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NPD-Landesparteitag: Rechtsextremisten verlieren Versteckspiel

15. Februar 2009 22:34 71 mal gelesen Kein Kommentar

Der heruntergekommene Landgasthof “Zum Deutschen Hause” im Seelzer Ortsteil Dedensen hat gewiß schon bessere Zeiten gesehen. Und er hat schon angenehmere Gäste beherbergt als am Nachmittag des 15. Februar 2009: Rund 50 Mitglieder der rechtsextremen NPD waren dort versammelt, um die Liste des niedersächsischen Landesverbandes für die Bundestagswahl zu verabschieden.

Von Stefan Schölermann, NDR Info

Das Landhaus mit dem für die NPD so wohlklingenden Namen und dem dazu passenden schäbigen Ambiente gehört zu den wenigen Herbergen, die trotz aller Warnungen von Behörden sowie Hotel- und Gaststättenverband den Rechtsextremisten immer wieder Unterschlupf gewähren. Im Jahre 2006 fand dort schon einmal ein Landesparteitag der NPD statt. Im Landtagswahlkampf 2008 war das “Landhaus” ebenfalls Anlaufstation für die Rechtsextremisten von der NPD.

Die bewiesen in Seelze einmal mehr, dass sie alles andere als das sind, was sie gerne wären, nämlich eine ganz normale Partei: Der Parteitag fand unter konspirativen Bedingungen statt, selbst führende Mitglieder erfuhren erst einen Tag vor dem Termin Genaues über den Veranstaltungsort. Das Licht der Öffentlichkeit scheuten die Dunkelmänner von der NPD bei diesem wichtigen Termin gleich ganz. Vor den Medien wurde der Tagungsort geheimgehalten.

Molau kann offenbar mit radikalen Neonazis

Die dilettantischen Parteitagsvorbereitungen sorgten aber dafür, dass einige engagierte Journalisten den Rechtsextremisten trotzdem auf die Spur kamen. Einem Fotografen, der sich auf dem Vorplatz der Gaststätte blicken ließ, wurden Prügel angedroht. Hinter verschlossenen Türen machte die rechtsextreme Kaderpartei deutlich, dass auch ihre Führungsfiguren auf den Pfad einer Radikalisierung eingeschwenkt sind. Dafür spricht unter anderem die Kandidatur des 37 Jahre alten Matthias Behrens, der sich als Anführer der als besonders gefährlich geltenden Neonazi-Kameradschaft “Snevern Jungs” hervorgetan hat. Zum Spitzenkanididaten wurde der 38 Jahre alte Andreas Molau aus Groß Denkte bei Braunschweig gewählt, der sich auf dieser Position gegen den langjährigen NPD-Parteivorsitzenden in Niedersachsen, Ulrich Eigenfeld, durchsetzen konnte.

Molau liefert sich seit Monaten einen erbitterten innerparteilichen Kampf mit dem rechtsextremistischen Anwalt Jürgen Rieger aus Hamburg um den Posten des NPD-Bundesvorsitzenden. Listenplatz vier ging an die Endzwanzigerin Ricarda Riefling aus der Region Hildesheim. Sie hatte sich bei Neonazi-Aufmärschen in Bad Nenndorf mehrfach als besonders fanatische Rednerin hervorgetan.

Siehe auch: Rückschlag für NPD-Funktionär Rieger: Heisenhof soll abgerissen werden, Linke befürchtet terroristisches Neonazi-Netzwerk in Südniedersachsen

Kein Kommentar »

  • gast said:

    “Molau liefert sich seit Monaten einen erbitterten innerparteilichen Kampf mit dem rechtsextremistischen Anwalt Jürgen Rieger aus Hamburg um den Posten des NPD-Bundesvorsitzenden.”

    Wenn man keine Ahnung hat…

  • Steve said:

    Immer wieder witzig, dieser Linksjournalismus, der NPD ihre Konspiration vorzuwerfen, die man selbst dringend notwendig macht.
    Die NPD ist sicherlich eine ziemlich seltsame Marke, was sie aber auch zum Gutteil den jede Objektivität vermissen lassenden Medien verdankt. Ergo – das System will die NPD so, wie es sie selbst geschaffen hat.

