Bayern: NPD-Wahlkämpfer sollen Rep-Landeschef niedergeschlagen haben
Die rechten Republikaner in Bayern erheben wenige Tage vor der Landtagswahl schwere Vorwürfe gegen die neonazistische NPD: Der Landesvorsitzende der Republikaner in Bayern, Johann Gärtner, ist laut einer Mitteilung der Reps von einem NPD-Plakatiertrupp auf seinem eigenen Grundstück in Kissing zu Boden geschlagen und erheblich verletzt worden. Der 58-jährige Politiker, Inhaber eines mittelständischen Familienunternehmens, musste demnach nach der NPD-Attacke ärztlich behandelt werden. Polizei und Staatsschutz ermitteln den Angaben zufolge gegen die flüchtigen Schläger, zwei jüngere Männer mit ostdeutschem Akzent.
Gärtner hatte die NPD-Wahlhelfer nach eigenen Angaben zur Rede gestellt, weil sie auf seinem Grund und Boden NPD-Plakate angebracht hätten. Daraufhin seien die NPD-Männer handgreiflich geworden und schlugen den Republikaner-Landesvorsitzenden mit einer Leiter nieder.
Ganz unwahrscheinlich klingt das nicht. Im Wahlkampf schickt die NPD offenbar fast jeden zur Verfügung stehenden Nazi zum Plakatieren los. In Mecklenburg-Vorpommern war beispielsweise auch ein älterer Mann von einem NPD-Trupp angegriffen worden. Und auch in Bayern und Brandenburg treten aktuell vorbestrafte Neonazis auf den Listen der NPD an.
Während sich also im BR sich das Gründungsmitglied der verbotenen Neonazi-Organisation “Nationaler Block”, Sascha Rossmüller, als verfolgte NPD-Unschuld vom Land präsentieren durfte (gefeiert von Altermedia und Konsorten), zog die konservative ÖDP die richtigen Schlüsse aus diesem Auftritt. Denn wer will schon gemeinsam mit dem Spitzenkandidaten einer Partei auftreten, die außerhalb des Fernsehstudios mit militanten Neonazis kooperiert und offenbar Schlägertruppen losschickt?
Siehe auch: Bayern: NPD irgendwo zwischen null und zwei Prozent, Wahlkampf in Bayern: Betrunkene NPD-Anhänger bepöbeln Passanten, Völkische Familienpolitik: “Freie Nationalisten” unterstützen Abtreibungsgegner, Huber fordert Verantwortung – und verharmlost den Rechtsextremismus, Weiß-brauner Himmel über Bayern

Was darf ich mir unter “ostdeutschem Akzent” vorstellen? Lieber Redakteur: Fahr mal hin und überzeuge dich, dass in den neuen Bundesländern eine große sprachliche Varianz herrscht und dort nicht nur sächsisch gesprochen wird.
Vielleicht hat ein NPD-Schläger sächsisch und der andere thüringisch gesprochen, keine Ahnung. Die Angabe ostdeutsch basiert auf der Aussage des Rep-Chefs. Vielleicht meinte er aber auch schlesisch…
Dass das aus der Pressemitteilung stammt, war schon klar. Nun wissen wir, dass der REP-Funktionär vom Osten Deutschlands sehr wenig weiss – und die Polizei, die diese unsinnige Sprachcharakterisierung ungefragt übernimmt, auch. Mit dieser Charakterisierung werden sich die zwei Täter jedenfalls nicht ermitteln lassen. “Keine Ahnung” hatte leider auch der Redakteur der Torgauer Zeitung, der unkommentiert eine Pressemeldung der NPD im redaktionellen Gewand veröffentlichte. Das habt ihr völlig zu Recht kritisiert. Im Gegenzug stände es euch gut zu Gesicht, unsinnige Äußerungen zu hinterfragen, gegebenenfalls wegzulassen oder zumindest in Anführungszeichen zu setzen.
Lieber Herr Gebauer,
ostdeutscher Dialekt ist aus meiner Sicht ok, so wie auch norddeutscher oder süddeutscher. Diese grobe Klassifizierung schließt nicht aus, dass es da noch sprachliche Unterschiede gibt.
Vergleich zur “Torgauer Zeitung”? Naja, die Brisanz und Relevanz ist vielleicht eine etwas andere.
Gruß
Patrick Gensing
[...] NPD-BLOG.INFO » Bayern: NPD-Wahlkämpfer sollen Rep-Landeschef niedergeschlagen haben. [...]
Hut ab vor Patrick Gensing, dass er dieses Video einbindet und die ÖDP als konservativ bezeichnet. Leider kommt es immer wieder vor, dass Parteien mit Rechtsextremen gleichgesetzt werden. Derartige haltlose Vorwürfe (auf Rückfrage konnte keine Quelle benannt werden, angeblich belastende Passagen in Parteiprogrammen konnten bei Vorlage eines Exemplares nicht gefunden werden) habe ich persönlich vor etwa 10 Jahren erlebt bis hin zur Androhung von körperlicher Gewalt. Traurig, aber wahr!
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