NPD und Waldorfschule: Über eine Zusammenarbeit, die nicht publik werden durfte II

NPD-BLOG.INFO hatte am 08. März 2009 einen Gastbeitrag von Andreas Lichte veröffentlicht. Darin ging es um die Arbeit des rechtsextremen Funktionärs Andreas Molau als Waldorflehrer sowie dessen Buchprojekt mit Lorenzo Ravagli, einem Vordenker der Waldorf-Pädagogik. Dieses Projekt hatte Ravagli kurz vor der Buchveröffentlichung im Jahr 2007 gestoppt  – und es ist dem Anthroposophen offenbar noch immer unangenehm. So ging Ravagli wegen des Beitrags auf NPD-BLOG.INFO rechtlich gegen Andreas Molau vor, weil er in dem Interview Sätze aus dem Buch zitiert hatte. Und auch Autor Andreas Lichte sowie NPD-BLOG.INFO erhielten Post von Ravaglis Anwälten. Daher steht der Artikel “Über eine Zusammenarbeit, die nicht publik werden durfte” jetzt nur noch ohne die Zitate aus dem nicht veröffentlichten Buch von  Andreas Molau sowie dem Anthroposophen Lorenzo Ravagli zur Verfügung. Hier der Artikel, die Zitate sind durch ein XXX gekennzeichnet:

Andreas Molau, NPD-Spitzenkandidatat für die Niedersächsische Landtagswahl 2008, hat im Sommer 2007 für Schlagzeilen gesorgt, als er die Gründung eines Waldorflandschulheims auf dem Gut “Johannesberg” in Rauen ankündigte. Der Bund der Freien Waldorfschulen reagierte mit rechtlichen Schritten, untersagte der NPD den Gebrauch der Namen “Waldorf” und “Rudolf Steiner”, die im pädagogischen Zusammenhang namensrechtlich umfassend geschützt seien. Man werde mit Sicherheit keiner Einrichtung das Namensrecht erteilen, die in irgendeiner Form mit rechtsradikalem Gedankengut assoziiert sei, weil das der Waldorfpädagogik fundamental widerspreche.

Von Andreas Lichte für NPD-BLOG.INFO

Sieht man nur den Imageschaden, den eine “NPD-Waldorfschule” anrichten könnte, ist diese Reaktion der Waldorf-Verantwortlichen mehr als verständlich. Betrachtet man jedoch die Fakten, löst die vehemente Distanzierung Überraschung aus, ist Molau doch ein Ziehkind der Waldorfpädagogik: Von 1996 bis 2004 war Molau Lehrer an der Freien Waldorfschule Braunschweig, unterrichtete dort Deutsch, Geschichte und Politik. Unmittelbar nach seiner Einstellung übernahm Molau als Klassenlehrer – “dem Allerheiligsten der Waldorfpädagogik” – eine erste Klasse und betreute diese mit dem Lob der Schule bis zum Ende der sechsten Klasse.

Molau war nicht nur bei seinen Schülern äußerst beliebt: Er wurde vom Kollegium in den siebenköpfigen Verwaltungsrat gewählt und hielt zur Einschulung im Herbst 2003 als Klassenlehrer der sechsten Klasse den Festvortrag für die Schulanfänger, ihre Eltern und Verwandten. Glaubt man der „Braunschweiger Zeitung“, dann wurde Molau an der Schule als “eher linksliberal” eingestuft, “als Mann der leisen Töne”. Auch an Molaus Betreuung der Jahresarbeit einer Schülerin über Rechtsextremismus hatte man nichts auszusetzen. Molau selbst betont, dass er voll hinter der Waldorfpädagogik und ihrer “Erziehung zur Freiheit” stehe.

