Wahl zum Bundespräsidenten: NPD und DVU schicken Rennicke ins Rennen
NPD und DVU haben den “nationalen Barden” Frank Rennicke als Kandidaten für die Wahl des Bundespräsidenten nominiert. Damit werde “ein junger und im gesamten nationalen Lager akzeptierter Mann ins Rennen geschickt”. Der wiedergewählte NPD-Chef Udo Voigt betonte, dass “die Kandidatur auch ein klares Zeichen gegen den Volksverhetzungs-Paragraohen 130″ sei.
Die NPD geriert sich gerne als angebliche Vorkämpferin für die Meinungsfreiheit (gemeint sind aber Hetze sowie Beleidigungen), schränkt aber gleichzeitig selbst wo sie kann die Pressefreiheit ein.
Lange Kandidatenkür
Die NPD wollte eigentlich Bernd Rabehl als Kandidaten präsentieren. Der sprang aber kurz vor der Nominierung ab. Zuvor war Gerhard Frey als möglicher Kandidat gehandelt worden. Ein NPD-Kreisverband wollte Horst Mahler ins Rennen schicken.
Rennicke als “Experte” im sächsischen Landtag
Rennicke war zuletzt im sächsischen Landtag als Sachverständiger im Auftrag der NPD aufgetreten. Am 26. Februar setzte der Ausschuss für Wissenschaft, Hochschule, Kultur und Medien eine Anhörung zum Thema „Jugendmusikförderung in Sachsen“ an. Bei dieser von der Linkspartei initiierten öffentlichen Anhörung stand die Frage im Mittelpunkt, wie der rechtsextremen Vereinnahmung in der Jugendmusiklandschaft begegnet werden kann. Eingeladen waren Experten wie Sebastian Schwerk von der Scheuneakademie, Bernd Schweinar von der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Musikinitiativen e.V. und Holger Maack von der Deutschen Rockmusik Stiftung. Auf Einladung des NPD-Ausschussmitglieds Jürgen Gansel gehörte auch Rennicke, der auch NPD-Mitglied ist, dieser Expertenliste an.
Rennicke beschrieb sich selbst als völkische Variante des chilenischen Widerstandskämpfers und Liedermachers Viktor Jara. In diesem Selbstbild, gepaart mit Zynismus, Geschichtsverdrehung und maßloser Eigenliebe, produzierte sich Rennicke im Plenarsaal des Sächsischen Landtags selbst, palaverte unter anderem von Verfassungsschmutz, Skinheadkult und solidarisierte sich mit dem ehemaligen Landser, jetzt Lunikoff-Sänger, Michael Regener. Seine angekündigte Darstellung der Jugendmusik zwischen Kommerzialisierung einerseits und der Verfemung nationaler Musikstile und -inhalte andererseits leistete der “Experte” Rennicke zu keiner Zeit, selbst die aufgeregte Nachfrage von Gansel half da nicht weiter.
Siehe auch: Wahl zum Bundespräsidenten: NPD-Kreisverband schlägt Horst Mahler als Kandidat vor, Biografie von Horst Mahler – eine mindestens doppelte Wandlung, Fast NPD-Kandidat Rabehl und die Bundespräsidentenwahl: Ein Rückzug und seine Gründe
Zu Frank Rennicke: Sächsischer Landtag: Frank Rennicke als „Experte“ für Jugendmusik, Nazi-Barde hat das Gefühl, in einem Konzentrationslager zu leben.









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Analyse zum “nationalen Barden”
http://www2.hu-berlin.de/fpm//popscrip/themen/pst05/pst05070.htm#v33
Kostprobe:
“Im Zusammenhang mit der Kassette «Sehnsucht nach Deutschland» weist die Bundesprüfstelle ausdrücklich darauf hin, daß «in den Texten Gewaltanwendung als Mittel zur Wiederherstellung des Reiches propagiert» wird.”
So qualifiziert man sich offensichtlich nach Meinung der NPD.
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