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Bild-Kommentator rechtsradikal? Nein, nur unverantwortlich!

09. Juli 2008 11:55 97 views Kein Kommentar

Als hätte die Zeitung mit den vier großen Buchstaben vor der Wahl in Hessen nicht schon genug gegen jugendliche Migranten gehetzt, tritt Georg Gafron in seinem Kommentar noch einmal nach. Das Urteil gegen die U-Bahn-Schläger von München sei ein Maßstab für alle deutschen Gerichte. In der Tat erscheint es durchaus angemessen, solche Spinner wie die beiden Angeklagten hart zu bestrafen. Doch ob dies ein Maßstab für alle deutschen Gerichte sein sollte? Das kommt wohl auf den Einzelfall an.

Naja, aber bei der BILD wird nicht gerne differenziert, denn das ist schlecht für die Auflage. Daher meint Gafron zum Ende seines Kurz-Kommentars: “Und es muss endlich Schluss sein mit dem groben Unfug, dass derjenige als rechtsradikal verunglimpft wird, der auf den hohen Anteil ausländischer Jugendlicher unter den Straftätern hinweist.”

Warum die ersten beiden Wörter gefettet sind, weiß ich nicht, wahrscheinlich weil`s geht. Ich habe das so aus der Bild übernommen. Zu diesem Kommentar Auszüge aus einem Hintergrund von tagesschau.de, der sich mit Jugendkriminalität beschäftigt:

Warum werden Jugendliche kriminell?

Persönlichkeitsmerkmale, wie etwa der unzureichende Umgang mit Konflikten, sind ein Grund. Das soziale Umfeld und die Entwicklungsmöglichkeiten sind allerdings besonders wichtig. Vor allem die Situation in der Familie gilt als einer der wichtigsten Faktoren für die Entwicklung von Aggression und der Neigung zu Straftaten. Opfer elterlicher Gewalt werden deutlich häufiger selbst zum Täter.

Schrecken schärfere Strafen Jugendliche ab?

Nach Ansicht der meisten Experten nicht. Die Rückfallquote von Jugendlichen, die eine Haftstrafe antreten, ist zudem hoch. Schwere strafrechtliche Sanktionen verschlechtern in vielen Fällen nach Ansicht der Experten eher die Prognose. Auch Kurzzeit-Arrest oder andere “Schock”-Maßnahmen helfen offenbar nicht oder nur wenig. Auch die Richter sind dieser Meinung: “Die Formel härtere Strafen gleich höhere Abschreckung gleich weniger Straftaten ist schlicht falsch”, so der Vorsitzende des Deutschen Richterbunds, Frank Christoph.

Werden Jugendliche mit Migrationshintergrund häufiger straffällig?

Ja, allerdings nicht so viel mehr, wie es die nackten Zahlen der Tatverdächtigenstatistik scheinen lassen. Die Polizeistatistik unterscheidet nach Deutschen und Ausländern. Ein Vergleich mit der deutschen Bevölkerung bleibt aber schwierig. Zum Beispiel waren 2005 22,5 Prozent aller Tatverdächtigen keine Deutschen. Der Ausländer-Anteil in Deutschland liegt bei 8,8 Prozent. Zu diesem Anteil werden allerdings Touristen und Illegale nicht gezählt, die in der Tatverdächtigenstatistik jedoch auftauchen. Ein Vergleich wird dadurch verfälscht. Dazu kommt etwa, dass hier lebende Ausländer häufiger in Städten wohnen und jünger sind – alles Faktoren, die auch bei deutschen Bürgern die Gefahr, kriminell zu werden, statistisch gesehen erhöhen.

Welche Delikte sind bei nichtdeutschen Jugendlichen am häufigsten?

Nach der Kriminalitätsstatistik 2006 war Körperverletzung mit 29,5 Prozent am häufigsten Ermittlungsursache vor Ladendiebstahl (22,9 Prozent). Bei deutschen Jugendlichen liegen diese beiden Delikte mit jeweils rund 23 Prozent gleichauf vor Sachbeschädigung (18,9 Prozent). Studien zeigen, dass die Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen mit Herkunft beispielsweise aus der Türkei oder dem früheren Jugoslawien deutlich erhöht ist.

Wirkt es sich positiv aus, wenn die Jugendlichen schon hier geboren sind?