Mitarbeit bei rechtsradikalen und rechtsextremen Blättern

Trotz dieser rundum positiven Einschätzung wurde Molau 2004 fristlos gekündigt. Was war geschehen? In den Herbstferien hatte Molau der Schule mitgeteilt, dass er künftig die sächsische NPD-Landtagsfraktion als wissenschaftlicher Mitarbeiter in schulpolitischen Fragen beraten und außerdem für die “Deutsche Stimme” – die Parteizeitung der NPD – arbeiten wolle. Molaus Zusammenarbeit mit der “Neuen Rechten” war aber keinesfalls neu: Während seines Germanistik- und Geschichtsstudiums an der Universität Göttingen wurde er 1989 Mitglied der Organisation „Deutsche Hochschulgilde Trutzburg-Jena zu Göttingen“, bei der er das Referat für Erziehung und Bildung übernahm. Vor seiner Tätigkeit als Waldorflehrer arbeitete Molau als Autor und Publizist für verschiedene neurechte oder nationalistische Medien (”Junge Freiheit”, “Criticon“, “Nation und Europa”, “Deutsche Geschichte”).

Das “Vergehen” Molaus bestand also darin, dass er sich nun offen zur NPD bekannte. Michael Kropp, Geschäftsführer der Braunschweiger Waldorfschule, verkündete prompt: “Diese politische Einstellung und das Konzept der Waldorfschule passen nicht zusammen.” Deutliche Worte, die umso mehr Fragen aufwerfen:

* Sollte Molaus “politische Einstellung” tatsächlich acht Jahre lang völlig unbekannt geblieben sein?
* War es nicht eher so, dass einzig und allein das Etikett NPD auf der “kindgerechten Alternativschule” dem guten Ruf schadete? Dass man die von Molau vertretenden (Unterrichts-) Inhalte aber für gut und richtig befunden hatte?
* Und warum entstand noch im Jahre 2007 aus einem persönlichen Briefwechsel zwischen Molau und Lorenzo Ravagli das gemeinsame Buch: “Falsche Propheten”?

Ravagli ist Redakteur der “Erziehungskunst – Zeitschrift zur Pädagogik Rudolf Steiners”, herausgegeben vom Bund der Freien Waldorfschulen, und “Chefideologe” der Anthroposophie. Zu Ravaglis zahlreichen Publikation zählen auch Verteidigungsschriften Steiners gegen den mittlerweile von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) bestätigten Vorwurf des Rassismus. Ravagli argumentiert bevorzugt mit der “Wissenschaftlichkeit” des Rassebegriffs: was Wissenschaft ist, kann man Steiner auch nicht vorwerfen – was die BPjM allerdings anders sah.

Der Klappentext von “Falsche Propheten” fragt: “Ist die Anthroposophie braun oder gar schwärzlich angehaucht? Gibt es einen Weg von Steiners politischem Denken oder von seiner Geschichtsphilosophie zur Neuen Rechten?”

Leider durfte die Öffentlichkeit die Antwort nicht mehr erfahren: Kurz vor der geplanten Präsentation des Buches auf der Frankfurter Buchmesse erhielt Molau vom Johannes-Mayer-Verlag per Einschreiben die Mitteilung, dass Ravagli seinen Beitrag zurückgezogen habe, das Buch also nicht erscheinen werde. Es stellt sich die Frage: Warum? Andreas Lichte befragte dazu einen der Autoren, Andreas Molau.

Lichte: Herr Molau, sind Sie Waldorflehrer oder NPD-Spitzenpolitiker?

Molau: Beides! Ich denke, Sie spielen auf die Presseerklärung des Bundes der Freien Waldorfschulen an, nach der es einen fundamentalen Widerspruch zwischen Waldorfpädagogik und NPD gäbe. Es gibt ihn aber nicht!

Lichte: Bis zu Ihrer Enttarnung arbeiteten Sie 8 Jahre lang an der Freien Waldorfschule Braunschweig?

Molau: Welche „Enttarnung“? Ich habe mich nie versteckt. Als Lehrer habe ich dasselbe gesagt und getan, wie vorher auch.

Lichte: Und vorher waren Sie als Autor und Publizist der Nationalen Medien tätig?

