Lesetipps: Pfeiffer-Studie / Ungleiche Brüder / Kommunalwahl NRW
Die taz hat beim Kriminologen Christian Pfeiffer nachgefagt, ob die Ergebnisse seiner Studie überhaupt stimmen können. “Natürlich stimmt das”, so Pfeiffer. Und weiter: “Der Verfassungsschutz, mit dessen Zahlen unsere ja jetzt verglichen werden, hat kein vollständiges Bild.” Wie der Begriff rechte Gruppe definiert sei, erklärt Pfeiffer nicht weiter: “Wir haben gefragt, ob sie aktives Mitglied in einer rechten Gruppe oder Kameradschaft sind.” Die taz hakt nach: “Rechte Gruppe? Haben Sie den Jugendlichen erklärt, dass Sie damit rechtsextreme Gruppen meinen und nicht, wenn ein paar Jugendliche gemeinsam abhängen und alle rechtes Zeug im Kopf haben?” Nein, antwortete Pfeiffer, das brauche “man denen nicht zu erklären. Die Jugendlichen, die Mitglied in einer solchen Gruppe oder Kameradschaft sind, die wissen das. Kameradschaft ist der Fachterminus.” Die Kategorie sei nicht ungenau. Siehe auch: Jeder 20. Neuntklässler in einer Kameradschaft?
“Ungleiche Brüder”
Weil die NPD der Tradition des Nationalsozialismus verhaftet ist, fällt ihre Integration in eine geeinte europäische Rechte schwer. Dass die Rechten zerstritten sind, heißt jedoch noch nicht, dass sie auch politisch erfolglos bleiben müssen, meint Volker Weiss in der Jungle World. Siehe auch: Publikation: Europa im Visier der Rechtsextremen
“Kommunalwahl NRW”
Die Ausgabe #34 der Lotta – der antifaschistischen Zeitung aus NRW – beschäftigt sich mit der extremen Rechten vor der Kommunalwahl. Dabei geht es um den Antritt des Neonazis Axel Reitz für die NPD sowie die darbende DVU, die Reps im Sinkflug sowie die Pro-Parteien. Zudem gibt es ein Interview mit Noah Sow sowie Hintergrundinformationen zu dem Neonazi Constant Kusters, der des Öfteren bei Nazi-Veranstaltungen als Redner auftritt. International wird ein Blick nach Dänemark geworfen: “Rechtsruck gegen Nazis”. Die Lotta kann hier bestellt werden. Online sind leider keine aktuellen Artikel zu lesen. Siehe auch: Lesetipps für die Festtage (Nachtrag)









Der Verfassungsschutz hält die Zahlen ebenfalls für plausibel, und wird die Studie auswerten.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,614318,00.html
(Auf der Seite kann auch die ganze Studie als PDF heruntergeladen werden)
[...] etwas über 500 Schülerinnen und Schüler, davon ca. 40% mit Migrationshintergrund. Die aktuelle Pfeiffer-Studie gibt relativ genau das wieder, was ich seit Jahren beobachten [...]
[...] Davon aber hört man nichts in den Artikeln, Gesellschaftskritik ist nicht en vogue gerade. Obwohl nur ein gesellschaftliches Modell klar machen könnte, warum mehr und mehr Jugendliche aus der demokratischen Mitte, aus der Bürgerlichkeit und – wie es Pfeiffer behauptet – auch nach Rechts abdriften. [...]
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