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Gewalt gegen Obdachlose: Die meisten Todesopfer in Nordostdeutschland

11. Mai 2009 14:56 188 views Kein Kommentar

Seit 1990 gibt es folgende Tötungsdelikte gegenüber Obdachlosen, die nach Angaben der Bundesregierung einen rechten Tathintergrund “vermuten lassen”. Allein in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wurden dieser Statistik zufolge mehr als ein Dutzend Menschen umgebracht, weil die Täter sie als “minderwertig” ansahen.

1. 09.08.01 Wittenberge (BR): Klaus-Dieter H. Erschlagen Gericht: Täter sahen Opfer auf Grund seiner Behinderung als „minderwertig“ an

2. 15.05.02 Neubrandenburg (MV): Klaus Dieter L. Erschlagen Täter: Zwei Skinheads

3. 31.12.90 Flensburg (SH): N. N. (Männlicher Obdachloser) Erschlagen Täter: Skinheads

4. 04.06.91 Käsdorf (NI) Helmut L. Erstechen Täter (Skinhead) hatte Opfer als „Abschaum“ bezeichnet

5. 19.03.92 Flensburg (SH) Ingo F. Tod durch Ertrinken (nach Stoß ins Hafenbecken) Täter (Skinhead) hatte Opfer als Sinto angegriffen

6. 01.07.92 Neuruppin (BR) Emil W. Tod durch Erstechen Täter (drei Skinheads) wollten „Penner klatschen“

7. 01.08.92 Bad Breisig (RP) Dieter Klaus K. Tod durch Erstechen Täter (Skinheads) griffen Opfer an, nachdem dieser sich über „Sieg Heil“-Rufe beschwert hatte

8. 24.08.92 Koblenz (RP) Frank B. Erschossen Täter (Skinhead) feuerte mit seiner Waffe wahllos auf Obdachlose, Punks und Drogenabhängige

9. 29.08.92 Berlin Günter S. Erschlagen Täter war Mitglied des Ku-Klux-Klans

10. 07.11.92 Lehnin (BR) Rolf S. Tod durch Schläge/ Ertrinken Täter: Zwei Skinheads

11. 05.06.93 Fürstenwalde (BR) Horst H. Zu Tode gefoltert Täter (zwei Rechtsextremisten) sahen im Opfer einen „niedrigen Menschen“ und „Penner“

12. 16.07.93 Marl (NW) N. N. (Männlicher Obdachloser) Erschlagen Täter (Skinhead) hatte Opfer als „Judensau“ beschimpft

13. 05.02.95 Velbert (NW) Horst P. Tod durch Erstechen Tätergruppe aus sieben rechtsextremistischen Jugendlichen. „Aus heutiger Sicht ein rechtes Tötungsdelikt“ (LKA Düsseldorf 2001)

14. 22.04.97 Sassnitz (MV) Horst G. (arbeitslos) Erschlagen Täter wollten „Assis klatschen“

15. 08.05.97 König Wusterhausen (BR) Augustin B. (arbeitslos) Mord Gericht: Tat aus Hass, Menschenverachtung und Ausländerfeindlichkeit

16. 09.08.99 Eschede (NI) Herr D. Körperverletzung mit Todesfolge Täter griffen Opfer an, nachdem dieser sie aufgefordert hatte, „den Scheiß‘ mit dem Skinhead-Gehabe zu lassen“

17. 06.10.99 Berlin Kurt S. Zu Tode gefoltert Täter: Vier Skinheads

18. 24.06.00 Greifswald (MV) Klaus-Dieter G. Erschlagen Die drei Täter werden der rechten Szene zugeordnet

19. 09.07.00 Wismar (MV) Jürgen S. Erschlagen Täter: Fünf Rechtsextremisten

20. 27.07.00 Ahlbeck (MV) Norbert P. Erschlagen Täter: Vier Rechtsextremisten

21. 12.09.00 Schleswig (SH) Malte L. Erschlagen Die beiden Täter fühlten sich beleidigt, da dasOpfer „schlecht über die Skinhead- Szene gesprochen“ habe

22. 25.11.00 Greifswald (MV) Eckhardt R. Körperverletzung mit Todesfolge LG Stralsund: rechtes Tötungsdelikt

23. 09.08.01 Dahlewitz (BR) Dieter M. Erschlagen LG Potsdam: rechtes Tötungsdelikt

24. Juli 2007 Blankenburg (ST) N. N. Erschlagen Täter: Zwei polizeibekannte Rechtsextreme

25. Juli 2008 Templin (BR) N. N. Erschlagen Täter: Zwei polizeibekannte Rechtsextreme

26. 01.08.08 Dessau-Roßlau (ST) N. N. Erschlagen Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau: rechtes Tötungsdelikt

Anmerkung: Die Bezeichnung “Skinhead” stammt aus der Antwort der Bundesregierung. Dem Autor ist die Unschärfe dieses Begriffs bekannt. 

Siehe auch: Gewalttaten gegen Homosexuelle, Behinderte und ObdachloseStichwort: Was ist eigentlich Rechtsextremismus?, NPD hetzt gegen Mitarbeiter der Linken: “Homosexueller, der sich allzu gerne mit JungantifaschistenInnen im Schulalter umgibt”, 55-Jährigen totgetreten: Zehn Jahre Jugendhaft für Neonazi, Das war 2008: Mehr als 1000 Gewalttaten, 350 Waffenfunde und mindestens zwei Todesopfer

Kein Kommentar »

  • dot tilde dot said:

    kästorf?

    .~.

  • hakenstein said:

    Hallo, in ihrer Aufzählung fehlt auch noch der Fall des Dieter Eich.

    DIETER EICH VON NAZIS ERMORDET!
    Am 25. Mai 2000 ermorden vier Neonazis, im Alter von 17 bis 21, den Sozialhilfeempfänger Dieter Eich im Pankower Ortsteil Buch.
    Einer der Täter, René R, der Sohn eines BGS-Beamten, wohnte im selben Hochhaus in der Walter- Friedrich- Straße 52, in Buch, genau wie Eich. In dessen Wohnung betranken sich die Neonazis, um wenig später Eichs Wohnungstür einzutreten, ihn zusammenzuschlugen und umzubringen. Der 18. Jährige René R tötet ihm durch einen Messerstich ins Herz. Ihr Motiv: ein paar „Assis klatschen“, wie sie später vor Gericht angaben. Erst wenige Stunden zuvor hatten sie bereits einen Afrikaner auf offener Sraße angepöbelt. Monatelang wurde der Hintergrund des Mordes und das rechtsradikale Tatmotiv durch die ermittelnde Staatsanwaltschaft der Öffentlichkeit vorenthalten.

  • Florian said:

    Danke fürs weitergeben dieser wirklich erschreckenden Auflistung.
    Gibt es eigentlich wissenschaftliche Studien zu den Ursachen rechts motivierter Gewaltbereitschaft?

    PS – Die Daten 1 und 2 scheinen offenbar verrutscht zu sein.

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