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Bayern: Der “Kampf um die Straße” und der “Kampf und die Parlamente”

29. Juli 2008 13:15 9 views Kein Kommentar

Die Süddeutsche Zeitung beschäftigt sich mit der Strategie und dem Auftreten der rechtsextremen NPD in Bayern. Unter anderem geht es auch um die Vorfälle bei der Beerdigung des Altnazis Friedhelm Busse. Zu den Chancen bei der Landtagswahl sagte der Vizepräsident des bayerischen Verfassungsschutzes, Franz Gruber, laut SZ: “Wir gehen nicht davon aus, dass die NPD über ein Prozent der Stimmen kommt. Auch die Zahl der hartgesottenen Unterstützer ist überschaubar. Die NPD sucht ihren Erfolg in der Provokation.”

Die SZ schreibt weiter: “Und das gelingt ihr immer wieder, sei es im oberfränkischen Gräfenberg, wo regelmäßig Hunderte Extremisten aufmarschieren, oder im Internet, wo sie ihre Heldentaten feiern. Die unverhohlenen Sympathiebekundungen am Grab von Friedhelm Busse gehören dazu. Busse war der Chef der 1995 verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP), ein unbelehrbarer Altnazi. “Ein großer Kämpfer für Deutschland wurde zur großen Armee abberufen”, klagte die NPD in einer Erklärung. Sie würdigte ihn als “aufopferungsvollen Kämpfer für Deutschland” und “Symbolfigur der “nationalen Bewegung”.

Diese Figur saß wegen Freiheitsberaubung, Volksverhetzung, Verstoßes gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz, Mitwisserschaft bei einem Banküberfall, Volksverhetzung sowie Unterstützung einer verbotenen Organisation mehrere Jahre hinter Gittern. Zuletzt musste er am 16. April ins Gefängnis, um eine mit Rücksicht auf seine Krebskrankheit ausgesetzte Freiheitsstrafe abzusitzen. Wegen Volksverhetzung und Verunglimpfung des Staates war er zu 28 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Auf Kundgebungen hatte er 2001 erklärt: “Wenn Deutschland judenfrei ist, brauchen wir kein Auschwitz mehr.”

Solche Töne scheut die NPD im Wahlkampf. Sie gibt sich als Biedermann-Partei, als bürgerliche Kraft. Auf dem Land hält sie Infostände und “nationale Stammtische” ab. Es ist ein Versuch schleichender Unterwanderung, während man in den Großstädten geballt und massiv auftritt und auf spektakuläre Aufmärsche setzt.

Siehe auch: Bayern: NPD tritt flächendeckend anBayern: Untreue- und Vertuschungsvorwürfe im Landtagswahlkampf, Opferkult bizarr: Nazis als ethnische Minderheit?, Bayern: Rieger will angeblich “Heß-Gedenkverein” gründenBayern: Rieger und Wulff gehen in Wunsiedel leer aus, Voigt schlägt Hitler-Stellvertreter als Friedensnobelpreisträger vor, Heß-Märsche 2007 in Wunsiedel verboten, Neonazis wollen Heß-Zentrum eröffnen, Neonazis marschieren in Bayern gegen Nürnberger Prozesse, “Neonazis geraten außer Kontrolle”, Dokumentation: Gewalt gegen die “Judenpresse”

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  • GegenStrom said:

    Die NPD deklassiert sich doch immer wieder selber! In ihren Reihen befinden sich doch nur beschränkte Primaten, die sich aufgrund ihres mangelnden Selbstbewusstseins und ihrer fehlenden sozialen Kompetenz ein Netzwerk aus gleichgesinnten Reaktionären suchen müssen, um dann mit beschämender Polemik auf die hohen kulturellen Werte der Demokratie los zu gehen. Als Bewohner der Stadt Unna bin ich vor allem von der zunehmenden rechten Tendenz der hier ansässigen Versicherungsmakler beunruhigt, die nichts besseres zu tun haben, als die Grundlage ihrer Existenz in Frage zu stellen! Die Lebensqualität, die geistige Freiheit und die Chance sich zu allem äußern zu können sind Ergebnisse der rechtsstaatlichen Qualitäten. Scheinbar vergessen die grauen Herren von der unterpriviligierten Partei, dass sie zu anderen Zeiten als Untermenschen vergast worden wären. Selbst bei näherem Hinsehen fehlt diesem Haufen so ziemlich jede Kompetenz, die ihre braune Sippschaft früher eingefordert hat – Intelligenz, ein stattliches Auftreten, Zähe und Schnelligkeit. Es demonstrieren jedesmal die Gleichen bierbäuchigen Proleten, denen wohl sonst jedes Rampenlicht verwehrt bleiben würde.

  • Charly said:

    “Auf Kundgebungen hatte er 2001 erklärt:
    “Wenn Deutschland judenfrei ist,brauchen wir kein Auschwitz mehr.” Busse – dieser Altnazi und Antisemit- ist bei den Neonazis in Unna/ Hamm hoch angesehen. Also die UNNA-Braunen die hier im Blog immer wieder versuchen hinter geschönter Maske ihre hässliche Fratze zu verbergen.
    Hier der Nachruf bei “Altermedia”:

    NPD KV UNNA/Hamm -26.Jul.2008 at 9:33

    …”Wir verabschieden uns von einem Kämpfer, der bereits bei der Gründung unseres Kreisverbandes Mitte der 60er Jahre Pate gestanden hat. Ein tapferer, aufrechter Mann, der sich immer treu geblieben ist.”

    So ehren Neonazis einen alten Nazi der seiner nationalsozialistischen Überzeugung “immer treu geblieben ist” und als “Pate” dafür sorgte, dass dieser Hass – besonders auf Juden – nie enden möge.

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