Schon wieder Ärger für NPD-Landtagsabgeordneten Gansel
Dem sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Gansel droht laut einem Bericht der Nachrichtenagentur ddp neuer Ärger: Der 34-Jährige setzte nach einer durchzechten Nacht in Leipzig Pfefferspray gegen einen bisher befreundeten Kameraden ein, wie die in Chemnitz erscheinende “Freie Presse” berichtete. Auslöser sei in der Nacht zum Sonntag der Streit um eine Frau gewesen, habe das sächsische Innenministerium bestätigt.
Gansels Opfer musste im Krankenhaus behandelt werden. Damit drohe ihm ein Verfahren wegen Körperverletzung, da Pfefferspray nur der Polizei – sowie Jägern zur Abwehr von Tieren – genehmigt ist. Gegen Gansel laufen zurzeit ein Verfahren wegen Volksverhetzung und der Verteilung jugendgefährdender Schriften.
“Laut gegen Nazis”-Shirt als Grund der Attacke?
Nach Informationen von NPD-BLOG.INFO könnte sich die Sache aber auch anders abgespielt haben. Denn der Mann, der Ziel von Gansels Attacke wurde, soll ein T-Shirt mit der Auschrift “Laut gegen Nazis” getragen haben. Den Angaben zufolge bepöbelte Gansel den Mann daher bereits innerhalb eines Clubs, in dem eine Gothic-Nacht stattfand, sinngemäß mit Sprüchen wie “Du trägst das falsche T-Shirt” (ob der NPD-Landtagsabgeordnete möglicherweise auch den für Rechtsextremisten politisch korrekten Ausdruck “T-Hemd” benutzt hat, ist unbekannt, es handelt sich nur um eine sinngemäße Wiedergabe). Gansel meinte demnach, er solle lieber ein “Laut gegen Links”-Shirt tragen usw.. In den frühen Morgenstunden soll Gansel dann seinem Opfer aufgelauert haben, hieß es von “Laut gegen Nazis”:
Als xxx dann am frühen Morgen aus der Location kam, wurde er von einem offensichtlich rechtsextremen Freund des NPD-Abgeordneten belästigt und abgefangen. Gansel, so nach Angabe von XXX stieß dann dazu und benutzte insgesamt zwei Dosen Pfefferspray und sprühte xxx geradezu damit ein. Dieser wehrte sich nur kurz und stieß einen der Angreifer um. Anlaß für diesen Übergriff war laut xxx in keinem Falle eine Frau. XXX flieh zurück in den Club, wo die Mutter des Betreibers gerade putzte und spülte seine Augen dort aus und wusch das Pfefferspray von seinem Körper ab. Der Clubbetreiber bestätigte uns dies am heutigen Vormittag. XXX hatte Angst den Weg zum Krankenhaus oder Arzt zu gehen, da er davon ausging nochmalig abgefangen zu werden.
Auch Gansel meldete sich jetzt zu Wort. In einer Pressemitteilung stellt er sich als Opfer dar:
“Fakt ist, daß ich am frühen Sonntagmorgen in Leipzig zweimal unprovoziert angegriffen wurde: das erste Mal von dem Ex-Freund einer Bekannten, der weder mein Freund noch ein politischer Kamerad ist. Dieser beschimpfte mich nach einer Diskussion vielmehr als ‚NPD-Schwein’ und attackierte mich vor mehreren Augenzeugen. Nach der ‚Entlarvung’ meiner Person als NPD-Mann griff mich etwas später unter der Parole ‚NPD-Sau’ ein hinzugekommener Linker an. Dieser warf mich zu Boden und fügte mir eine drei Zentimeter große Platzwunde an der linken Augenbraue sowie Schürfwunden an Hand und Knie zu, die im Universitätsklinikum ambulant behandelt wurde. Nicht der Ex-Freund meiner Bekannten mußte im Krankenhaus behandelt werden, sondern ich. Das verschweigt die ‚Freie Presse’ aber ganz bewußt und macht damit aus dem Angriffsopfer den Täter. Vielleicht darf man aber daran erinnern, daß es ein Recht auf Notwehr gibt, das auch für einen NPD-Abgeordneten gilt.”
Gansel verbrachte seine Studienzeit in Hessen, dort hatte unlängst auch der JN- und NPD-Funktionär Mario Matthes Probleme mit dem Gesetz, als er einen Studenten auf dem Uni-Gelände zusammenschlug. Dieses hatte er als eine Art Duell dargestellt, was ihn aber nicht vor einer Bewährungsstrafe bewahrte.
Siehe auch: Sachsen: Erneute Anklage gegen NPD-Abgeordneten Gansel


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