Home » Allgemein, Bayern

Bayern: Untreue- und Vertuschungsvorwürfe im Landtagswahlkampf

15. Juli 2008 01:50 7 views Kein Kommentar

Die Mittelbayerische Zeitung berichtet über einen erneuten Untreueverdacht bei der NPD. Diesmal allerdings eine Nummer kleiner als beim NPD-Bundesschatzmeister Erwin Kemna. Mitten im Landtags-Wahlkampf der NPD mache ein ehemaliger Bezirksvorsitzender Schlagzeilen, der in die Kasse der Partei gegriffen haben soll, so das Blatt. Die Staatsanwaltschaft Regensburg ermittele gegen Stephan G.-T. aus Roding, der beim Parteitag in Schwandorf im März 2007 mit 60,9 Prozent der Stimmen zum Bezirksvorsitzenden der NPD wiedergewählt worden war. Eine Strafanzeige wegen Untreue wurde im Hinblick auf ein anderes, schwerwiegenderes Verfahren gegen ihn (nach Paragraf 154 StGB) eingestellt. Ein interner Revisionsbericht der NPD, der in die Hände der MZ gelangt ist, spricht von „Diebstahl, Betrug und Urkundenfälschung“. Die Rede ist von 4000 Euro Schaden zulasten der Kreisverbände Neumarkt und Cham sowie des Bezirksverbandes Oberpfalz der NPD.

Außerdem soll der Bezirkspartei-Chef auf Flohmärkten “NPD-Sympathisanten-Abzeichen, Verdienstnadeln in Bronze, Silber und Gold sowie Abzeichen der Jungen Nationaldemokraten angeboten und mutmaßlich auch veräußert haben”, so der Landesgeschäftsführer der NPD, Axel Michaelis, an Stephan G.-T.. Schriftlich hatte Michaelis den Oberpfälzer Bezirksparteichef aufgefordert, zu dem zwölf Punkte umfassenden Vorwurfskanon Stellung zu beziehen. Der Rodinger war da schon von seinen Ämtern zurückgetreten und hatte die Partei freiwillig verlassen, berichtet das Blatt weiter.

Ein Regensburger Hartz IV-Empfänger (59) habe die Aufklärung des NPD-Skandals entscheidend befördert. Das NPD-Mitglied Ludwig L. hatte demnach sich bei den Parteioberen gegen die Vertuschung des Falles gewehrt. Der Stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende Sascha Roßmüller, aus Rain bei Straubing, habe ihm am Rande einer Parteiveranstaltung in Postbauer-Heng gezeigt, was die Nationaldemokraten unter innerparteilicher Demokratie verstehen. „Die Führerschaft klärt das!“

Damit gab sich das Regensburger Parteimitglied allerdings nicht zufrieden. Weil er bei der Staatsanwaltschaft Regensburg Anzeige gegen den Rodinger NPD-Bezirksvorsitzenden erstattete, sei Ludwig L. aus der NPD ausgeschlossen worden, heißt es weiter.

Der Wahlkamf der NPD in Bayern steht also weiterhin unter keinem guten Stern. Der Landesverband ist tief zerstritten und beim Wahlprogramm tun sich deutliche Schwächen in der Disziplin Kopfrechnen auf. Auf der Seite der NPD Bayern heißt es: “Anfang des neuen Jahrtausends, als die Grünen aus ökologischen Gründen forderten, daß der Liter Benzin 5 D-Mark kosten müsse, konnte niemand ahnen, wie schnell dies bittere Realität werden würde.”

Alle Beiträge über Bayern.

Kommentieren Sie den Beitrag!

Add your comment below, or trackback from your own site. You can also subscribe to these comments via RSS.

Kein Spam und bitte zum Thema.

You can use these tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

This is a Gravatar-enabled weblog. To get your own globally-recognized-avatar, please register at Gravatar.