinen Müll abladen … (”Drecksau”)
gant nebenbei: Glaubst Du wirklich, dass jeder “Faschist” (oder diejenigen, die als solche bezeichnet werden, oftmals nur “Nichtlinke”) sich so holzschnittartig verhält? Es gibt einen guten US-Film, indem eine Frau nach Jahren glücklicher Ehe feststellt, dass der gebildete, zärtliche und liebevolle Vater ihrer Kinder beim Ku-Klux-Klan ist/war (Titel entfallen). Der Film stürzt den Zuschauer in großes Dilemma, er zeigt auf, dass ein vermeintlich “guter Charakter” eben keine Garantie ist, sich nicht zum Rassisten und Antidemokraten zu entwickeln. Rein spekulativ: Angenommen, wir würden in Europa in einer Diktatur leben – manch einer würde sich die Augen reiben, wer so alles mitmacht…
Regor: “Angenommen, wir würden in Europa in einer Diktatur leben – manch einer würde sich die Augen reiben, wer so alles mitmacht…” – wer denn wohl? “Der freundliche Faschist” der zufällig mein Nachbar ist!
Anmerkung: So ein “talentfreier Reimer aus der Gosse…” ist Wilfried Schmickler eben nicht. 2001 erhielt er als Mitglied des 3Gestirns mit Heiner Kämmer und Wolfgang Nischke den Deutschen Kleinkunstpreis.Schmickler ist auch Verfasser zahlreicher satirischer Zeitungs-und Radiobeiträge (WDR).
Verstehn kann ich sehr wohl, dass solche Verse den Rechtsradikalen ein Gräuel ist. Denn mit Satire können die ohnehin nichts anfangen. Was man mit solchen “talentfreie Reimer aus der Gosse” unter einer Diktatur der Neo-Nazis anstellen würde, kann man aus der dokumentierten Geschichte des Nationalsozialismus entnehmen.
@Regor
“Glaubst Du wirklich, dass jeder “Faschist” [...] sich so holzschnittartig verhält?”
Ja, das glaube ich.
“Rein spekulativ: Angenommen, wir würden in Europa in einer Diktatur leben – manch einer würde sich die Augen reiben, wer so alles mitmacht…”
Träum weiter, das 21 Jahrhundert wird als Jahrhundert der Demokratisierung in die Geschichte eingehen und weißt du auch warum? Sobald mehr als 50% der Bevölkerung lesen und schreiben können setzt dieser Prozess von ganz alleine ein. Diese Theorie ist nicht von mir sondern wurde in einer Dokumentation erläutert. (Dokumentation lief letzte Woche ich glaube auf ZDFdoku). Darin wurde auch festgehalten, dass die Massenmedien nicht unerheblich dazu beigetragen haben. Noch was, welche Diktatur es auch immer versucht hat, hat es am Ende nicht geschafft die Massenmedien zu kontrollieren.
ZDF Doku – mmh, ja stimmt sicher sehr fundiert. Ich nehme an, ihr bezieht aus dieser Quelle Kerninfos für euer Weltbild?
@Birgit: Du gehst davon aus, dass NPD-Wähler nicht lesen können? War Mussolini Analphabet? (meines Wissens, war der “Begründer des Faschismus” der italienischen und der deutschen Sprache mächtig, ein Kenner der abendländischen Philosophie, vorallem Nietzsche; Feuerbach, Bachofen, Platon etc. Zudem Verfasser des Dramas “Cavour”, passionierter Musiker, Lektüretipp: Farrell: Mussolini – a new life) Es kann einem angst und bange werden, wenn man eure Beiträge liest. Ganz ehrlich: Wenn schon der einfache NPD-Hansel aus dem JN-Umfeld Euch an Niveau überlegen ist, dann: Gute Nacht! Verabschiedet Euch von Euren Klischees! Linke/Antifaschisten können durchaus Charakterschweine sein … so sieht die Wirklichkeit aus!
Noch eine Bemerkung zu Deinem Kleinkunstdilettanten: Es ist doch offensichtlich, dass künstlerische Dürftigkeit durch medienaffine und korrekte Gesinnung aufgehübscht werden soll… mir hat mal ein peruanischer Student gesagt: Viele linke Literaten sind Nichtskönner, die anstatt an ihren Versen zu feilen, Politik betreiben. Broterwerb.
“Du gehst davon aus, dass NPD-Wähler nicht lesen können?”
