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Im Bundestag notiert: Asoziale

21. Juli 2008 16:55 4 views Kein Kommentar

Das muss man den Machern des Informationsdienstes des Bundestages lassen: Neben informativen Zusammenfassungen des Geschehens im Parlament können sie auch echte Hingucker als Überschriften texten (siehe oben). Dahinter verbirgt sich die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke. Demnach erhielten 205 Menschen, die von den Nationalsozialisten als “Asoziale” inhaftiert worden waren, im Rahmen des Allgemeinen Kriegsfolgengesetzes einmalige Beihilfen in Höhe von jeweils 2556,46 Euro. Über die genaue Zahl der als “asozial” verhafteten, misshandelten und eventuell ermordeten Menschen lägen aber keine Erkenntnisse vor, so die Regierung. Ein besonderes Mahnmal sei für sie nicht geplant.

Aktion „Arbeitsscheu Reich“

In der Anfrage hies es: “Teil der menschenverachtenden Gesinnungdes Nationalsozialismus war die Abscheu gegenüber den so genannten Asozialen bzw. den synonym so bezeichneten Gemeinschaftsfremden, „Arbeitsverweigerern“ bzw. „Landstreichern“. Gemeint waren damit all jene, deren Verhalten im weitesten Sinne sozial unangepasst war. Das konnten Roma und Sinti sein; Lesben oder Schwule; das konnten Menschen sein, die keiner festen Arbeit nachgingen, keinen festen Wohnsitz hatten; und es konnten auch Zuhälter und säumige Unterhaltspflichtige sein. Gemein war ihnen lediglich, dass sie von Staat und Partei, vor allem aber von lokalen Fürsorgeeinrichtungen als „arbeitsscheu“ angesehen wurden.

Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten richtete sich eine der ersten größeren Aktionen der SA gegen diese „Asozialen“; gemeinsam mit der Polizei durchsuchte sie Nachtasyle, Herbergen, bekannte Treffpunkte von Bettlern und „Landstreichern“, die festgenommen und in Gefängnisse verbracht wurden. Schon 1933 wurden die „Asozialen“ in den entstehenden Konzentrationslagern untergebracht. Ab 1938 wurden im Rahmen der so genannten „vorbeugenden Verbrechensbekämpfung“ die „Asozialen“ zu Tausenden in die Konzentrationslager verschleppt. Vom 21. bis 30. April und 13. bis 18. Juni 1938 fand die Aktion „Arbeitsscheu Reich“ statt, wahrscheinlich zehntausend Obdachlose und andere „Gemeinschaftsfremde“ wurden bei Razzien festgenommen und anschließend in ein KZ gebracht. Als Kennzeichen trugen sie dort ein schwarzes Dreieck.”

Mindestens 11.500 “asoziale” Häftlinge in Sachsenhausen

In der Antwort der Regierung heißt es unter anderem: “Nach Angaben der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten waren im KZ Sachsenhausen mindestens 11 500 Häftlinge als „Asoziale“ oder „Arbeitsscheue“ registriert. Etwa 6 300 Häftlinge wurden im Rahmen der „Aktion Arbeitsscheu Reich“ im Juni 1938 in das KZ Sachsenhausen eingeliefert, darunter etwa 900 Juden und 500 Sinti und Roma. Etwa 2 600 Häftlinge aus der Gruppe der „Asozialen“ kamen dort um. Für das KZ Buchenwald sind laut Auskunft der StiftungGedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora folgende Angaben verfügbar: Nach den Verhaftungswellen der „Aktion Arbeitsscheu Reich“ befanden sich am 1. Juli 1938 4 582 „ASR“-Häftlinge, darunter mehr als 1 200 Juden, im Konzentrationslager Buchenwald. Das waren zu diesem Zeitpunkt 59 Prozent der gesamten Lagerbelegung (7 723).”

Siehe auch: Berlin: Ausstellung “Wohnungslose im Nationalsozialismus”

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  • Campino said:

    Opium fürs Volk – Scheisse für die Massen!

    Wer hat noch Bock auf NPD-Blog?

    Eure Großeltern waren an allem Schuld, PG, damit Ihrs endlich kapiert. Warum spendet Ihr nicht Euren Altachtundsechziger-Reichtum als Sühnezeichen einer Organisation, die den Opfern und deren Hinterbliebenen der Hitlerdiktatur humanitär hilft? Wer kann Euch noch ernst nehmen?

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