Molau: Ja, richtig. Unter anderem habe ich meine Examensarbeit über Alfred Rosenberg als Buch veröffentlicht. Was mich wohl als Experte auswies. Nach der Walser-Rede in der Frankfurter Paulskirche [Anm.: anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels am 11. Oktober 1998] bat mich das Schulkollegium: „Andreas, du kennst dich doch in politischen Fragen so gut aus, kannst du nicht Oberstufenseminare zur ‘falschen Vergangenheitsbewältigung in Deutschland’ durchführen?“ Was ich dann ja auch tat.

Lichte: Auf der Frankfurter Buchmesse sollte Ihr Buch „Falsche Propheten” vorgestellt werden. Co-Autor Lorenzo Ravagli, “Chefideologe” der Anthroposophie und Waldorfpädagogik.

Molau: Dazu kam es leider nicht. Herr Ravagli machte in letzter Sekunde einen Rückzieher, er hatte wohl kalte Füße bekommen.

Lichte: Was ja auch nicht weiter verwundert, siehe die offizielle Position der Unvereinbarkeit von Waldorfpädagogik und NPD.

Molau: Das könnte ein Grund gewesen sein. Ein anderer: Die Radikalität von Ravaglis Aussagen, die er dann doch nicht veröffentlicht sehen wollte.

Lichte: Was meinen Sie mit „Radikalität“?

Molau: Beispielsweise Ravaglis Geringschätzung der Bundesrepublik. [Molau nimmt die Druckvorlage des Buches zur Hand] Ich zitiere: „XXX.“ Vollends ahistorisch, ja geradezu paranoid, erscheint mir Ravaglis Begründung für das vermeintliche Versagen der Deutschen Nation, Zitat Ravagli: „XXX.“

Lichte: Interessant. Was war denn das für ein XXX, der verraten wurde?

Molau: Laut Ravagli bestand die Mission des deutschen Volkes darin, „XXX“. Das ist in etwa Steiners Version von „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.“

Lichte: Die Sie teilen?

Molau: Ich teile Steiners Auffassung, dass auf dieser Welt nicht alles wirtschaftlichen Interessen untergeordnet werden sollte, Opfer der Gewinn-Maximierung, des shareholder-value und der Globalisierung werden sollte. Nationale Politik setzt sich für eine basisdemokratische Gesellschaft ein, gegen den übermächtigen Einfluss multi-nationaler Konzerne, gegen Lobbyismus.

Lichte: Und die Arbeit an diesen nicht eben kleinen Herausforderungen ist die besondere Mission der Deutschen?

Molau: Auch Deutschland trägt Verantwortung. Wie der Rest der Welt. Ich trete für Ethnopluralismus ein, der Respekt für das andere, den anderen voraussetzt. Auch für andere Völker und Rassen. Hier gab es grundsätzliche Differenzen zwischen mir und Herrn Ravagli. Ich deutete die weltweite Emigration als Folge der wirtschaftlichen Ausbeutung und zitierte Kémi Séba, Chef der schwarzen Tribu Ka in Paris: Man sei nicht in Frankreich wegen des Eiffelturms oder der schönen Felder, sondern weil die Weißen ihnen die Lebensräume zerstört haben. Worauf mir Ravagli antwortete, Zitat: „XXX.“ Was meint Herr Ravagli? Dass DER Afrikaner korrupt ist, seine Misere selbst verschuldet hat … und gerne auf Vergnügungsreise geht?

Lichte: Herr Ravagli hat sich sicher deutlich von Ihrer Auffassung der Bedeutung von Volk und „Rasse“ distanziert?

Molau: Ja und Nein. Ravagli läßt nur für die „Rasse“ die Ebene der Biologie gelten. Für das Volk bevorzugt er den Begriff des Karma. Laut Ravagli kann man sich, Zitat, „XXX.“

Lichte: „XXX“? Das ist mir zu hoch. Können Sie mir das bitte erklären?

