Razzien gegen rechtsextreme Geschäftemacher
In den Geschäften des Ragnarök-Internetshops findet sich so maches, was das Neonazi Herz begehrt: Kleidung der Labels “Thor Steinar”, “Hate Hate” und “max H8″ oder der silberne Anhänger mit der Zahl “88″. Der 42-jährige Betreiber Thomas W. aus dem niedersächsischen Seesen und seine fünf Jahre ältere Schwester aus Halberstadt kennen sich offenbar aus im rechten Versteckspiel mit Codes und Symbolen.
Doch möglicherweise haben sie dabei zu offen mit der rechtsextremen Symbolik kokettiert. Denn am 01. Juli 2008 erhielt das Geschwisterpaar Besuch von Beamten der “Koordinierungs- und Ermittlungsgruppe Rechts” (KEG Rechts) des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt. Gemeinsam mit den örtlichen Polizeibehörden durchsuchte die KEG Rechts das Geschäft sowie die Wohnung des 42-Jährigen und zeitgleich die Wohnung seiner Schwester in Halberstadt sowie den dortigen “Ragnarök”-Shop.
Hakenkreuze und SS-Runen gefunden
Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Madgeburg wegen Verbreitens von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen. Die Ermittler wurden fündig und beschlagnahmten umfangreiches Propagandamterial wie Datenträger, verbotene Tonträger, Bilder, Hakenkreuze und SS-Runen. Ein Sprecher des Landeskriminalamtes in Magdeburg sagte, neben anderen Devotionalien seien auch mit Preisschildern versehene Hitlerbüsten gefunden worden.
Kenner der Szene hingegen wundern sich, warum die “erfolgreiche Durchsuchungsaktion” erst jetzt erfolgte. Schon lange sind die rechten Umtriebe von Thomas W. bekannt, der in Seesen neben seinem Geschäft mit rechtem Lifestyle auch ein Tattoo-Studio betreibt. Auch das “Ragnarök” in Halberstadt macht seit seiner Eröffnung vor rund fünf Jahren immer wieder Schlagzeilen. Seitdem ist es nach Angaben der “Jugendantifa Harz” zu einem enormen Anstieg von Übergrifen auf Personen gekommen, die nicht in das rechtsextreme Menschenbild passen. So trafen sich im Oktober 2005 etwa 100 Neonazis vor dem Geschäft und griffen eine antifaschistische Demonstration sowie das soziokulturelle Zentrum “Zora” mit Steinen und Flachen an. Von offizieller Seit hieß es lange Zeit lediglich, die Nazi-Szene in Halberstadt sei durch das Geschäft besser zu überblicken.
Danke an Kai B.!
Siehe auch: Neonazi-Musik – Internationale der Nationalisten als Ziel – bzw. Zielgruppe, Deutsche Stimme (Verlag) – bunte Verpackung für braune Inhalte









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