Nein, davon gehe ich nicht aus. Aber es gibt auch heute immer noch Länder, in denen Kinder nicht das Privileg besitzen, regelmäßig den Schulunterricht besuchen zu dürfen. In diesen Ländern, können längst nicht alle Menschen lesen und schreiben. Viele von ihnen leben auch heute noch in Diktaturen. Aber wenn wie oben geschildert, mehr als 50% der Bevölkerung dann doch lesen und schreiben können, dann beginnt der Prozess der Demokratisierung.
“Es kann einem angst und bange werden, wenn man eure Beiträge liest.”
Warum liest du sie dann?
Sag mal, hast du eigentlich nichts Besseres zu tun, als andere Menschen anzupöbeln? Ein wirklich trauriges Leben. Keine Freude, keine Kunst, keine Vielfalt nichts. Nur Hass, grenzenloser Hass.
Es liegt ganz einfach an Deinem Unvermögen – wie so vielen Ewiggestrigen – den Themen und Kommentaren hier im Blog geistig Folge zu leisten.Das ärgert Euch Nazi- weil Du und die übrige Nazibande Euch nur mit der Verherrlichung der Geschichte zwischen 1933-1945 befasst.
Und jetzt erdreistest Du Dich auch noch, uns hier im Blog eine Faschismusverharmlosung anzupreisen mit einer Buchempfehlung von Nicholas Farrell – “Mussolini”.
Eine solche Version, wie sie Farrell darstellt ist naiv und exentrisch.Einige Beispiele: Mussolini als religiösen Menschen oder als eine ernsthafte politischen Denker darzustellen ist mehr als lächerlich.
Ein weiteres Rätsel Farrell’s bleibt die Behauptung, dass Mussolini offenbar anti-jüdisch aber “nicht antisemitisch,war. Und auch die geradezu unglaubliche, ja ungeheuerliche Feststellung, dass er (Mussolini) mehr darauf bedacht war,als die Briten italienische Juden vor Verfolgung zu retten.
Absurd ist auch seine Begründung weshalb der Italienische Faschismus zusammenbrach – weil Mussolini 1940 Nazi-Deutschland dem Krieg gegen Frankreich und Grossbritannien beitrat. Farrell vertritt die seltsame Ausrede, dass Hitler “Italien in einen Krieg gezogen hat, für den es nicht bereit war”.
Dabei ist doch Fakt, dass Mussolini in der Tat begierig war zu kämpfen, so sehr, dass er die meisten seiner besten Flugzeuge nach Belgien schickte.
Also bitte -Regor – wenn Du schon hier im Blog mithalten willst, dann befasse Dich einmal mit wissenschaftlich fundierten Sachbüchern – und nicht mit entdämonisierten Machwerken mit denen immer wieder die Zeit zwischen 1933-1945 verharmlost wird – weil da die Uhr der ewigen Nazis stehen geblieben ist.
Und was soll das Aufzählen von Mussolinis angeblich fundiertem Wissen? Der grösste Teil der Elite der braunen Verbrecherbande -so ist es in deren bioraphischen Skizzen zu lesen – verfügte ebenfalls über Kenntnisse in Literatur,Philisophie,Musik und Fremdsprachen. Und doch waren sie nichts als eine verbrecherische Mörderbande, die mit Mussolini nichts anderes als eine brutale blutige Freundschaft verband.
Als Ergänzung zu dem deutlich erkennbaren
geschichtlichen Unwissen der Neo-Nazis.
Die Neonazi-Ideologie lässt sich nicht gerne an früheres intolerantes, ja mörderisches Verhalten im Nationalsozialismus erinnern.
Es gibt einige Techniken zur Bewältigung der Vergangenheit, die immer wieder benützt werden. Die simpelste ist das Verschweigen, etwas raffinierter ist die historischverstehende Verharmlosung – wie oben bei – Regor – gut verdeutlicht-um nur zwei Möglichkeiten zu nennen.
Der Aufklärer kann – ja er muss sogar – hier als Störenfried auftreten. Anstatt die alten Verbrechen ruhen zu lassen, macht er sie immer wieder bewusst. Voltaire z.B. war darin einMeister, das schlechte Gewissen seiner Gesellschaft nicht einschlafen zu lassen und die Schrecken der Vergangenheit nicht vergessen zu lassen. Wobei hier nur die beeindruckende Stelle erwähnt sei, wobei er aus den Büchern von Grossinquisitoren zitiert.
Eine andere Art, mit der unangenehmen Vergangenheit umzugehen, ist das Prinzip, dass man die Dinge “historisch sehen muss”. Gerade der Aufklärer, der sich das Augenmass bewahren will, fällt leicht auf diesen Trick herein. Das dabei benützte Prinzip ist ganz simpel. Es besagt etwa: Handlungen, die seinerzeit häufiger vorkamen, dürfen nicht den handelnden Personen zugerechnet werden, sondern den Zeitumständen. Insbesondere ist dann eine moralische Entrüstung oder Verurteilung nicht mehr erlaubt.