Molau: Das möchte ich doch lieber Herrn Ravagli überlassen. Ich möchte Ihnen nur grundsätzlich sagen, dass ich ein großes Problem mit dem Begriff des „Karma“ habe: Ist es beispielsweise auch „XXX“, selbstgewähltes Schicksal, wenn man in einem Dritte-Welt-Land zur Welt kommt, Lebenserwartung drei Tage? Der anthroposophische Hinweis auf das nächste Leben hilft dem Kind da sicher wenig …

Lichte: Das klingt nicht eben nach „kindgerechter Pädagogik“, sondern eher nach übler Menschenverachtung … und trotzdem wollen Sie eine Waldorfschule eröffnen?

Molau: Mir geht es um Steiners pädagogische Prinzipien, nicht um anthroposophische Dogmatik. Steiner ist für mich kein Säulenheiliger. Ich wähle aus, was ich für sinnvoll erachte. An meiner Waldorfschule würde tatsächlich das Musisch-Künstlerische im Vordergrund stehen: Ich beabsichtige nicht, eine verkappte Staatsschule mit anthroposophisch weltanschaulicher Prägung zu eröffnen.

Lichte: Sondern mit Nationaler Prägung?

Molau: Wenn Sie mir aufmerksam zugehört haben, sollten Sie verstanden haben, dass Ihre Kinder im Zweifel an meiner Waldorfschule besser aufgehoben wären, als an einer des anthroposophischen Waldorf-Kartells.

Lichte: Herr Molau, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Nachtrag: Ravagli war auf Anfrage einer an dem Fall interessierten Redaktion offenbar nicht bereit, “entlastende Textauszüge” des Buches zur Verfügung zu stellen, aus denen eindeutig hervorgegangen wäre, dass er sich deutlich distanziert, eine unmissverständliche Gegenposition zu Molau einnimmt.

Warum nicht? Später lag der erwähnten Redaktion das Original-Skript des Buches vor, und es bleibt festzustellen: Ravagli konnte gar nichts erwidern. Er deutet historische Vorgänge aus anthroposophischer, nebulös esoterischer Sicht, und hat Molaus konkreter politischer Position nichts Substantielles entgegenzusetzen. So ist für Ravagli der Ausbruch des ersten und zweiten Weltkrieges darauf zurückzuführen, dass „XXX“ – „XXX“, die „XXX“ – die Herrschaft übernahmen. Statt wie eigentlich vorgesehen der Erzengel Michael als „XXX“, als „XXX“. So konnte das „XXX“ keine Wirksamkeit entfalten … Dieser „XXX“ ist für Ravagli auch die eigentliche Ursache des Nationalsozialismus, wozu er ein anthroposophisches Raunen hören läßt: „XXX.“ Aha.

Auch Molau hat dafür nur noch Spott übrig, sagt in seinem letzten Brief an Ravagli: “(…) wenn ich Ihren Menschheitsvisionen nachlausche. Die klingen visionär und haben doch aber wenig Bodenhaftung. (…) Und von Ihnen bekommen die Menschen esoterische Weisheiten, die nicht dem Stand unserer Geistes- und Seelenentwicklung entsprechen”

Zum Autor: Andreas Lichte ist ausgebildeter Waldorflehrer und Grafiker, lebt in Berlin. Er ist Autor kritischer Artikel zur Waldorfpädagogik und Anthroposophie. Zuletzt erstellte er für die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) ein Gutachten zur Indizierung zweier Werke Rudolf Steiners, die fortan nur noch in kommentierter Form erscheinen dürfen.

Siehe auch: NPD-Funktionär Molau wird DVU-Bundespressesprecher, Abmahnung: NPD-Funktionär Molau gekündigter, nicht entlassener Waldorflehrer, Andreas Molau: Wolf im Lambswoolpullover, Die rechtsextreme Bewegung ist nicht auf die NPD zu reduzieren, Waldorfschulen gehen gegen Vereinnahmnung durch die NPD vor, Rassistische und antisemitische Passagen: Steiner-Band zurückgezogen