Nein. Gerade die zweite und dritte Generation der Zuwanderer hat eine höhere Kriminalitätsbelastung. “Das Erlebnis fehlender Akzeptanz und Gleichbehandlung mit Deutschen wird als Diskriminierung erlebt und erzeugt Konflikthaltungen”, heißt es im Sicherheitsbericht der Bundesregierung. 21 Prozent der rund 7,3 Millionen in Deutschland lebenden Ausländer sind übrigens hier geboren und 62 Prozent leben länger als zehn Jahre in der Bundesrepublik.

Welche Erklärung gibt es für eine höhere Kriminalitätsquote bei nichtdeutschen Jugendlichen?

Wie bei allen jugendlichen Straftätern belasten soziale Probleme und Gewalt in der Familie die Entwicklung. Gerade in zugewanderten Familien kommt diese vor. Hier spielen aber beispielsweise auch noch Vorstellungen von Männlichkeit und Ehre eine Rolle, die zu Konflikten führen. Experten nennen auch immer wieder einen unsicheren Aufenthaltsstatus als einen belastenden Faktor. 

Nehmen Straftaten durch Jugendliche zu?

Nein. Bis 1998 stieg die Zahl der tatverdächtigen Jugendlichen und Heranwachsenden nach der Polizeilichen Kriminalstatistik deutlich an. 300.000 Tatverdächtige zwischen 14 und 18 Jahren wurden damals registriert sowie rund 240.000 Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren und 150.000 Kinder. 2007 war die Zahl der tatverdächtigen Jugendlichen auf knapp 280.000 gesunken, bei den Kindern unter 14 Jahren um ein Drittel auf rund 100.000. Bei den Heranwachsenden gab es kaum Veränderungen. Verurteilungen gibt es bei Jugendlichen und Heranwachsenden in 20 bis 30 Prozent der Fälle.

Welche Straftaten haben zu- und welche abgenommen?

Laut dem zweiten periodischen Sicherheitsbericht der Bundesregierung sank in den vergangenen Jahren die Zahl von Tötungsdelikten und Raubtaten. Dagegen gab es rund ein Drittel mehr Ermittlungen wegen Körperverletzung und mehr Drogendelikte. Bei letzteren geht es meist um Cannabis. Der Anstieg der Gewaltkriminalität wird auch durch die jüngste Polizeiliche Kriminalitätsstatistik aus dem Jahr 2007 bestätigt.

Wie groß ist die Dunkelziffer?

Im Jugendbereich ist die Dunkelziffer besonders hoch. Einige Straftaten werden heute häufiger angezeigt – auch beispielsweise von jugendlichen Opfern. Das heißt jedoch nicht, dass ihre Zahl gestiegen ist. Möglicherweise gibt es nur eine Verschiebung vom “Dunkelfeld” ins “Hellfeld”, wie die Statistiker sagen. Die Taten kommen also “ans Licht”.

Wie verlässlich ist die Statistik?

Die Kriminalstatistik erfasst vor allem Tatverdächtige, nicht Verurteilte. Eine gestiegene Aufklärungsquote führt beispielweise zu mehr Tatverdächtigen. Zusammen mit den Daten aus Studien, Jugendbehörden und Schulen kann man allerdings immer bessere Aussagen über Jugendkriminalität machen.

Begehen Jugendliche mehr Straftaten als Erwachsene?

Ja. Gut 12 Prozent aller Tatverdächtigen sind Jugendliche. An der Bevölkerung in Deutschland haben sie aber nur einen Anteil von rund fünf Prozent.

Sind Straftaten typisch für eine jugendliche Phase?

Ja, das ist “normal”. Ab einem Alter von zehn bis zwölf Jahren steigt die Quote der Tatverdächtigen in allen vergleichbaren Ländern an. Mit 17 bis 18 Jahren erreicht sie ihren Höhepunkt, ab 20 sinkt sie wieder. Die Straftaten sind meist leichte Delikte. 90 Prozent aller männlichen Jugendlichen haben laut Umfragen einmal Straftaten begangen.

Wer begeht welche Delikte?

Die Regel ist: Je jünger desto leichter das Delikt. Ladendiebstahl, Schwarzfahren oder Sachbeschädigung werden Kindern und Jugendlichen vorwiegend zur Last gelegt. In rund einem Viertel aller Fälle wird wegen Körperverletzung ermittelt.

Gibt es einen Unterschied zwischen Jungen und Mädchen?

