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Hessen: Ex-NPD-Vize freigesprochen

28. Juni 2008 19:30 4 views Kein Kommentar

Ein Rechtsanwalt und früherer hessischer NPD-Vize-Vorsitzender ist laut Frankfurter Rundschau am 20. Juni 2008 in Koblenz vom Vorwurf freigesprochen worden, einen Zeugen beeinflusst zu haben. Die Vorwürfe der Strafvereitelung, Nötigung und Verletzung von Privatgeheimnissen hätten sich nicht bestätigt, erklärte das Landgericht Koblenz.

Ausgangspunkt der Vorwürfe war eine Schlägerei bei einem Grillfest in Hünstetten im Rheingau-Taunus-Kreis im August 2004. Dort soll der frühere hessische NPD-Chef Marcel Wöll einen Mann mit drei Messerstichen verletzt haben. Die Anklage hatte dem Anwalt, vorgeworfen, einen zunächst beschuldigten Zeugen beeinflusst zu haben, damit dieser Wöll nicht als Täter nenne. Das Gericht folgte mit dem Freispruch dem Antrag der Verteidigung.

Anklage gegen Wöll wegen schwerer Körperverletzung

Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr und einen Monat Haft auf Bewährung gefordert. Wegen der Messerstiche muss sich Wöll voraussichtlich am Landgericht in Wiesbaden verantworten, wo derzeit die Anklage anhängig ist. Am 26. Juni 2008 hatte das Landgericht Gießen Wöll in einem Berufungsverfahren zu vier Monaten Haft wegen Volksverhetzung verurteilt. Damit bestätigte das Gericht das Urteil aus erster Instanz des Amtsgerichts Friedberg vom vergangenen August. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Monate ohne Bewährung gefordert, die zwei Verteidiger Wölls hatten auf Freispruch plädiert – beide Seiten blieben mit ihren Anträgen bei denen aus dem ersten Prozess. Gegen das Urteil ist Revision möglich.

Rückzug aus “privaten Gründen”

Wöll hatte seit 2006 an der Spitze der hessischen NPD gestanden. Auf dem Landesparteitag der NPD im vergangenen April verzichtete er “aus privaten Gründen” auf eine erneute Kandidatur für den Vorsitz, wie die Partei berichtete.

Schulungszentrum wird offenbar versteigert

Das von Wöll als Wohngemeinschaft und Schulungszentrum genutzte Hofgebäude in Butzbach Hoch-Weisel steht nach FR-Recherchen zum Verkauf. Per Makler wird es im Internet für 180.000 Euro angeboten, berichtet das Blatt. Der ehemalige hessische NPD-Chef und seine Anhänger hatten das Gebäude gekauft, um ein ideologisches Schulungszentrum für die deutsche Neonazi-Szene aufzubauen. Auf die Frage nach den Gründen des Verkaufs sagte Wöll den Angaben zufolge “kein Kommentar”.

NPD-BLOG.INFO über Marcel Wöll

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