20 Comments

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  1. […] Ravagli glaubte offenbar, in dieser Publikation zu zeigen, dass Steiners Anthroposophie nichts mit den Vorstellungen völkischer Gruppierungen zu tun hat. Eine Unterstellung, die nicht nur schlicht falsch ist ( vgl. die Philosophie der UN-Freiheit ), sondern deren Umsetzung Ravagli offenbar auch selbst nicht überzeugte. So konnte er zwar nicht verhindern, dass Zitate aus seinem Buch an die Öffentlichkeit gelangten ( nämlich bei der AAG “altem Ego” NWA ), bemüht sich aber nach Kräften, mit allen mobilisierbaren juristischen Mitteln und Instanzen und unter Berufung auf alle möglichen Rechte, das weitestgehend zu unterbinden (NPD-Blog). […]

  2. Bastian

    Wie der ultra-rechte Lorenzo Ravagli Kritiker der Anthroposophie als “Marxisten” darstellt:

    http://www.ruhrbarone.de/kampf-bis-zur-erleuchtung/

    “Kampf bis zur Erleuchtung – Lorenzo Ravagli und der Glaubenskrieg der Anthroposophie gegen Helmut Zander

    Von unserem Gastautor Andreas Lichte.

    Frühjahr 2009. Als Antwort auf Helmut Zanders preisgekröntes Standardwerk “Anthroposophie in Deutschland” erscheint Lorenzo Ravaglis Schmähschrift “Zanders Erzählungen”. Im Vorwort sagt Dr. Walter Kugler, Leiter des Rudolf Steiner Archivs in Dornach, Ravagli habe das Ziel gehabt, “zu retten, was noch zu retten ist” und dabei Mut bewiesen. Zum Beispiel so:

    Ravagli beschuldigt Zander, dieser verfolge mit seiner publizistischen Tätigkeit zur Anthroposophie eine “verdeckte Agenda” [S. 24].

    Ravagli stellt Zander als “Enthüllungsjournalisten marxistischer Orientierung” dar, der “trotz seiner katholischen Vergangenheit einem marxistisch inspirierten, historischen Materialismus verpflichtet ist” [S. 35].

    Ravagli stellt klar, dass nicht etwa die Anthroposophie eine Sekte ist, sondern: „Zander als Eingeweihter einer trivialaufklärerischen Entmythologisierungtradition strebt wie alle Angehörigen von Wissenschaftssekten (sic!) danach, die Normativität seiner partikularen Rationalität zu universalisieren und alle Angehörigen abweichender Traditionen oder Diskursgemeinschaften als Ketzer zu stigmatisieren.“ [S. 372]

    Möchte jemand versuchen, das zusammenzufassen? Wie wäre es damit: Helmut Zander – ein katholisch-marxistischer, materialistischer Verschörer der Sekte Wissenschaft gegen die Anthroposophie?

    Solch mutige anthroposophische Charakterisierungen Zanders haben Tradition. Ein Blick zurück:

    (…)”

  3. Andreas Lichte

    @ Patrick Gensing

    Rudolf Steiner ist nicht der einzige anthroposophische Rassist. Der bekannteste Italienische Anthroposoph, Massimo Scaligero, der auch ins Deutsche übersetzt wurde, war im italienischen Faschismus aktiv.

    Massimo Scaligero wird nach wie vor von Anthroposophen als spirituelle Autorität verehrt, so von Michael Eggert, Betreiber des anthroposophischen blogs “Egoisten” in seinem neuesten Artikel “Die Kraft des Lebens”, siehe:

    http://www.egoisten.de/files/kraft_des_lebens.html

    Michael Eggert ist seit langen bekannt, dass Massimo Scaligero Faschist, Antisemit und Rassist war, spätestens seitdem ich meine von der Italienischen Botschaft durchgesehene Scaligero-Übersetzung auf seinem blog postete:

    Massimo Scaligero, „Coscienza del sangue“ in „La Difesa della Razza“, August 20, 1942, 4:

    „Se esiste una finalità essenziale della dottrina razzista, questa necessariamente consiste in una prassi etico-scientifica che rettifichi i valori della razza, secondo un modello che non occorre inventare ma che già esiste. Ciò può essere realizzato non soltanto attraverso una serie di norme eugeniche e sanitarie, ma anche destando una sensibilità e una coscienza razzista, così che il popolo non accolga passivamente i risultati di un’azione razzista, ma divenga esso stesso consapevole cooperatore di tale azione.“