Ja. Vereinfacht gesagt: Geklaut wird in sehr jungen Jahren von Jungen wie Mädchen gleichermaßen. Männliche Jugendliche begehen aber grundsätzlich deutlich mehr Gewalttaten, mit zunehmendem Alter steigt der Abstand zudem noch an.

Sind die Jugendlichen gewalttätiger geworden?

Trotz einer gestiegenen Zahl von Körperverletzungen legen Untersuchungen eher das Gegenteil nah. Zwar gibt es Unterschiede in den Regionen, aber die Tendenz zur Gewaltbereitschaft scheint zu sinken. Studien 2002 und 2005 in Greifswald, Duisburg, Münster, München und Stuttgart zeigten das im Vergleich zu 1998. Die höhere Zahl von Tatverdächtigen bei Gewalttaten wie Körperverletzung wird von den Experten eher durch mehr Anzeigen in diesem Bereich und einem genaueres “Hinsehen” auch der Behörden erklärt.

Rechtsradikal? Nein, unverantwortlich!

Gafron will also nicht als rechtsradikal verunglimpft werden, weil er auf den “den hohen Anteil ausländischer Jugendlicher unter den Straftätern hinweist”. Er verrät allerdings nicht, wer ihn überhaupt so bezeichnet hat. Dies erscheint einmal mehr als das ewige Lamentieren über angebliche Denkverbote in Deutschland, oder auch als der Unsinn, man dürfe in Deutschland Israel nicht öffentlich kritisieren – während gleichzeitig die Zeitungen mit genau den vermeintlich geächteten Inhalten voll stehen (im Fall Israel allerdings nicht die Bild, die tut sich mehr bei jugendlichen Straftätern hervor).

Diese unerträgliche Attitüde von absoluten Mainstream-Journalisten, die sich als mutige Tabubrecher und gleichzeitig Opfer von imaginären Linken-Denkverboten darstellen, müsste eigentlich sogar den Autoren solcher Pamphlete auf den Senkel gehen. Gafrons Kommentar ist in etwa so mutig, wie es die Witze bei nachgetreten während der EM waren. Nämlich gar nicht. Hinweise auf Hintergründe wie oben geschehen tun Leute wie Gafron gerne als “weltfremdes Sozialarbeitergerede von Warmduschern” ab.

Gafron möchte also nicht als rechtsradikal verunglimpft werden. Diesen Gefallen kann zumindest ich, immerhin mehrfach als Gutmensch geoutet und daher auf jeden Fall qualifiziert, ihm gerne tun. Zum Mitschreiben: Gafron ist in meinen Augen kein Rechtsradikaler, sondern erscheint eher als ein unverantwortlicher Populist, der mit seiner verkürzten Darstellung der Tatsachen Rechtsradikalen in die Karten spielt, bzw. menschenfeindliche Einstellungsmuster fördert. Zufrieden?

Wikipedia über Gafron und seine Rolle in den Berliner Medien und bei Kirch. 

Siehe auch: Was ist ein fremdenfeindlicher Übergriff?, Koch macht Wahlkampf

Kein Kommentar »

  • « bikepunk 089 said:

    [...] wieder der deutsche Alltagsrassismus selber bestätigen, rechte Populisten ziehen sich daran hoch (und gerieren sich gleichzeitig als verfolgte Unschuld). In diesem Klima holen dann auch Staatsanwaltschaft und Gericht die ganz schweren Hämmer raus, [...]

  • Charly said:

    Dass die brutalen U-Bahn Schläger aus München hart bestraft wurden ist gut so. Doch muss erwartet werden, dass die Gerichte in Zukunft ebenfalls so harte Strafen gegen die brutalen Rechtsradikalen Schläger verhängen, deren Verbrechen bisher- oft mit Todesfolge – sehr milde bis zur Bewährung geahndet wurden.
    Schlimm ist das Vorpreschen des bayerischen Innenministers Joachim Hermann (CSU)- in der Bild-Zeitung, die Täter müssten abgeschoben werden. Der Fall kommt offensichtlich als Wahlkampfmunition gerade recht.
    Volker Schmidt schreibt in der heutigen Ausgabe der FR ganz richtig:…”Aber der Reflex ist der falsche. Die Männer sind in Deutschland zu den verkorksten Brutalos geworden, die sie offenbar sind. Das heisst nicht, dass die deutsche Gesellschaft die Schuld daran trägt; da werden die Eltern eine Hauptrolle gespielt haben. Es heisst aber , dass sich die Mehrheitsgesellschaft ihrer Mitveranwortung auch nicht einfach entledigen kann. (…)”

  • Karl said:

    Ein sehr differenzierender Kommentar, aber Verbrecher als Spinner zu apostrophieren scheint mir recht schwach und verharmlosend.

