Abmahnung: NPD-Funktionär Molau gekündigter, nicht entlassener Waldorflehrer
Kennen Sie den? Kommt ein Redakteur zum Praktiker und fragt nach Satzfarbe. “Satzfarbe?” “Genau, Satzfarbe. Ein Anwalt hat mir nämlich geschrieben, ich müsse einen Satz streichen.”
Mit diesem äußerst gelungenen Kalauer eröffnet Michael Mentzel seinen Artikel über ein Schreiben, das er von NPD-Funktionär Andreas Molau - über dessen Anwalt – erhalten hat. Mentzel hatte auf der Seite “Themen der Zeit” geschrieben, Molau sei ein “entlassener” Waldorflehrer. Dies weist der NPD-Funktionär per Abmahnung zurück. Molau besteht darauf, ein “gekündigter” Waldorflehrer zu sein.
Bei Wikipedia heißt es dazu:
Die Kündigung ist nach der bisherigen deutschen arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung streng von der Entlassung des Arbeitnehmers zu unterscheiden. Die Kündigungserklärung ist die rechtsgeschäftliche Handlung, die auf die (rechtliche) Beendigung des Arbeitsverhältnisses zielt, mit der Entlassung wird im deutschen Arbeitsrecht lediglich der rein tatsächliche Vorgang des Ausscheidens eines Arbeitnehmers aus dem Betrieb beschrieben. Der Unterschied spielt einerseits bei bestimmten sozialversicherungsrechtlichen Konsequenzen des Ausscheidens (Sperre / Ruhen des Arbeitslosengeldanspruches) eine Rolle; andererseits sind bei Massenentlassungen die Entlassungen zuvor anzuzeigen.
Nach der Entscheidung C-188/04 des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 27. Januar 2005 ([1]) ist dieses Verständnis des Begriffes der Entlassung im Bereich der Massenentlassungsanzeige aber problematisch geworden. Der EuGH versteht nämlich unter dem Begriff der Entlassung wie er auch in der entsprechenden europäischen Massenentlassungsrichtlinie gebraucht wird, den Vorgang des Ausspruchs der Kündigung.
Mentzel schreibt zu dieser unübersichtlichen Sachlage: “Nun bleibt mir eigentlich nur noch übrig, den Unterschied zwischen einer Entlassung und einer Kündigung herauszuarbeiteten und dazu habe ich, ehrlich gesagt, überhaupt keine Lust. Vielleicht gibt es ja auch keinen. Und außerdem: Satzfarbe habe ich auch nicht gefunden. Auch bei Obi nicht. Nun, lassen wir den Satz einfach ungestrichen.”
Buch von Molau und Ravagli
Das erschenit nachvollziehbar. Ob Molau aber wirklich, wie Mentzel weiter schreibt, ”nie ein Waldorflehrer” war – das möchte ich bezweifeln. So weisen Kritiker immer wieder auf die teilweise rassistischen Werke Rudolf Steiners hin. Auch hatte Molau gemeinsam mit dem Anthroposophie-Vordenker Lorenzo Ravagli an einem gemeinsamen Buch gearbeitet, das erst kurz vor der Veröffentlichung zurückgezogen wurde, wie stern.de berichtete. Kritiker warfen Ravagli daher vor, dem Rechtsextremisten Molau ein Forum für seine Thesen gegeben zu haben. Das Projekt sei auch im Vorstand der Schulbundes umstritten gewesen, sagte ein Waldorf-Vertreter. Na dann.
Der Experte Andreas Lichte, der in Sachen Steiner als Gutachter vor der Bundesprüfstelle auftrat, stellte zudem einen Strafantrag gegen den Rudolf Steiner Verlag. Dabei geht es um ein Indizierungsverfahren der “Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien” (BPjM) gegen zwei Bücher Rudolf Steiners wegen rassistischer Aussagen (hier der Antrag als pdf-Dokument zum Nachlesen). Die Bücher wurden nicht indiziert, da der Verlag zugesagt hatte, bald kommentierte Ausgaben zu veröffentlichen, berichtete der Humanistische Pressedienst. Doch nach über einem Jahr sei noch immer nichts geschehen, hieß es im November 2008. Wer etwa das Buch “Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie” über den Buchhandel bestelle, erhalte die bisherige Auflage und zwar ohne einen Beipackzettel. Dabei hatte die Bundesprüfstelle in ihrer Entscheidung vom 6. September 2007 ausdrücklich festgestellt, dass das Werk des Begründers der Waldorfschulen “in Teilen als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen” sei. (Hier die Entscheidung zur Dokumentation)
Molau wollte Landschulheim eröffnen
Der NPD-Multifunktionär Andreas Molau hatte im Juli 2007 angekündigt, ein an der Waldorfpädagogik orientiertes Landschulheim eröffnen zu wollen. Daraufhin wurden die rassistischen Schriften Steiners erneut in der Öffentlichkeit thematisiert. Der Deutsche Lehrerverband forderte von den Waldorfschulen mehr Distanz zum Gründer Rudolf Steiner. Präsident Josef Kraus sagte, das Menschenbild in Steiners Lehre sei problematisch, weil es rassistische Züge beinhalte. In den Niederlanden seien die Schulen darum bereits sehr auf Distanz zum Gründer gegangen.
