“Fest der Völker”: NPD sucht offenbar noch nach Veranstaltungsort
Das “Fest der Völker” der rechtsextremen NPD findet laut einem Bericht der Thüringischen Landeszeitung in diesem Jahr tatsächlich nicht in Jena statt. André Kapke von der NPD habe per Fax das dritte “Fest” dieser Art beim Ordnungsamt abgemeldet, wie Ordnungsdezernent Frank Jauch dem Blatt bestätigte. Nun könnten die Mitglieder von Aktionsbündnis und Aktionsnetzwerk sich darauf konzentrieren, das Bürgerbündnis in Altenburg zu unterstützen, schreint die TLZ. In Altenburg habe man dagegen noch gehofft, dass die NPD bewusst die Anmeldungen für Jena und Altenburg parallel bestehen lasse, um am Ende doch in Jena feiern zu wollen.
Doch auch in Altenburg hat die NPD offenbar Probleme, einen geeigneten Ort für ihre Veranstaltung zu finden. “Die NPD wollte ursprünglich auf den Festplatz der Stadt. Der aber ist laut Satzung nicht zur Nutung durch Parteien freigegeben”, sagte Anne-Kristin Ibrügger vom Bürgerbündnis Altenburg. Der Richard-Wagner-Platz sei aus Sicherheitsgründen von der Polizei als Veranstaltungsort abgelehnt worden. Schließlich stand das Gewerbegebiet Poststraße zur Debatte. “Das Gelände wäre das letzte, wo so etwas stattfinden kann”, sagt Anne-Kristin Ibrügger.
Ehemaliges Außenlager des KZ Buchenwald
Die Stadt Altenburg habe ihr Veto bei der Versammlungsbehörde im Landratsamt eingereicht. Historische Gründe sprechen dafür, dass dort kein NPD-Fest stattfinden darf, hieß es. Denn auf dem Gewerbegebiet Poststraße war bis 1945 ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald. Die Häftlinge mussten dort im so genannten Hasag Werk, einem Rüstungsbetrieb, unter Aufsicht der SS Munition herstellen.
“Wir haben jetzt vom Landkreis ein Schreiben vorliegen, in dem die Stadt aufgefordert wird, einen neuen Platz für die NPD-Veranstaltung zu benennen – was wir nicht machen werden”, so Johannes Graffé, der Rechtsdezernent der Stadt Altenburg, gegenüber der TLZ. Denn: Die Stadt sei nicht dafür da, einen Platz für die NPD auszusuchen.
Rund 1000 Besucher erwartet
Die NPD hatte Medienberichten zufolge die Veranstaltung für den 13. September für etwa 1000 Personen in Altenburg angemeldet. Nach Angaben aus Neonazi-Kreisen haben bislang folgende Redner und Bands zugesagt: Adrian Segessenmann (CH), Paulo Peixoto (P), Markus Martig (CH), Asen Krastev (BG); Bands: White Law (GB), Brainwash/Mosphit (D).
Das “Fest der Völker” ist für NPD und andere völkische Organisationen ein extrem wichtiges Treffen, um die internationalen Kontakte zu pflegen und auszubauen. Der innenpolitische Sprecher der Linken im Thüringer Landtag, Roland Hahnemann, bezeichnete die Großveranstaltung als eines der wichtigsten Vernetzungstreffen der europäischen Neonazi-Szene.
Siehe auch: Thüringen: DGB fordert Landesbeauftragten gegen Rechtsextremismus, Thüringen: “Queen Classic Night” statt “Fest der Völker”?









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