    Massimo Scaligero, „Bewusstsein des Blutes“ in „Die Verteidigung der Rasse“, 20. August 1942, S. 4:

    „Wenn eine essentielle Zielsetzung der rassistischen Doktrin [i.e: der Rassen-Lehre] existiert, dann besteht diese notwendigerweise in einer ethisch-wissenschaftlichen Praxis, die die Werte der Rasse richtigstellt, gemäss eines Modells, das nicht erfunden werden muss, sondern das bereits existiert. Dies kann nicht nur durch eine Reihe von Normen der Eugenik und der Gesundheit erreicht werden, sondern auch indem eine rassistische Sensibilität und ein rassistisches Bewusstsein [i.e.: ein Rasse-Bewusstsein] erweckt wird, so dass das Volk nicht passiv die Resultate einer rassistischen Aktion aufnimmt, sondern selbst bewusster Mitwirkender dieser Aktion wird.“

    ……………………………………..

    Massimo Scaligero, „Fronte unico ario“ in „La Difesa della Razza“, February 20, 1941, 22:

    „Il movimento anti-ebraico giustamente oggi deve acquisire un’ampiezza supernazionalistica sino a divenire un’intesa di tutti i paesi. Proprio perchè si è mossi da un ideale di universalità che non abolisce ma mantiene e armonizza la differenziazione gerarchica, non si può ammettere l’azione di un gruppo etnico culturale a carattere internazionalistico, quale quello ebraico; tale inamissibilità per i popoli acquista vivente significato sopratutto allorchè alla concezione di una nuova universalità ariana corrisponde il risveglio di quell’elemento etnico-spirituale che inizialmente dette impulso a questo ideale di umanità. Ora, un fronte unico si rende necessario per dare all’universalità dell’ideale ariano uno strumento positivo sul piano dell’azione, in quanto non si tratta di combattere contro una nazione, ma contro una ‘internazionalità’ che è nazione nelle nazioni e si presenta non soltanto sotto l’aspetto di razza, ma sotto quello di religione, di cultura, di modo di pensare, di conoscere, di agire.“

    Massimo Scaligero, „Arische Einheitsfront“ in „Die Verteidigung der Rasse“, 20. Februar 1941, S. 22:

    „Die anti-jüdische Bewegung muss heute richtigerweise eine übernationale Größe erlangen, bis sie zu einem Übereinkommen aller Länder wird. Gerade weil man von einem Ideal der Universalität bewegt [i.e.: angetrieben] ist, das die hierarchischen Differenzierungen nicht abschafft, sondern beibehält und harmonisiert, kann man die Aktion einer ethnisch-kulturellen Gruppe mit internationalistischem Charakter, wie die der jüdischen, nicht zulassen; diese Unzulässigkeit für die Völker erlangt lebende [auch: lebendige] Bedeutung vor allem sobald mit der Konzeption einer neuen arischen Universalität das Erwachen [auch: Wiederaufleben] jenes ethnisch-spirituellen Elementes übereinstimmt, das ursprünglich diesem Ideal der Humanität den Impuls gab. Jetzt ist eine Einheitsfront unentbehrlich, um der Universalität des arischen Ideals ein positives Instrument auf der Ebene des Handelns zu geben, insofern es nicht darum geht, gegen eine Nation zu kämpfen, sondern gegen eine ‘Internationalität’, die Nation in den Nationen ist, und sich nicht nur unter dem Aspekt der Rasse präsentiert, sondern auch unter dem Aspekt der Religion, Kultur, der Denkweise, des Erkennens, des Handelns.“

    Dies sind nur 2 Beispiele, es gibt unzählige andere faschistische Scaligero-Texte, was sagen Sie dazu?