Siehe auch: Andreas Molau: Wolf im Lambswoolpullover, Die rechtsextreme Bewegung ist nicht auf die NPD zu reduzieren, Waldorfschulen gehen gegen Vereinnahmnung durch die NPD vor, Rassistische und antisemitische Passagen: Steiner-Band zurückgezogen









Bitte die Überschrift überprüfen.
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Vielleicht sollte man auch einmal Molau`s Lobhudeleien für Herrn Rosenberg beleuchten? – Dagegen war doch Steiner ein “Waisenknabe”…
Was Molau anlangt, so ist dies der gleiche SS-Kaffee-Bodensatz wie ein Herr Rieger!
hxxp://www.booklooker.de/B%FCcher/Andreas-Molau+Alfred-Rosenberg/isbn/9783926584274/g
hxxp://www.bublies-verlag.de/
Dieser “Bublies-Verlag” ist auch seltsam… “Völkischer” geht`s dort `nimmer. – Wird aber alles nicht volksverhetzend seien, ist ja kein Hakenkreuz zu sehen. *lol*
Ravagli weist nach eigener Aussage den Anspruch »Anthroposophie-Vordenker« zu sein, von sich. Er weist außerdem darauf hin, dass er nicht »gemeinsam« ein Buch mit Molau geschrieben habe, sondern ein Buch »gegen« ihn. Schließlich frägt er, was für ein Forum er denn Molau durch die Nichtveröffentlichung eines Buches geboten habe.
»Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geist schaffende Rasse«
Über eines sollte man gerade übereifrige Linke im klaren sein: Wenn man sich von allen Persönlichkeiten distanziert, die auch im heutigen Sinne “politische unkorrekte” Äußerungen gemacht haben, dann wird auch kaum noch etwas vom eigenen Erbe übrigbleiben.
Müßte man sich dann nicht von Karl Marx schon allein wegen seiner abschätzigen Äußerungen über die slawischen Völker distanzieren?
Müßte man sich nicht ebenso von einem George Grosz distanzieren, der im amerikanischen Exil mehrere seiner Bilder “Blick ins Negerviertel” nannte?
“»Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geist schaffende Rasse«”
Was für ein Schwachsinn…
Wer glaubt denn so ein grenzdebiles Blabla? Das war ein Scherz oder?
Mit freundlichen Grüßen
Olli
@ O.B.
Scherz? Nein. Das ist ein Steiner-Originalzitat.
Lies dir mal durch, was Rudolf Steiner sonst noch alles in seiner 360 bändigen Gesamtausgabe zum Besten gibt.
Dreihundertsechzig Bände Steiner … und jedes Wort ist dem Anthroposophen heilig. Und das wird in der Waldorfschule vermittelt.
Die “Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien” (BPjM) hat sich gerade mal 2 Bände Steiner vorgenommen, trotzdem einiges, was da in Sachen “Rassenhass” zusammenkommt, siehe oben, klicken bei “(Hier die Entscheidung zur Dokumentation)”
Wenn sich einer nach dem Nazi-General Steiner nennt, seine Fähigkeiten nicht über die Formulierung eines einziges Satzes hinausreichen und dieser obendrein nicht zum Thema passt, lohnt es sich nicht, darauf auch noch einzugehen.
Dieser eine Satz:
»Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geist schaffende Rasse«
ist von Rudolf Steiner.
Fasst seinen Rassenwahn hervorragend zusammen.
»Der Antisemitismus ist ein Hohn auf allen Glauben an die Ideen. Er spricht
vor allem der Idee Hohn, daß die Menschheit höher steht als jede Form
(Stamm, Rasse, Volk), in der sich die Menschheit auslebt.«
Auch dies ist ein Originalzitat Steiners.
@ M. S. SCHILD
schön, dass sich die Rudolf Steiner Sekte jetzt etwas verspätet an der “Diskussion” beteiligt.
Vielleicht können Sie die Bundesbehörde “BPjM” noch nachträglich umstimmen?
Zitat, siehe Artikel oben:
“Dabei hatte die Bundesprüfstelle in ihrer Entscheidung vom 6. September 2007 ausdrücklich festgestellt, dass das Werk des Begründers der Waldorfschulen “in Teilen als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen” sei. (Hier die Entscheidung zur Dokumentation)”
Muss man diese Zitate nicht ins damalige historische Umfeld setzen? Haben nicht breite Kreise, inklusive Kirche ein “weisses” Menschenideal, auch eine Überlegenheit vertreten und damit Kontinente missioniert, dies bis in die 70-er Jahre hinein?
