“Zivilcourage” und “Antifa” informieren Wirt: NPD-Veranstaltung musste verschoben werden
Der NPD Kreisverband Unna/Hamm wollte am 17. Januar 2009 eine “Reichsgründungsfeier” in der Methleraner Gaststätte “In der Kaiserau” durchführen. Auf der Veranstaltung sollte nach Angaben der “Antifa UNited” der bekannte Neonazi und NPD-Bundesvorstandsmitglied Jürgen Rieger sprechen. Mitglieder der Antifa und der Bürgerinitiative “Zivilcourage für Kamen” informierten vor der Veranstaltung den Wirt Jürgen W., welcher der NPD umgehend absagte. Die NPD machte sich auf die Suche nach einer Ersatzlokalität – dies scheiterte aber, weil auch die anderen Wirte informiert worden seien, heißt es weiter.
Die NPD Unna/Hamm organisiert demnach jeden Monat unter konspirativen Umständen eine Saalveranstaltung im Kreis Unna. Der NPD-Sprecher Hans Jochen Voss aus Unna mietete den Saal den Angaben zufolge unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Er verschwieg bewusst, dass es sich um eine NPD-Veranstaltung handelt. “Der Gastwirt hat heute ein großartiges Beispiel für zivilcouragiertes Engagement gezeigt. Obwohl er Verluste durch den Ausfall der Veranstaltung befürchten muss, zögerte er nicht der NPD abzusagen”, so Mirko Dürer, Sprecher der Antifa UNited, einem Zusammenschluss antifaschistischer Gruppen im Kreis Unna. Die Antifa geht davon aus, dass dieser finanzielle Verlust durch Veranstaltungen der demokratischen Kräfte ausgeglichen wird.
Voss habe nach der Absage versucht, in Methler und Dortmund-Husen Ersatzräume anzumieten. Dies scheiterte zunächst, weil Antifa-Aktivisten die betroffenen Wirte informierten. Ab 15.00 Uhr bezog Voss mit einigen Getreuen auf dem Gehweg vor der Gaststätte “In der Kaiserau” Stellung. Immer mehr Neonazi-Grüppchen trafen ein, dabei wurden den Angaben zufolge der NPD-Kreistagsabgeordnete für den Märkischen Kreis, Timo Pradel und der Wittener NPD-Stadtrat Dieter Schulze gesichtet. Außerdem reisten NPD- und DVU-Mitglieder aus dem Ruhrgebiet, Ostwestfalen und dem Münsterland an.
Nach Angaben des NPD KV Unna / Hamm konnte dann aber angeblich doch noch ein Raum angemietet werden. In einer Presseerklärung heißt es:
Traditionsgemäß beging der NPD-Kreisverband Unna / Hamm am vergangenen Wochenende den Reichsgründungstag. Der stellv. Vorsitzende der NPD Jürgen Rieger begeisterte seine Zuhörerschaft in einem restlos überfüllten Saal. [...] Der Verband ist eine der wesentlichen Stützen der Partei in Westfalen und versteht es seit Jahren immer wieder die Mitglieder und Sympathisanten von Autonomen und Freien Nationalisten genauso wie DVU und REP und natürlich auch die NPD Mitglieder mit seinen monatlichen Versammlungen zu überzeugen.
Die Antifa UNited hatte schon 2007 eine “Handreichung für Gastwirte” publiziert, in der sie Tipps zum Umgang mit Neonazi-Veranstaltungen gibt.
Siehe auch: Konkurrenz zwischen NPD und DVU, Neonazi-Führer lobt DVU-Chef Faust, Und wöchentlich grüßt der NPD KV Unna / Hamm, Indymedia über Voß und die NPD Unna / Hamm, Die NPD und der Nationalsozialismus: “Niemals ganz nüchtern, aber auch niemals sternhagelvoll”, Innenansichten aus der Neonaziszene: Ein Autonomer Nationalist steigt aus, NRW: Rechtsextremisten machen in den Kommunalparlamenten Kasse, NRW: Noch mehr bürgerliche Konkurrenz für die NPD

[...] Ich komme auf dieses Thema, da ich gerade beim verlassend es Büros auf eine ähnliche Situation traf: Zwei Jugendlich schlugen einen anderen (es ging wohl um sein Handy). Mitten in Bochum im Bermudadreieck, etliche Leute drum herum die verschämt zusahen. An sich ist der Vorteil, dass solche Angreifer keinen Streit sondern ein Opfer suchen. Und es gibt genug Leute die sich in der Opfer Rolle sehr wohl fühlen und ohne Gegenwehr in diese gehen. Ich ging dazwischen und forderte die Leute auf es doch einfach zu lassen. Wie zu erwarten wollten sie nun mich auf zu ihrem opfer machen. Mein Handycap ist zum einen das Massakrierte Knie zum anderen meine Mangelnde Kampfkunst (ich glaube 2005 hatte ich das letzte Training). Ich Griff also zur Waffe der Wahl, schob mich zwischen sie und das Opfer und forderte sie erneut auf es zu lassen (Waffen sind sozusagen das sudo der echten Welt). Diesmal funktionierte es und ohne weiteres. Das Opfer bedankte sich noch bei mir und zog seiner Wege. Es gab immer noch genug Publikum, aber keine Leute die Helfen wollten. Warum eigentlich nicht? Das häufigste Argument ist “Was kann ich denn schon tun?” (findet man in Geschichtsbüchern auch oft zwischen 1933 und 1945). Man kann eine Menge tun, zumindest hingehen und etwas sagen oder die Polizei rufen (auch wenn die in solchen kurzen Fällen meist zu spät kommt). Doch man kann auch nichts tun und sich immer einreden, dass man eh nichts tun kann und dass man zu nichts taugt. Dann ist das Leben einfacher, vielen Dank ihr Opfer.Weiterführende LinksKleine BlogschauHistoriale proudly sponsored by WaffenlobbyUSA vermissen zehntausende Waffen in Afghanistan | News AdhocInformationsagentur.com » USA vermissen zehntausende Waffen in …50 Cent: Blood in the Sand – Waffen, Waffen, Waffen und Zack …NPD-BLOG.INFO » Aufruf zum Wettbewerb “Zivilcourage vereint”NPD-BLOG.INFO » “Zivilcourage” und “Antifa” informieren Wirt: NPD … [...]
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