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Presseschau: Rechte Gewalt wird in Sachsen-Anhalt verharmlost

01. September 2008 20:50 19 views Kein Kommentar

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet über den Tod von zwei jungen Männern, die offenbar von Rechtsextremisten getötet wurden. In dem Bericht heißt es:

Zwar nahm die Polizei zwei Rechtsextreme fest, die schon länger als gewalttätig bekannt sind. Ihre Motive für die Taten sind nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft jedoch bislang unbekannt. Wegen ihrer eher zurückhaltenden Informationspolitik zu den Fällen sehen sich die Ermittler nun dem Vorwurf der Verharmlosung rechter Gewalt ausgesetzt.

Das 20-jährige Opfer in Magdeburg erstickt Mitte August an seinem eigenen Blut, nachdem es von seinem Angreifer nach einem Disco-Besuch brutal geschlagen und getreten wird. Als Tatverdächtiger sitzt ein mehrfach vorbestrafter Gleichaltriger in Untersuchungshaft, der laut Staatsanwaltschaft Magdeburg “eindeutig der rechten Szene zuzuordnen” ist. Mehrere Medien wollen mittlerweile herausgefunden haben, dass es zwischen Täter und Opfer zu einem Streit um die Gesinnung des Rechtsextremen gekommen sei, offiziell bestätigt ist das nicht.

Nur wenige Tage später stirbt in Bernburg ein 18-Jähriger an Messerstichen – zugefügt von einem polizeibekannten Gewalttäter, der die Tat kurz darauf gesteht. Erst eine Woche nach der Tat wird durch “Spiegel”-Recherchen bekannt, dass der mutmaßliche Täter auch in diesem Fall ein bekannter Rechtsextremer ist und das Opfer in einem Prozess gegen ihn als Zeuge aussagen sollte.

Zu der Empörung über die Verbrechen kommt inzwischen Verwunderung über die Öffentlichkeitsarbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft. In beiden Fällen werden die Hintergründe zur Gesinnung der Tatverdächtigen zunächst nicht mitgeteilt. Nach dem zweiten Mord in Bernburg habe es gar eine Vereinbarung zwischen der Staatsanwaltschaft Magdeburg und der Polizei gegeben, nur “auf Nachfrage” von Journalisten Details dazu bekanntzugeben, heißt es aus der Pressestelle der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord.

In Hessen überlebte eine 13-Jährige einen Angriff eines bekannten Neonazis knapp. In Sachsen-Anhalt starben nun zwei weitere Menschen offenbar durch rechtsextreme Gewalt. Seit der Wende töteten rechte Schläger weit über 100 Menschen. 

Statistik über Todesopfer rechter Gewalt von 1990 bis 2004. 

Ausstellung Opfer rechter Gewalt.

Siehe auch: Panorama über den brutalen Angriff auf eine 13-Jährige , Rechter Gewalttäter soll 20-Jährigen getötet haben , Rechtsextreme sollen 55-Jährigen in Templin erschlagen haben, Zahlen für das erste Halbjahr 2008: Rechte Schläger verletzen mehr als 450 PersonenBrutalisierung als bundesweiter Trend 

Kein Kommentar »

  • September 2008 « said:

    [...] Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet über den Tod von zwei jungen Männern, die offenbar von Rechtsextremisten getötet wurden. In dem Bericht heißt es: Zwar nahm die Polizei zwei Rechtsextreme fest, die schon länger als gewalttätig bekannt sind. Ihre Motive für die Taten sind nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft jedoch bislang unbekannt. Wegen ihrer eher zurückhaltenden Informationspolitik zu den Fällen sehen sich die Ermittler nun dem Vorwurf der Verharmlosung rechter Gewalt ausgesetzt. weiter… [...]

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