Ex-NPD-Abgeordneter: “Handgranaten gegen Zionisten, Panzerfaust gegen Antifa”
Klaus-Jürgen Menzel war im Jahr 2004 mit der NPD-Fraktion in den sächsischen Landtag eingezogen. Nach zahlreichen Eskapaden musste er schließlich die rechtsextreme Fraktion im Jahr 2007 verlassen, aber nicht etwa, weil er sich wiederholt zum “Föhrrer” bekannte, sondern wegen finanziellen Unregelmäßigkeiten. Bei Geld hört die Kameradschaft bekanntlich auf. Doch Menzel sitzt weiterhin als Parteiloser im Parlament – und im Jahr 2008 kann man in einem deutschen Landesparlament – dank NPD – solche Parolen hören:
Gegen “Zionisten, Freimaurer, Kriegstreiber und andere Psychopaten” würden keine langen Reden mehr helfen, sondern nur noch Handgranaten. Gegen “Rotfront und Antifa” helfe nur die Panzerfaust. Menzel gab das als Parole des “nationalen Widerstands” aus.
Landtagspräsident Erich Iltgen sprach laut Sächsischer Zeitung von “ungeheuerlichen volksverhetzenden Aussagen” und schloss Menzel für zehn Sitzungstage aus. Zugleich bat er die Staatsanwaltschaft, die Äußerungen auf strafrechtliche Relevanz zu überprüfen.
Ausschluss durch die NPD im Sinne des “nO”?
Die NPD distanzierte sich von Menzel, bezeichnete Menzels Parolen als absurd. Mit seiner Rede habe Menzel sich aus den Reihen der nationalen Opposition ausgeschlossen, so die NPD weiter.
Dazu nur zwei Fragen: Kann die NPD in diesem Fall wirklich für die gesamte “nationale Opposition” sprechen? Und: Fallen solche öffentlichen Gewaltphantasien nach NPD-Definition nicht unter die Meinungsfreiheit?
Siehe auch: Sachsen: “Kanonen-Klaus” zu Haftstrafe verurteilt, Sachsen: Erneute Ermittlungen gegen Ex-NPD-Abgeordneten, Sachsen: Menzel sorgt für Eklat, Sachsen: Falschaussage vor Gericht durch damaligen NPD-Abgeordneten, NPD-Schulhof-CD: Erstellt von Adolf Hitler?, Sachsen: Menzel geht von alleine, Sachsen: “Sex, Gewalt, Abenteuer – die NPD”, Sachsen: Ex-NPD-Abgeordneter als Sicherheitsrisiko, Ex-NPD Mann “Kanonen-Klaus” mit Hausverbot, Sachsen: NPD-Abgeordnete suchen Schutz vor “Kanonen-Klaus”, Sachsen: Ermittlungen gegen NPD-Abgeordneten wegen Kinderpornografie, Sachsen: NPD-Fraktion schließt Menzel aus, Neuer Ärger für Hitler-Fan Menzel, Sachsen: Immunität von drei NPDlern aufgehoben, Sachsen: Ermittlungsverfahren gegen NPD-Abgeordneten Menzel, Sachsen: Verdacht wegen Falschaussage, “Fall Menzel”: Kritik an Dresdner Ermittlern









Wie fern der NPD Gewalt tatsächlich liegt, sieht man gerade einen Eintrag tiefer, wo der NPD-Funktionär einen Grünen “an die Wand” stellen wollte. Sicher nicht nur, damit er sich dort schämt. Insofern ist die Distanzierung der NPD hier nur lächerlich.
Und wie steht es mit dem notorischen Aufruf der “nationalen Opposition”: “Antifabanden zerschlagen!” Auch das klingt nicht nach friedlichen “Volksgenossen”. Dass jemand Handgranaten und Panzerfaust einsetzen will, aber gleichzeitig angeblich gegen Kriegstreiber ist, zeigt den Geistzustand, mit dem man es in der NPD zum Abgeordneten bringt.
“Dass jemand Handgranaten und Panzerfaust einsetzen will, aber gleichzeitig angeblich gegen Kriegstreiber ist, zeigt den Geistzustand, mit dem man es in der NPD zum Abgeordneten bringt.”
Lieber WW, aber Sie wissen doch: “Nie wieder Krieg, nach unserem Sieg!” Wie nennt man sowas wohl korrekt: Postbellizistenpazifismus?
Mir kommt das vor wie “Haltet den Dieb”. Diese Woche war im Fernsehen die Bundestagsdebatte zur Verlängerung des Kriegseinsatzes in Afghanistan zu sehen. Dieser Krieg dauert länger, als der zweite Weltkrieg und im gleichen Reichstag hört man wieder das “Sieg-Heil”-Gebrüll und der Ruf zum Kapf bis zum “Endsieg”. Die Vokabeln sind etwas anders gewählt.