So abscheulich diese Steiner-Zitate mit unserem heutigen Verstaendnis sind, damals waren sie es nicht.
Dass aber diese Publikationen noch heute erhaeltlich sind, ist ein Skandal und gehört richtigerweise angeprangert.
Bedauerlich für alle, welche in den Waldorf-Schulen vor allem auch im Bereiche der Heilpaedagogik hervorragende Arbeit leisten, frei von jeder İdeologie.
“Und der Anthroposoph sagte:
»Außerdem ist das vor dem Hintergrund der 20iger Jahre zu verstehen!«
Ich hab gesagt:
»Ja, genau wie MEIN KAMPF auch.«”
Zitiert aus: “Blauäugig. Na und?”, von Harry Rowohlt auf der Hör-CD “Der Paganini der Abschweifung”. Aber der Reihe nach, der Anfang:
“Wenn hinten, in Hitlers MEIN KAMPF, ein Quellenverzeichnis stünde, müsste da ganz oft Rudolf Steiner erwähnt werden.
[Pause]
Ich hab’ neulich von Rudolf Steiner gelesen, dass Blonde-Blauäugige Brünetten-Braunäugigen intellektuell überlegen sind, weil bei letzteren zuviel Geisteskraft in die Pigmentierung geht.
[Lachen, Pause]
Ist doch schön, wenn man’s mal so erklärt kriegt, dass man’s auch versteht.
[Lachen, Pause]
(…)”
“Blauäugig. Na und?” in voller Länge hier:
http://brightsblog.wordpress.com/2008/11/24/bundesprufstelle-an-der-nase-herumgefuhrt/#comment-28781
“Bedauerlich für alle, welche in den Waldorf-Schulen vor allem auch im Bereiche der Heilpaedagogik hervorragende Arbeit leisten, frei von jeder İdeologie.”
Mir stehen die Haare zu Berge, wenn ich einen solchen Satz lese.
Waldorfeinrichtungen basieren alle auf der kruden Ideologie Steiners, die in der Praxis angewandt schlimmere Auswüchse annehmen kann, als sich die Masse jemals vorstellen würde.
Hier das anschauliche Beispiel der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung “Alte Ziegelei” Rädel:
http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008_07_01_archive.html
Wer sich für weitere fundierte Kritik, gerade in Bezug auf Waldorf-Schulen interessiert, dem empfehle ich meine Blog-Beiträge:
http://blog.ebook-insel.de/category/schule-und-erzeihung/
Unter Anthroposophen gibt es zahlose Ultra-Rechte wie Andreas Molau und Lorenzo Ravagli. Ravagli wird von Dr. Walter Kugler, Leiter des Rudolf Steiner Archivs, politisch gefördert.
Kugler war auch schon mit “judenkritischen” Parolen im TV zu sehen, im Bericht des Lokalsenders Tele Basel vom 28.09.07 zur Anzeige von Samuel Althof gegen den Rudolf Steiner Verlag Dornach (SO).
Es ging um ein Buch von Rudolf Steiner, in dem Steiner folgende Aussage gemacht hatte:
“Das Judentum als solches hat sich aber längst ausgelebt, hat keine Berechtigung innerhalb des modernen Völkerlebens, und dass es sich dennoch erhalten hat, ist ein Fehler der Weltgeschichte, dessen Folgen nicht ausbleiben konnten. Wir meinen hier nicht die Formen der jüdischen Religion alleine, wir meinen vorzüglich den Geist des Judentums, die jüdische Denkweise.”
Im Verlaufe der Sendung wurde auch Dr. Walter Kugler, zu diesem Zitat befragt.
Er antwortete, O-Ton Kugler:
“Erschüttern tut’s mich nicht, ich meine es sind – es handelt sich um Äußerungen, um kritische Äußerungen zum Judentum, aus dem Jahre 1888, wohlgemerkt, und – das muss man ertragen können in einer wissenschaftlichen Ausgabe und das heißt ja nicht, dass jeder Leser identifiziert sich ja nicht so mit Rudolf Steiner, dass er jetzt das alles als Glaubenssätze nimmt, sondern das sind auch Aspekte zum Nachdenken. Außerdem halte ich diese Äußerung auch gar nicht für antisemitisch, sondern sie sind ja, sie sind judenkritisch und das müsste ja eigentlich auch erlaubt sein, sonst dürften wir gar keine Kritik mehr üben. Antisemitisch werden die Dinge erst, wenn dadrin verborgen ist schon eine Überlegenheitsstrategie, die den Anderen diskriminiert.”
Quelle: “Tele Basel: Strafanzeige gegen Rudolf Steiner”
http://www.youtube.com/watch?v=4T-U27×4FRE&feature=related
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