  4. Frank

    Es ist beschämend, dass NPD-Blog Andreas Lichte ein Forum gibt. Andreas Lichte steht viel weiter rechts als die meisten Anthros, und er nutzt seine Veröffentlichungen hier, um sich einen anderen Anschein zu geben. Schaut Euch einmal in Ruhe diesen Schlagabtausch an:

    24
    Andreas Lichte Says:
    November 9th, 2009 at 3:40 pm
    @ SeRaPHiN

    Meine Antwort ging gezielt auf die von Ihnen genannten vermeintlich guten Abiturquoten der Waldorfschulen ein. Diese Quoten sind vor dem Hintergrund der Klientel der Waldorfschulen zu bewerten: An Waldorfschulen gibt es kaum Kinder mit einem sogenannten “Migrationshintergrund” – Waldorfschulen sind “Ausländerfreie Zonen”. Schüler aus “sozial benachteiligtem Milieu” finden sich an Waldorfschulen auch fast gar nicht. Ich bin sicher, dass Ihnen das bekannt ist. Bevor Sie versuchen, das zu leugnen, lesen Sie noch einmal die entsprechenden Belege in den Kommentaren hier:

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-vorsicht-steiner/

    29
    Frank Says:
    November 22nd, 2009 at 10:27 pm
    Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie ungeniert der angebliche Rassismus-Bekämpfer Andreas Lichte das schlechtere Abschneiden der Staatsschulen auf die Ausländerquote zurückführen darf, ohne dass hier jemand protestiert. Der steht doch offenbar ganz am rechten Rand. Z.B.:

    “Meine Antwort ging gezielt auf die von Ihnen genannten vermeintlich guten Abiturquoten der Waldorfschulen ein. Diese Quoten sind vor dem Hintergrund der Klientel der Waldorfschulen zu bewerten: An Waldorfschulen gibt es kaum Kinder mit einem sogenannten “Migrationshintergrund” – Waldorfschulen sind “Ausländerfreie Zonen”.”

    Also, je mehr Ausländer, desto schlechter der Schnitt, so Herr Lichte. Und mit so jemandem diskutiert Ihr noch über Rassismus?

    30
    Andreas Lichte Says:
    November 23rd, 2009 at 12:07 am
    @ Frank

    bist du peinlich! Hier kannst noch mal nachlesen:

    “Waldorfschulen als ausländerfreie Zone”

    http://npd-blog.info/2009/07/06/waldorfschulen-als-auslanderfreie-zone/

    31
    Frank Says:
    November 29th, 2009 at 10:30 pm
    @Andreas Lichte

    Der Link auf ein Interview mit Dir selber erklärt tatsächlich, warum Du glaubst, dass die Ausländer schuld am schlechten abschneiden der Staatsschulen sind. Danke.

    32
    Andreas Lichte Says:
    November 30th, 2009 at 10:33 am
    @ Frank

    Du schreibst: “Die Ausländer sind schuld am schlechten Abschneiden der Staatsschulen.”

    Möchtest du mir deinen vollen Namen nennen und deinen anthroposophischen Hintergrund erläutern?

    Wollen wir ein Interview führen, das ich dann bei “NPD-BLOG.INFO – eine Dokumentation über die NPD und menschenfeindliche Einstellungen” veröffentliche?

    So wie das Interview mit Andreas Molau (ehemalig NPD, jetzt DVU) über seine Zusammenarbeit mit Lorenzo Ravagli, Bund der Freien Waldorfschulen:

    http://npd-blog.info/2009/04/28/npd-und-waldorfschule-uber-eine-zusammenarbeit-die-nicht-publik-werden-durfte/

    33
    Frank Says:
    November 30th, 2009 at 3:29 pm
    @ Andreas Lichte

    Du bist krank.

  5. Andreas Lichte

    @ Frank

    Wie sieht’s denn nun aus, mit unserem Interview? Meld dich bei mir!

    Wär doch schön, wenn mal ein Anthroposoph wie du erklären würde, wie er die Welt sieht. Du kannst dann auch deine Verschwörungstheorie erläutern, warum ich, Zitat Frank, “viel weiter rechts als die meisten Anthros stehe”.

    Damit du für das Interview nicht völlig unvorbereitet bist: Ich LIEBE Ausländer! Durchaus wörtlich zu nehmen.