Das macht mir schon Angst, vor allem wenn Freibriefe für die Kriegsverbrechen durch deutsche Soldaten ausgestellt werden. sollen. Einerseits werden heute Prozesse gegen 90jährige alte Männer geführt (warum nicht eher?). die als 18jährige an Erschiesungen teilgenommen haben. Die heuitigen Ermordungen von Frauen und Kinder durch deutsche Kriegsverbrecher sind die gleiche Wutreaktion auf die Kämpfe der Partisanen.
Um von diesen Verbrechen der CDU als NSDAP-Nachfolgepartei abzulenken, paßt es doch gut, die Empörung auf andere zu lenken.
@WW
“Antifabanden zerschlagen!” ist also ein Aufruf zur Gewalt?
Ich könnte jetzt massenhaft Antifa-Aufkleber-Texte hier reinstellen, aber ich denke, Sie wissen, WER wirklich Gewalt gegen Andersdenkende ausübt.
gast, die Gewaltaufrufe der NPD sind unwirklich? wissen sie, auch islamistische terroristen rufen zur gewalt auf. daher ist das mit der npd und den nazis sowieso zu vernachlässigen, gelle?
Stimmt Gast – wir wissen wer wirklich zur Gewalt aufruft.
Da wäre z.b. Sascha Söder mit seiner Forderung “Cohn-Bendit an die Wand zu stellen”.
Da wäre auch Christian Worsch mit seiner Aussage “”Also ich spreche mich dafür aus, dass nach der Machtübernahme vier Wochen lang grundsätzlich keine Exekution stattfinden darf.”
da wäre auch noch Reinhold Oberlercher mit “Im Vierten Reich gibt es die Todesstrafe, für schwere Fälle von Hochverrat, von Landesverrat, für Mord immer, zwingend vorgesehen. Das ist nun mal so.”
Mir würde noch Jürgen Rieger einfallen mit seiner Aussage das auch früher oder später Richter, Staatsanwälte, Journalisten am Tage X erledigt werden…
Von sonstigen Sprüchen und Kommentaren auf einer gewissen – hier wohl allen bekannten NS-Seite – möchte ich erst gar nicht sprechen.
Lieber Gast,
ich möchte noch auf einen Aufkleber der Jungen Nationalsozialisten – hoppla – “Jungen Nationaldemokraten” hinweisen: “Schafft national befreite Zonen”. Hat man das jemals anders als mit Gewalt getan? Aber die Vokabel “zerschlagen” ist an sich schon gewalttätig und genau das hatte man im Sinn. Sonst hätte man ja auch “verbieten” schreiben können, was aber nicht so aggressiv und hasserfüllt geklungen hätte.
Sie betreiben übrigens ein gewohntes Argumentationsmuster bei Nazis: Ablenkung von sich, indem man sofort die Aufmerksamekit auf andere lenkt. Funktioniert aber nicht.
Kawa:
Warum man die Greise nicht eher für ihre Kriegsverbrechen angeklagt hat, dürfte ein strukturelles Problem sein. In der Justiz, Polizei, Bürokratie und der gesellschaftlichen Elite (und erst recht in der Bundeswehr) der frühen BRD waren viele, die selbst zumindest Mitläufer oder -täter der Nazis waren und selbst nicht frei von Schuld. Manche hatten einfach Glück, nicht verurteilt zu werden. Auch alte Seilschaften wirkten weiter. Sie hatten also kein Interesse daran, die große Aufklärung zu betreiben, weil es irgendwann auf sie zurückgefallen wäre. Zudem war die BRD mitnichten von Beginn an so demokratisch, wie man es heute gerne behauptet. Die Demokratie konnte sich zu einem Gutteil nur stabilisieren, weil sie mit dem wachsenden Wohlstand einher ging, also in der verbreiteten Meinung so schlecht nicht sein konnte. Demokraten waren aber nicht unbedingt in der Mehrheit und auch der alte Rassismus war nicht fort, wie man an dem Umgang mit den späteren Gastarbeitern sehen konnte. Prozesse gegen alte Kriegsverbrecher hätten mutigen Staatsanwälten damals sicher politisch als auch gesellschaftlich (Meinung: “unsere gute Wehrmacht”) große Pobleme bereitet und die Karriere gekostet. Die Organisationen alter Frontkämpfer und SS-Angehöriger waren zahlenmäßig noch gut besetzt und hatten auch Einfluss.
Ansonsten denke ich, Sie verkennen die Unterschiede zwischen CDU, NSDAP und den damaligen und heutigen Kriegen. Ihre Vergleiche sind historisch unhaltbar und wiet entfernt von sachlicher Kritik.
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