Es besteht daher die Pflicht an die Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus immer wieder zu erinnern, sonst versteht bereits die nächste Generation nicht mehr, warum Aufklärung gegen rechtradikales Gedankengut so wichtig ist.
Es dient der Verhütung neuer Unmenschlichkeit, wenn wir alte Unmenschlichkeiten wieder in die Erinnerung zurückrufen und ihren Zusammenhang mit der NSDAP-Ideologie deutlich machen, eine Ideologie, die leider keineswegs verschwunden ist. Deshalb sollen die Menschen wissen – besonders die Jugendlichen – wozu politischer Fanatismus fähig ist.
Mit der These: Lesen und Schreiben führt automatisch zur Demokratisierung befasse ich mich nicht ausgiebig, die ist so dumm und bereits mit einem einfachen Blick widerlegt. Beispiel Indonesien, “Tigerstaat”, hohes Wirtschaftswachstum, Ausbau des Bildungsbereiches, keine Demokratie (nach westl. Muster). Diese wird übrigens sehr kritisch gesehen. Zuletzt äußerte sich ein Politiker aus Indonesien im Spiegel, Tenor: Die westl. Staaten sind im Verfall begriffen, die Indonesier wollen keine Demokratie vom Westen aufgedrückt bekommen, die nationale Geschichte und die Traditionen des indonesischen Volkes stehen einer Demokratisierung nach westl. Muster entgegen, diese bringt große Probleme mit sich und kann kein Vorbild für Indonesien sein.
“Das ärgert Euch Nazi- weil Du und die übrige Nazibande Euch nur mit der Verherrlichung der Geschichte zwischen 1933-1945 befasst.” – peinliches Niveau, hast Du außer Unterstellungen noch etwas anderes zu bieten?
ad 1) Ich bin kein Nazi, sondern lehne den Nationalsozialismus ab.
ad 2) Ich verherrliche gar nichts.
Farrell ist ein sehr akribisch arbeitender Historiker, gerade weil mit seinen Werken kein “Gesinnungsexamen” ablegt, sondern versucht, eine möglichst objektives Bild zu zeichnen, das auf dem Abwägen von Fakten basiert. Ich würde Farrell, der ganz sicher nicht Mussolini verklären will,(die sehr kritischen Passagen hast Du einfach unter den Tisch fallen gelassen), eine britische Fairness im Umgang mit der Geschichte zugestehen. Davon sind deutsche Historiker leider, leider weit entfernt. Noch kurz zu Mussolini:
Faschismus/Antisemitismus: Es ist belegt, dass viele ranghohe Faschisten Juden waren und die Juden in Italien erst unter dem Einfluss Deutschlands verfolgt worden sind. Der Sender “Arte”, der nicht im Verdacht steht rechts zu sein, zeichnete in einer Serie das Leben eines Jüdischen Bürgerlichen nach, der nach 1918 Faschist wurde und Mussolini persönlich kannte.
Politiker: Die Lösung der “römischen Frage” (Integration der Kirche in die ital. Republik, Gründung des Vatikans, sozialer Ausgleich zwischen Staat und Kirche) 1929 ist wohl ganz sicher ein Beweis politischen Könnens. Zudem war es Mussolini, der durch seine auf Ausgleich und Versöhnung bedachte Politik (Italien und England als Garantiemächte der französischen Westmächte), den Vertrag von Locarno und damit Gustav Stresemanns Versöhnungswerk mit dem ehemaligen Kriegsgegner Frankreich ermöglichte. Diese kann man durchaus auf der “Haben”-Seite verbuchen.
Deinen Ratschlag kann ich nur als humoristischen Beitrag, auffassen. Ich schließe aus diesem, dass also die Lektüre “dämonisierender” Werke sinnvoll ist? Dann sollte man vielleicht auf wissenschaftliche Kontroversen ganz verzichten?
Kurz die Frage: Hast Du in der Schule nur mit Fingerfarben gearbeitet? War oft Gruppenarbeit angesagt? …
Ich möchte hier aus Datenschutzgründen nichts über mich preisgeben, da der NPD-Blog als Gesinnungsinstitution mögl. IP-Adressen aufzeichnet. Jedoch nur soviel: Ich bin Akademiker, habe bereits wissenschaftlich gearbeitet und kann sehr wohl einschätzen, welche Werke einen gewissen Standard einhalten und welche nicht.