  6. Frank

    Was Du im Bett oder im Puff machst, das interessiert mich nicht. Du behauptest überall, dass Ausländer den Schnitt senken. Das ist mein Problem mit Dir. Ich glaube nämlich nicht, dass ein Türke oder ein Pole dümmer ist als ein Deutscher. Das tust Du. Und wenn man Dich darauf aufmerksam macht, dann drehst Du das einfach um. Jeder kann das an unserem Dialog oben nachvollziehen. Und auf die Art läuft das immer. Du redest von einer “Zusammenarbeit zwischen Ravagli und Molau”, weil Ravagli in einem gemeinsamen Buch versucht hat, Molaus rechte Auslegung von Steiner zu widerlegen. Dann Interviewst Du selber Molau. Nach Deiner Logik müsste ich ja jetzt von einer “Zusammenarbeit zwischen Lichte und Molau” reden. Ich denke, Du bist geistig verwirrt, und ein rechter Prolet.

  7. Andreas Lichte

    @ Frank

    Kannst du das gleiche noch einmal in einem Interview sagen? Mit deinem wahren Namen und einer Erläuterung deiner anthroposophischen Identität?

    Ich habe nie gesagt, dass ein Ausländer, woher auch immer er kommt, dümmer ist, als ein Deutscher. Das legt “Frank” mir einfach in den Mund. Ich habe selber viel Zeit im Ausland verbracht und weiss, wie schwer es ist, sich als Ausländer mit zunächst geringen Sprachkenntnissen zu behaupten. Mein Ausland war sprachlich noch sehr nah am Deutschen, die Probleme also vergleichsweise gering. Wenn jemand eine wirkliche Fremdsprache lernen muss, wie es beispielsweise Chinesisch, Türkisch oder Arabisch für mich wären, dann hat er meinen vollen Respekt. Eine Fremdsprache zu lernen, ist eine grosse Leistung, das sollte uns erst einmal wirklich bewusst werden und unsere Anerkennung finden.

    Ausländer werden meines Erachtens in Deutschland nicht ausreichend unterstützt. Die vorhandenen Initiativen, Sprachkurse etc., reichen nicht aus. Alle reden von “Integration”, aber keiner fühlt sich persönlich dafür verantwortlich. Womit wir bei der Waldorfschule als “Ausländerfreie Zone” wären: Eltern, die es sich leisten können, wählen eine Privatschule, um sicher zu gehen, dass der Anteil von Schülern mit “Migrationshintergrund” in der Klasse ihrer Kinder nicht zu hoch ist. Das ist verlogen und trägt dazu bei, die im Ansatz ohnehin schon vorhandene Ghettoisierung von Ausländern, oder Deutschen mit “Migrationshintergrund”, zu verschärfen.

    Auf einer Informationsveranstaltung der Freien Schulen in Berlin fragte ich einmal die Vertreterin einer Christlichen Schule in Berlin-Neukölln: “Können Sie mir sagen, was das Besondere an Ihrer Schule ist?” Ihre Antwort: “Es gibt keine Ausländer.” Sie meinte, ich sei ein Vater auf der Suche nach einer Schule, das lag nahe, ich war mit einer Freundin unterwegs.

    Für das Interview:

    Ist jeder Journalist, der einen bekennenden Rechten interviewt, deshalb ein Rechter?

    Etwas ganz anderes ist es, ein gemeinsames Buch mit einem bekennenden Rechten zu schreiben. Andreas Molau ist AUTOR des Buches mit Ravagli: http://www.amazon.de/Falsche-Propheten-Lorenzo-Ravagli/dp/3932386876

    “Falsche Propheten (Broschiert)
    von Lorenzo Ravagli (Autor), Andreas Molau (Autor)”

    Ich habe mich gefragt, wie man das machen kann, für mich unvorstellbar. Ich hätte es allerdings nicht so formuliert wie du im letzten Satz deines letzten Kommentars. Wenn du möchtest, dann sag das mal Lorenzo Ravagli: “Du bist geistig verwirrt, und ein rechter Prolet.”

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