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Brandenburg: Unternehmer zieht Neonazi-Schergen vom Baggersee ab

11. Juli 2008 07:24 4 views Kein Kommentar

Der sächsische Unternehmer Mirko Schüring will laut einem Bericht der Nachrichtenagentur ddp am Wochenende die von ihm angestellten Neonazis vom Baggersee in Zeischa bei Bad Liebenwerda (Landkreis Elbe-Elster) abziehen. Das sagte der Bürgermeister von Bad Liebenwerda, Thomas Richter (CDU), am 10. Juli 2008 den Angaben zufolge. Zuvor hatte er sich mit dem Besitzer der Kiesgrube und dem Betreiber des Kieswerkes getroffen. “Es war ein schwieriges Gespräch”, sagte Richter.

Seit eineinhalb Wochen hatten die von Schüring zum Schutz seines Betriebsgeländes angeheuerten NPD-Wachmänner die Badegäste vom Strand vertrieben. Die Stadt hatte tagelang alles versucht, um den Firmenchef zum Einlenken zu bewegen. Am Donnerstag wurden zusätzliche Verkehrszeichen aufgestellt und Straßen abgesperrt, um das Betriebsgelände besser zu schützen. Anrainer, Badegäste und Angler haben dem Unternehmer zugesichert, ein waches Auge auf das Kieswerk zu richten und Auffälligkeiten sofort zu melden, sagte der Bürgermeister. Als Gegenleistung wolle Schüring den Badebetrieb wieder zulassen.

Mehr als 200 Anwohner betroffen

Von dem Badeverbot sind mehr als 200 Bungalow-Besitzer betroffen, die weiterhin gerne vor der Haustür schwimmen würden und nun einen langen Weg bis zum öffentlichen Waldbad auf der gegenüberliegenden Seeseite in Kauf nehmen müssen. Seit DDR-Zeiten war das Schwimmen in dem Baggersee durchgehend erlaubt. An heißen Sommertagen nutzten mehrere Tausend Menschen die Strände. Schüring hatte die Verträge und die mündlichen Absprachen mit der Stadt, wonach in der Kiesgrube gebadet werden dürfe, vor eineinhalb Wochen gekündigt.

Die Lausitzer Rundschau meinte zu dem Thema:

“Was der Unternehmer Mirko Schüring in Zeischa (Elbe-Elster) veranstaltet, ist unerträglich und hat fatale Wirkung. Schon fast zwei Wochen lang lässt er als Wachschutz das Badeverbot an seinem Kiessee durchsetzen. Er betreibt damit blanke Erpressung: Ordnungsamt, Polizei und Anwohner sollen besser auf sein Betriebsgelände aufpassen, auf dem so viel gestohlen und beschädigt wird. Erst wenn er den Eindruck hat, dass sich etwas bessert, will er das Verbot lockern und die Neonazi-Männer abziehen, die er nach eigenen Angaben in der sächsischen Skinheadszene angeworben hat.

Fahrlässig und egoistisch hat sich der Unternehmer aus der Rolle eines Opfers von Vandalen und Dieben in die Täterrolle begeben: Er macht Rechtsradikale öffentlichkeitswirksam hoffähig, bewirbt sie, bereitet ihnen vor anstehenden Wahlen den Boden. Dabei beschädigt er seinen Ruf als seriöser Geschäftsmann. Aber offenbar hat ihm das von Seiten der Stadt Bad Liebenwerda, zu der Zeischa gehört, noch niemand gesagt. Statt Tacheles mit Schüring zu reden, wird butterweich verhandelt, wird versucht, seine Forderungen zu erfüllen – in der vagen Hoffnung, dass er irgendwann einlenkt. Die Stadt muss endlich konsequent reagieren. Jeder Tag, den sich der dubiose Wachschutz in Zeischa aufhält, ist ein Tag zu viel.”

NPD-BLOG.INFO über Brandenburg.

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