  • Pazu said:

    Das Urteil ist ein, in meinen Augen, gerechtes Urteil, hoffentlich finden wir diese Strafmaße bei rechten Gewalttaten in Zukunft auch vor. Was mir allerdings auf den Keks geht, sind die reflexartigen Rufe nach Abschiebung, ohne danach zu fragen, wie die beiden zu den Schlägern geworden sind, als die sie verurteilt wurden. Hier wird nur gesehen, das sind keine Deutschen, also weg mit ihnen. Dass die BILD da ohne nachzudenken nochmal nachtritt, wenn es um Jugendkriminalität, gerade bei Ausländern, geht, wundert mich nicht im geringsten.

  • Ingo said:

    Achja, die Boulevardpresse…

    http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/politik/225837.html

    Es ist unglaublich, wer sich alles “Journalist” schimpfen darf…

  • Karl said:

    Beeindruckend ist wie man aus jeder Migrantenkriminalität hier die Kurve zum Rechtsradikalismus bekommt.
    Das erinnert mich an den Schüler, der bei jedem Schulaufsatz, egal wie die Themenstellung lautete, beim Elephanten landete.

  • Ingo said:

    Beeindruckend ist, wie wenig Karl lesen kann.

    Ich zitiere: “Gafron möchte also nicht als rechtsradikal verunglimpft werden. Diesen Gefallen kann zumindest ich, immerhin mehrfach als Gutmensch geoutet und daher auf jeden Fall qualifiziert, ihm gerne tun. Zum Mitschreiben: Gafron ist in meinen Augen kein Rechtsradikaler, sondern erscheint eher als ein unverantwortlicher Populist, der mit seiner verkürzten Darstellung der Tatsachen Rechtsradikalen in die Karten spielt, bzw. menschenfeindliche Einstellungsmuster fördert. Zufrieden?”

    Hier wird niemandem rechtsradikales/extremes Gedankengut vorgeworfen. Hier wird nur vorgeworfen, dass mit so einer unbedachten Äußerung den Rechtsradikalen/extremen in die Karten gespielt wird und das ist nicht am Thema vorbei sondern eine zwingend logische Konsequenz!

  • Svem said:

    Das Urteil finde ich voll hart. Jeder doofe Nazischläger kommt mit ner Bewehrung davon, aber nur weil die beiden Migranten sind, werden die voll zu Superverechern gemacht. Oh man, Bayern und Bild halt. Und das der opa Nazisprüche losgelassen hat, dass stört wohl keinen?

  • P.G. said:

    Übrigens ist auf dem Neonazi-Portal Altermedia folgendes zu dem Bild-Kommentar zu lesen:

    “Wenn man mal von dem Schicksal des 76-Jährigen absehen will, und der Sache durchaus etwas Gutes abgewinnen möchte, dann, dass die beiden U-Bahn-Schläger zu einer Enttabuisierung dieser Thematik beigetragen haben. In Folge dieser furchtbaren Bilder, auf denen die beiden mit dem Kopf des Rentners, quasi Fußball spielen, entfachte eine Debatte um härtere Strafen für kriminelle Ausländer oder darüber, warum Volksverhetzung gegen Deutsche nicht strafbar sei usw.usf. Allem voran wie üblich in solchen Diskussionen die BILD-Zeitung, die plötzlich fragte, warum Ausländer in der Kriminalitätsstatistik nicht separat geführt werden.

    Jetzt bricht die BILD erneut ein Tabu und fordert, dass dieses Urteil als Maßstab für alle bundesdeutschen Gerichte gelten sollte. Aber das ist keineswegs alles, so fordert Kommentator Georg Gafron, „es muss endlich Schluss sein mit dem groben Unfug, dass derjenige als rechtsradikal verunglimpft wird, der auf den hohen Anteil ausländischer Jugendlicher unter den Straftätern hinweist.“

    Noch einmal aus dem Artikel oben: “Gafron ist in meinen Augen kein Rechtsradikaler, sondern erscheint eher als ein unverantwortlicher Populist, der mit seiner verkürzten Darstellung der Tatsachen Rechtsradikalen in die Karten spielt, bzw. menschenfeindliche Einstellungsmuster fördert.”