Ich habe mich garnicht zur NS-Ideologie geäußert, meine These war: Die Behauptung, dass “ein guter Charakter” und Bildung jeden Menschen grundsätzlich davor bewahrt, ein “Faschist” zu werden, sowie der darauf basierende Umkehrschluss: Alle Linken sind gebildet und zeichnen sich durch einen “guten Charakter” aus, ist völliger Schwachsinn. Ich kann verstehen, dass man als Linker Befriedigung darin findet, auf der “richtigen Seite” zu stehen. Hinzu kommt, dass “Antifaschist”-Sein nahezu gefahrlos ist und gesellschaftliche Anerkennung mit sich bringt … eine schöne Bestätigung des Egos. Darf ich Dich hinkünftig “Voltaire” nennen?
Ja, “Regor” so wie Du, reagiert nur jemand der mit Halbwissen sich wichtig machen will.
Erkläre zunächst einmal wo (und von wem) in den obigen Beiträgen die “Behauptung” steht, in der Du im letzten Absatz Deiner Schreibe eingehst? Du hast doch das Faschismusthema in die Runde geworfen- ohne direkten Bezug zum Thema.
Du kannst ja gerne Dein Faschismusbild mit Hilfe von Farrell weiter pflegen und Punkte für Mussolinis “Haben”-Seite sammeln.Warum zitierst Du nicht einige “sehr kritischen Passagen” die ich unter den Tisch habe fallen lassen? Der Biographieversuch von Farrell ist und bleibt nicht nur bei mir sondern auch bei vielen Rezensenten umstritten.
Doch schon wieder unterliegst Du einem weitern Irrtum – was den “Beweis” Mussolinis für sein “politisches Können” angeht.
Mussolini der erklärte antiklerikale Atheist hatte seine Karriere mit Attacken gegen die Kirche begonnen und auch beschlossen. Das Konkordat von 1929 beschwor keineswegs etwa Eintracht zwischen Kirche und Staat, sondern Distanz.Denn mit diabolischer List war auch der Göttlichkeitskult des Duce eingerichtet, der Heiliges mit Profanem vermichte. In den Augen des Zynikers Mussolini war die Stadt Gottes , an der die Christen festhielten, eine Illusion; Rom wie es wirklich war, bot eine Alternative, ein Gegenmodell zur Hauptstadt des Christentums. Nicht weniger als fünzehn Kirchen und einige Palazzi wurden niedergerissen , um zwischen Kapitol und Kolosseum seine Prachtstrasse des Imperiums anzulegen, auf der, dem Duce zum Vergnügen, Militärparaden abgehalten wurden. Soweit zum “politischen Können” dieses Diktators. Literatur darüber gibt es in grosser Zahl!
So kann man festhalten – Grösse impliziert Anerkennung, und die kann man Mussolini – wie auch Hitler – allenfalls im Hinblick auf Erfolg ihrer jeweiligen Machtergreifung bescheinigen.Von ihren Regierungsleistungen ist nichts Bleibendes zu berichten.
Mit dem Umgang unserer Geschichte unterstellst Du mit einer Impertinenz: “davon sind deutsche Historiker leider, leider weit entfernt”. Dabei setzt sich kein Land so intensiv mit seiner Geschichte auseinander wie Deutschland.
In Italien gibt es bis heute keinen radikalen Bruch mit der faschistischen Vergangenheit wie in Deutschland. Weder wurden die Italiener nach Kriegsende “umerzogen” noch die Monumentalbauwerke geschleift, die
Bücher aus der Zeit des Faschismus eingestampft oder in den unterschiedlichen Medien alle Aspekte von Staat, Partei, Armee, Geheimpolizei,Presse usw. ausgelotet.
Natürlich darf bei Dir der Jude nicht fehlen.Das ist doch nicht neues was Du da verkündest. Unter den Gründungsmitgliedern der Sowjetunion waren auch Juden – die Hohmann schnell zum “Tätervolk” erklärte.
Zum Abschluss könnte ich noch meine akademischen Titel, Orden und Ehrenzeichen nennen, doch mein Selbstbewusstsein ist so ausgeprägt, dass ich eine solche Hervorhebung nicht nötig habe. Doch meinen Nebenberuf will ich nicht verschweigen. Ich bin Rüttelhammervorarbeiter und versuche die dicken Bretter die so manche vor dem Kopf haben zu durchbrechen – ein normaler Bohrer schafft dass leider nicht mehr.
“Hinzu kommt, dass “Antifaschist”-Sein nahezu gefahrlos ist und gesellschaftliche Anerkennung mit sich bringt … eine schöne Bestätigung des Egos.”
Na, dafür hätte ich dann doch gern mal den wissenschaftlichen Beweis!
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