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Mehr als 250 antisemitische Straftaten von rechts im ersten Quartal 2008

18. Juni 2008 10:41 5 views Kein Kommentar

Im ersten Quartal 2008 wurden insgesamt 264 politisch rechts motivierte Straftaten mit antisemitischem Hintergrund gemeldet. Darunter waren 8 Gewalttaten und 48 Propagandadelikte. Die meisten Gewalttaten (drei) gab es in Brandenburg. Insgesamt wurden zehn Menschen durch die Attacken verletzt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor. Dabei wurden 168 Tatverdächtige ermittelt und zwei Personen festgenommen, ohne dass ein Haftbefehl erlassen wurde, heißt es weiter. Die aufgeführten Zahlen stellen laut Bundesregierung keine abschließende Statistik dar, sondern können sich aufgrund von Nachmeldungen noch (teilweise erheblich) verändern.

Attacke in Pinneberg

In Pinneberg in Schleswig-Holstein gab es laut einem Bericht des Hamburger Abendblatts einen Angriff auf die jüdische Gemeinde. Ein Pflasterstein wurde demnach mit solcher Wucht durch die doppelt verglaste Scheibe geworfen, dass er noch drei Meter weit in den Raum flog. Der Vorsitzende der Gemeinde, Wolfgang Seibert (60), vermutet wegen vorangegangener Vorfälle und aufgrund eines Bekenneranrufs einen rechtsradikalen Hintergrund. Der Staatsschutz ermittelt in dieser Angelegenheit.

Nach dem Steinwurf am Montag klingelte das Telefon im Gemeindebüro. “Es war genau 11.55 Uhr”, berichtet Wolfgang Seibert. “Der Stimme nach war es ein junger Mann. Er brüllte ins Telefon: Sowas kann öfter passieren, ihr habt keine Ruhe. Sieg Heil.”

Serie von Vorfällen

Dieses Ereignis reiht sich nach Seiberts Beobachtungen ein in eine Serie von Vorfällen, die einen rechtsradikalen Hintergrund haben. So seien im Umfeld des Gemeindesaals Zettel der NPD an Laternenmasten geklebt worden. Es habe Beschimpfungen mit antisemitischen Inhalten gegeben. Und bei einer Hochzeit, die nach jüdischem Brauch unter freiem Himmel zelebriert worden sei, hätten pöbelnde junge Leute die Feier gestört. Um die Sicherheit der rund 180 Mitglieder der 2002 gegründeten jüdischen Gemeinde zu gewährleisten, patrouillieren Streifenwagen jetzt regelmäßig rund um den Betsaal. Dort feiern die Gläubigen, zu 80 Prozent Migranten aus den ehemaligen russischen Republiken, drei bis vier Mal pro Monat ihre Gottesdienste. Den aus dem Ostblock stammenden Gemeindemitgliedern wird in diesem Saal aber auch die deutsche Sprache beigebracht.

Siehe auch: NPD-BLOG.INFO über die Attacken auf TuS Makkabi., “Der Antisemit nimmt dem Juden nicht übel, wie er ist, sondern, dass er existiert”

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