    QED

    PG

  • Udo said:

    Erstaunlich dass sofort nach härteren Strafen für Nazi-Schläger gerufen wird.
    Da sollte erstmal geklärt weden was ein Nazi-Schläger ist, zurzeit ist jeder Deutsche der mit einem Ausländer aneinandergerät ein Nazi-Schläger.
    Ich stimme zum einen damit überein dass Gafron ein unverantwortlicher Populist ist, aber er hat nicht ganz unrecht, es wird schnell die Nazi-Keule ausgepackt wenn ein Deutscher sich in irgendeiner Weise negativ zum Gebaren jugendlicher Migranten äussert.
    Bei Ausländern sucht man nach den Ursachen ihrer Exzesse und bei Deutschen ist es klar das es nur Rechtsradikale sein können.

  • Charly said:

    Udo – Wer behauptet denn, dass “jeder Deutsche der mit einem Ausländer aneinandergerät ein Nazi-Schläger” ist “? Wer bitte?
    Hier ist doch von Nazi-Schlägern die Rede die es in der Tat gibt – die sich also keineswegs davor scheuen als solche – sei es durch ihr Outfit oder ihre Mitgliedschaft in Nazi-Kameradschaften- zu bekennen. Gemeint sind die Nazi-Schläger die sich gezielt ihre Opfer unter Migranten,Juden,Obdachlosen oder Homosexuellen suchen. Die jüdische Friedhofe schänden, Sprengstoffanschläge planen. Deren Ziel es ist ganze Gegenden “zu säubern” um sie zu “ihrer alleinigen Region” zu erklären.
    Nazi-Schläger die mit brutaler Gewalt – wie z. B. in Hamburg – vorgehen und ihre hässliche Fratze zeigen. Die bekennen sich doch alle zu ihrer Nazi-Ideologie. Die leugnen ihr sumpfiges Zuhause keineswegs. Was wollen Sie, Udo, da noch “geklärt” wissen,” was ein Nazi-Schläger ist?
    Und es ist doch auch Fakt, das bisher diese braune Bande mit relativ harmloser Bestrafung davon gekommen sind- obwohl Verbrechen mit tödlichem Ausgang dabei waren. Es geht doch hier nicht um Auseinandersetzungen in irgendwelchen Discos zwischen Deutschen und Ausländer – die können Sie fast täglich in einer Grossstadt erleben- auch ohne Nazi-Schläger.

  • lazy said:

    bezüglich der statistik-korrektur (touristen und illegale) möchte ich ergänzen, dass die kriminalstatistik auch nicht erfasst, ob die straftat von einem deutschen mit (jüngerem) migrationshintergrund begangen wurde.

    deutscher pass = deutscher straftäter; kein deutscher pass = ausländer.

    der anteil von touristen unter den delinquenten dürfte eher gering sein. wesentlich geringer jedenfalls als der anteil an delinquenten unter den deutschen, deren eltern bzw. großeltern ausländer sind.

    was natürlich insgesamt aber nichts an der tatsache ändert, dass deutschland kein ausländerproblem sondern ein unterschichtenproblem hat.

  • Charly said:

    Der “Paritätische Gesamtverband veröffentlichte 2007 u.a. folgende Untersuchungen:

    Altersstruktur deutscher und nichtdeutscher Tatverdächtiger

    “Der Anteil von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen ist bei nichtdeutschen signifikant geringer als bei deutschen Tatverdächtigen. Während die Zahl der tatverdächtigen deutschen in diesen drei Gruppen von 2005 auf 2006 nur um maximal 1,4% gesunken ist, nahm der Anteil der drei Gruppen bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen erheblich ab: bei Kindern um 5,6 %, bei Jugendlichen um 8,3 % und bei Heranwachsenden um 9,4%.
    Insgesamt waren im Jahr 2005 22,5 % der Tatverdächtigen keine deutsche Staatsbürger. Der Ausländeranteil in Deutschland liegt demgegenüber bei 8,8 Prozent. Touristen und illegal in Deutschland lebende Menschen werden jedoch bei dem Ausländeranteil nicht berücksichtigt, bei den Tatverdächtigen jedoch vollständig. Ein solcher Vergleich ist deshalb kaum aussagekräftig.”
    Zusammenfassung:
    “Festzustellen ist, dass die Jugendkriminalität stetig sinkt, anders als bei den Altergruppen der 25-bis 30-jährigen und der 40-bis60-jährigen, allerdings bei einer Zunahme des Anteils von Körperverletzungen.Dabei ist festzustellen, dass die Aufklärungsquote gerade in dem Bereich mit 83,2 % sehr gross ist. In den Fällen von Mord und Totschlag liegt die Aufklärungsquote bei 95,5 %. ” -Zitat Ende -