  • Jägermeister said:

    “Die bewiesen in Seelze einmal mehr, dass sie alles andere als das sind, was sie gerne wären, nämlich eine ganz normale Partei: Der Parteitag fand unter konspirativen Bedingungen statt, selbst führende Mitglieder erfuhren erst einen Tag vor dem Termin Genaues über den Veranstaltungsort. Das Licht der Öffentlichkeit scheuten die Dunkelmänner von der NPD bei diesem wichtigen Termin gleich ganz.”

    Der “Stürmer” (“…die Dunkelmänner von der NPD…”) läßt grüßen.

    Daß der Parteitag unter “konspirativen Bedingungen” stattfand hat im übrigen seinen guten Grund: Würden wir bereits Wochen vorher Zeit wie auch Ort desselben bekannt geben, könnten wir wohl davon ausgehen, daß der Veranstaltungsort am Tag der Veranstaltung von einer Rotte selbsternannter “Antifaschisten” belagert würde, die sich alle Mühe geben würde, die Veranstaltung für jeden einzelnen Teilnehmer vermutlich “so angenehm wie irgendwie möglich” zu gestalten (wenn nicht, wie beim letzten Parteitag, solch ein Druck auf den Inhaber der Lokalität ausgeübt wird, daß uns der Mietvertrag bereits im Vorhinein gekündigt wird und wir abermals gezwungen wären den Parteitag unter freien Himmel abzuhalten…).

    Aber der Stil des Artikels ist bezeichend für die linkslinke Clique der “Öffentlich-Rechtlichen” um Gensing, Sundermeyer, Schölermann & Co. Bei “Endstation Rechts” wahrt man wenigstens ein bisschen mehr Neutralität – und diese Leute werden *nicht* aus Steuergeldern finanziert…

  • Jägermeister said:

    “Bei “Endstation Rechts” wahrt man wenigstens ein bisschen mehr Neutralität – und diese Leute werden *nicht* aus Steuergeldern finanziert…”

    (Allerdings stehen diese Leute ja auch der SPD und nicht dem alternativen “taz”-Mileu nahe…)

  • Andreas Lichte said:

    diesen Kommentar haben Sie schon einmal gepostet.

  • Andreas Lichte said:

    “Molau kann offenbar mit radikalen Neonazis” – aber auch gut mit “bürgerlichen Kreisen”:

    Er war 8 Jahre lang erfolgreich Waldorflehrer in Braunschweig.

    Molau war nicht nur bei seinen Schülern äußerst beliebt: Er wurde vom Kollegium in den siebenköpfigen Verwaltungsrat gewählt und hielt zur Einschulung im Herbst 2003 als Klassenlehrer der sechsten Klasse den Festvortrag für die Schulanfänger, ihre Eltern und Verwandten. Glaubt man der „Braunschweiger Zeitung“, dann wurde Molau an der Schule als „eher linksliberal“ eingestuft, „als Mann der leisen Töne“. Auch an Molaus Betreuung der Jahresarbeit einer Schülerin über Rechtsextremismus hatte man nichts auszusetzen. Molau selbst betont, dass er voll hinter der Waldorfpädagogik und ihrer „Erziehung zur Freiheit“ stehe.

    Und nicht nur das:

    2007 sollte das Buch “Falsche Propheten” erscheinen, eine Zusammenarbeit von Andreas Molau mit Lorenzo Ravagli, Redakteur des Waldorf-Journals “Erziehungskunst – Zeitschrift zur Pädagogik Rudolf Steiners” und einer der “Chef-Ideologen” der Anthroposophie.

    Siehe:

    “Waldorf-Pädagogik – Auf Tuchfühlung mit dem rechten Rand”

    http://www.stern.de/politik/deutschland/:Waldorf-P%E4dagogik-Auf-Tuchf%FChlung-Rand/602719.html

    Siehe:

    “Nachrichten aus der Welt der Anthroposophie”, Artikel:

    “Falsche Propheten – Rudolf Steiners Nachlassgestalter und ihre Demagogie-Koryphäe im kollegialen Dialog mit einem NPD-Funktionär”

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2007/12/falsche-propheten.html

  • Die Erkenntnis said:

    Was soll man von Figuren halten, die Andersdenkende in bester Stasimanier bespitzeln?
    Seriosität jedenfalls nicht! ;-)

    Ist halt nur ein polemischer Aufguß üblicher Unterstellungen und Unwahrheiten.

  • Ingo said:

    Getroffene Hunde bellen.

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