NPD will Privatadressen von Journalisten – keine Bilder vom Sonderparteitag
Viele Pressefotografen und Kamerateams werden nicht vom Sonderparteitag der rechtsextremen NPD in Berlin berichten. Grund für die Entscheidung ist, dass Journalisten beim Einlass zum NPD-Parteitag zusätzlich zum allgemein anerkannten Presseausweis auch die Personalausweise mit den Privatadressen vorlegen sollten. Dies geht wie berichtet auf einen Beschluss des Parteivorstands zurück.
Der Deutsche Journalisten-Verband hatte bereits davor gewarnt, bei der Anmeldung Personalausweis oder Reisepass zu zeigen. Ein Kamerateam der ARD wurde im Vorfeld bereits nicht zugelassen. Auch die Deutsche Presse-Agentur dpa verzichtet nach eigenen Angaben auf eine Fotoberichterstattung vom Parteitag. Bilder von den begleitenden Demonstrationen sind dagegen geplant.
Siehe auch: Voigts Vorstandsliste: NPD auf Radikalisierungskurs, Dokumentation: Anträge zum NPD-Sonderparteitag, Dokumentation: Tagesordnung des NPD-Sonderparteitags, Kommentar: Abschreckung als Strategie, NPD-Parteitag: Rechtsextreme Partei spioniert Privatadressen von Journalisten aus









“Wer weiß wofür das gut ist…”
Ein häufiger Ausspruch in solchen Situationen, aber ich frage mich tatsächlich, ob das nicht vielleicht auch sein Gutes hat. Warten wir mal ab, ob sich dieses “verstecken” vor der Öffentlichkeit für die NPD am Ende wirklich auszahlen wird…
Hallo Herr Gensing,
ich habe mal eine Frage zum Thema Presseausweis:
Mein Bruder hatte als Student mal für ein Anzeigenblatt gejobbt und dazu auch einen Presseausweis erhalten. Er meint, das auf dem Presseausweis explizit vermerkt sei, dass dieser nur in Verbindung mit dem Personalausweis gültig wäre. Ist das tatsächlich so?
Wenn ja, dann könnte man der NPD sicherlich eine gewisse Kleinlichkeit vorwerfen, rechtswidrig wäre ihre Vorgehensweise in diesem Fall aber wohl nicht?
Hallo “Frank”.
1. Wir haben da auch mal zwei Fragen: Von welchem Verband hat Ihr Bruder denn den Presseausweis erhalten? Wie hieß das Anzeigenblatt?
2. Sonst einfach mal Dr. Google fragen, beispielsweise hier:
http://www.presseausweis.org/
Er steckt in den Taschen zehntausender professioneller Journalisten – und nur in deren Taschen: der Presseausweis. Ob Sie als Journalist frei recherchieren wollen und dafür Zugang zu Veranstaltungen, gesperrten Geländen oder Informationen benötigen oder ob Sie als Veranstalter oder Institution sicher sein wollen, dass Sie es tatsächlich mit professionellen Journalisten zu tun haben: Der Presseausweis hilft Ihnen weiter.
Er hat sich bewährt. Seit langem dient er als Nachweis professioneller journalistischer Tätigkeit. Ohne ihn würden die Arbeit von Journalisten, würde Recherchieren und Fotografieren deutlich erschwert. Ohne ihn würde aber auch die Arbeit mit Journalisten komplizierter. Denn ohne ihn müssten Behörden oder Veranstalter bei jeder einzelnen Akkreditierung, bei jeder einzelnen Auskunft erst prüfen, ob sie es wirklich mit einem professionellen Journalisten zu tun haben. Die Prüfung kann entfallen, denn der Presseausweis belegt, dass der Inhaber tatsächlich Journalist ist.
Der Presseausweis wird ausschließlich von den sechs Medienverbänden Deutscher Journalisten-Verband (DJV), Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju in ver.di), Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Freelens und Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) ausgestellt – und zwar nur an hauptberuflich tätige Journalistinnen und Journalisten. Genau deshalb ist er anerkannt, anerkannt bei Behörden, in den Reihen der Polizei und bei vielen Unternehmen.
3. Von “rechtswidrig” war nicht die Rede. Aber was will die Partei denn mit den Privatadressen? Die Journalisten sind ja nicht privat da, gell?
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