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Heute vor 75 Jahren: Nazis erlassen Gesetz zur “Verhütung Erbkranken Nachwuchses”

14. Juli 2008 10:39 26 views Kein Kommentar

Am 14. Juli 1933 wurde das Gesetz zur Verhütung Erbkranken Nachwuchses erlassen – es war das erste Rassegesetz der Nazis. Auf seiner Grundlage wurden bis 1945 rund 400.000 Menschen, die an einer körperlichen oder geistigen Krankheit litten oder nur im Verdacht standen, daran zu leiden, zwangsweise sterilisiert. Zu Beginn des 2. Weltkrieges ordnete Hitler persönlich an, die Befugnisse bestimmter “Ärzte so zu erweitern, dass nach menschlichem Ermessen unheilbar Kranken bei kritischster Beurteilung ihres Gesundheitszustandes der Gnadentod gewährt werden kann”. Durch die Euthanasie wurden – nach Angaben des Bundes der Euthanasie-Geschädigten – bis zu 300.000 Menschen getötet.

Zwangssterilisierte und Angehörige von “Euthanasie”-Opfern haben noch immer mit dem Vorurteil zu kämpfen, sie selbst oder ihre Familien seien minderwertig gewesen. Erst Ende der 80er Jahre haben sie sich zusammengeschlossen. Seit Mai 2007 gelten die Opfer als rassisch verfolgte Opfergruppe.

Margret Hamm setzt sich auch heute gegen Sterbehilfe ein. Sie ist stellvertretende Vorsitzende und Geschäftsführerin vom “Bund der ‚Euthanasie’-Geschädigten und Zwangssterilisierten e.V.” Das InfoRadio des RBB sprach mit Irina Grabowski. Siehe auch: Podasts beim InfoRadio.

Siehe auch: Hass auf “unwertes Leben” – ein Beispiel aus Baden-Württemberg, Hintergrund: Was bedeutet Rechtsextremismus eigentlich?

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  • Charly said:

    Das von Hitler befohlene Euthanasieprogramm war durch die Gesetzte vom 14.7.1933 zur “Verhütung erbkranken Nachwuchses” und vom 18.10.1935 “Schutz der Erbgesundheit des deutschen Volkes” vorbereitet worden.
    All dies geschah unter strengster Geheimhaltung – der Gebrauch des Ausdrucks Euthanasie war untersagt.
    Im Mai 1939 befahl Hitler seinem Begleitarzt Dr. Karl Brandt, eine Expertengruppe zu bilden, um die Tötung geisteskranker Kinder vorzubereiten.
    Am 18. August 1939 wurden Ärzte und Hebammen durch einen Runderlass des Innenministeriums verpflichtet, alle Fälle von Missbildungen bei Neugeborenen zu melden – also nicht nur Kinder mit geistiger Störung, sondern auch mit körperliche Missbildungen. In den letzten Wochen vor dem Krieg nahm auch das Programm der Erwachsenen-”Euthanasie” Gestalt an.
    Nach Kriegsausbruch, bot der Sieg über Polen die Möglichkeit lokaler Tötungsaktionen gegen Behinderte im Osten. Ausgeführt wurden sie von denselben Einheiten – dem Eimann-Wachsturm, dem Einsatzkommando 16 und dem Selbstschutz -, die sich bei der Ermordung der polnischen Intelligenz und anderer hervortraten.
    Bis Ende 1939 erfolgte die Tötung durch erschiessen.
    Bevor die ersten Gaswagen zum Einsatz kamen, nahm am 13.Dez.39 Himmler an einer solchen Vergasung teil – die Menschen wurden in einem luftdicht verschlossenen Lastwagen getötet, in den man Kohlenmonoxid leitete.
    Besonders zynisch: Die Lastwagen waren mit der Firma “Kaiser’s Kaffeegeschäft” getarnte Gaswagen.
    Literatur:Christopher Browning – Die Entfesselung der “Endlösung” Propyläen Verlag 2003

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