  • Ischmael said:

    Zitat : “Das Urteil ist ein, in meinen Augen, gerechtes Urteil, hoffentlich finden wir diese Strafmaße bei rechten Gewalttaten in Zukunft auch vor. Was mir allerdings auf den Keks geht, sind die reflexartigen Rufe nach Abschiebung, ohne danach zu fragen, wie die beiden zu den Schlägern geworden sind, als die sie verurteilt wurden. Hier wird nur gesehen, das sind keine Deutschen, also weg mit ihnen. Dass die BILD da ohne nachzudenken nochmal nachtritt, wenn es um Jugendkriminalität, gerade bei Ausländern, geht, wundert mich nicht im geringsten.”

    Mal zum Thema Abschiebung:
    1. Einer von beiden hat ein Kind mit einer Deutschen
    2. Abschiebung von Straftätern die einen Migartionshintergrund haben geht auch nicht so einfach, wie sich das hier wohl vorstellen, denn er muß 2/3 der Strafe hier absitzten ob er / wir wollen oder nicht, dann kann der Einzelfall geprüft werden, ob und wie Abgeschoben wird.
    Die Betonung liegt darauf, dass in jedem Falle eine Einzelfallbetrachtung gemacht wird, ob es zumutbar ist oder nicht.
    Die Zumutbarkeit der Abschiebung zumindest einer der beiden, durch sein am Anfang erwähntes Kind mit einer deutschen Staatsbürgerin,ist somit in Frage gestellt, ebenfalls durch sein jetzt wohl ehemaliger Job etc pp.
    Ich denke beim zweiten Straftäter verhält es sich nachher in der Einzelfallprüfung ähnlich.
    Und somit können alle zwar nach Abschiebung schreien, aber machen können sie es nicht.
    Fazit: Hunde die bellen, beißen nicht!
    Und es wird keiner so schnell abgeschoben, nur weil es einige Leute dieses gern hätten, dem deutschen Rechtsstaat und seinem Behördenwahnsinn sei dank.

  • Greg said:

    Wie sagte Volker Pispers mal so schön:
    “Das einzige was an diesem Journalismus noch kritisch ist ist sein Geisteszustand”

    Nichts neues was du hier schreibst, aber informativ und schön zusammen gestellt…

    Immer weiter so.

  • Zum Urteil gegen Serkan und Spyridon « provinzgefluester said:

    [...] wieder der deutsche Alltagsrassismus selber bestätigen, rechte Populisten ziehen sich daran hoch (und gerieren sich gleichzeitig als verfolgte Unschuld). In diesem Klima holen dann auch Staatsanwaltschaft und Gericht die ganz schweren Hämmer raus, [...]

  • jan said:

    Passend dazu das Zitat von Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Instituts Niedersachsen:

    “Im Prinzip spielt die ethnische Herkunft keine Rolle. Wir haben in einer Studie untersucht,
    wie hoch die Gewalt- und Kriminalitätsrate von deutschen und türkischstämmigen Jugendlichen ist,
    wenn beide Gruppen in vergleichbaren Verhältnissen aufwachsen, die Realschule besuchen und in
    einem gewaltfreien Elternhaus ohne Armutsrisiko und mit einem ähnlichen Wertesystem erzogen
    werden. Das Ergebnis ist interessant: Zwischen beiden Gruppen gab es keinen statistisch
    signifikanten Unterschied der Gewalthäufigkeit.”

  • querrechercheur said:

    Das ganze Interview mit Pfeiffer aus der erziehung&wissenschaft, der Zeitung der GEW:

    http://www.aba-fachverband.org/fileadmin/user_upload_2008/Jugendgewalt-Interview_Pfeifer_e_w_2008_03.pdf

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