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Thüringen: Unterwanderung der FDP?

12. Mai 2009 18:07 121 views Kein Kommentar

In Thüringen gibt es Spekulationen über einen Kandidaten der FDP. Auf der Stadtratsliste der Jenaer Liberalen kandidiert Christian Stünkel, ein bekannter Anwalt von Neonazis und eines Kriegsverbrechers.

Über die Jenaer Kommunalwahlliste der Liberalen wird Kritik laut. Auf Listenplatz 18 (Zahlenkombination 18 = „Adolf Hitler“) findet sich der Rechtsanwalt Christian Stünkel. Stünkel trat 2008 beispielsweise als Verteidiger im Münchner Kriegsverbrecherverfahren gegen Josef Scheungraber und im Verfahren gegen den JN-Bundesvorsitzenden Michael Schäfer auf. 2008 gehörte er ebenfalls der Verteidigung an, als sieben Mitglieder der JN in Thüringen wegen Körperverletzung vor dem Braunen Haus in Jena angeklagt waren. Nach Informationen der Jenaer Grünen soll sich Stünkel auch öffentlich gegen die Verschärfung des Strafgesetzbuches im Hinblick auf sogenannte Haßkriminalität ausgesprochen haben und der schlagenden, rechten Halle-Leobener-Burschenschaft Germania zuzuordnen sein. Nachdem es der NPD nicht gelungen war, für die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in Jena anzutreten, haben die Grünen nun die Befürchtung, „dass sich Rechtsextremisten unter dem Deckmantel der demokratischen Parteien in den Stadtrat einschmuggeln“.

Siehe auch: Thüringen: NPD tritt nicht flächendeckend anJena: “Kampf um die Straße” statt “Kampf um die Parlamente”Kampagnenstart: “Kein Ort für Neonazis in Thüringen”.

Kein Kommentar »

  • Andreas said:

    Die 18 steht aber für “Adolf Hitler” ;)

    Ist zwar ein anderer, aber hier auch sicher interessant: http://www.bildblog.de/7867/ein-leserbriefschreiber-der-ankommt/

  • Julian said:

    ist die zahl 18 nicht die abkürzung für ‘adolf hitler’ und die 88 für ‘heil hitler’ ?

  • Torsten said:

    Wie muss ich mir das vorstellen? Herr Stünkel bewirbt sich gezielt um den Listenplatz 18, um seinen geheimen NPD-Genossen das Siegeszeichen zu geben? Oder steht die 18 in diesem Fall nicht viel eher für “Zählkandidat ohne Aussicht auf ein Mandat”? Derzeit hat die FDP-Fraktion grade mal vier Mitglieder, wie ich grad gegooglet habe.

    Leute auf die die oben aufgezählten Verdachtsmomenten zutreffen, nennt man gemeinhin “Jurist”. Wenn nicht mehr gegen Herrn Stünkel spricht, dann ist der Eintrag hier einfach nur albern.

  • HR said:

    Wohl eher 1 = “Adolf” und nicht “Heil”.

    Grüße, HR.

  • Elisabeth said:

    Steht die Zahlenkombination 18 nicht für AH = Adolf Hitler?

    Ich finde es schon erschreckend, dass immer wieder Wege eingeschlagen werden, bei denen man erst auf dem zweiten oder dritten Blick erkennen kann, was dahinter steckt.

  • mb said:

    18 steht für “adolf hitler”; die interpretation ist allerdings recht weit her geholt…

  • raMin said:

    Die Zahlenkombination steht für A.H.

    mfg,
    raMin

  • Erfurter said:

    Hahaha klar, der hat sich als gemeingefährlicher Neonazi bewusst um Listenplatz 18 beworben, um so unterschwellig seine NS-Gesinnung zu unterstreichen. Ihr habt echt ne Macke.

    Wenn ich mir im übrigen mal so die Umfragenwerte in Thüringen anschaue, dann haben es NPD-Sympathisanten leider sicher bald nicht mehr nötig, sich in etablierte Parteien einzuschleichen, um in Kommunalparlamenten zu sitzen…

  • dot tilde dot said:

    jetzt weiß ich auch, wie guido w. das mit den schuhsohlen gemeint hat…

    nee, mal ehrlich, herr brux. vielleicht sollten sie ihre mustererkennung mal justieren. oder ironie doch besser markieren. der schöne artikel!

    .~.

  • Astrid Rothe-Beinlich said:

    Während die Jenaer FDP in einer Erklärung versprach, sich um Aufklärung zu bemühen, äußerte sich der Thüringer FDP-Generalsekretär Kurth wie folgt:
    “Das sei sein Beruf und könne sogar von Vorteil sein, jemanden zu haben, der sich juristisch in der Szene auskennt.” Da bleibt einem die Spucke weg. Ob Stünkel deshalb auch Mitglied der Halle-Leobener Burschenschaft Germania ist, der selbst von der undeszentrale für politische Bildung eine Nähe zur intellektuellen rechten nachgesagt wird????
    Und auch seine Platzierung auf der 18 ist sicher kein Zufall. Bedenklich muss zudem stimmen, dass Stünkel bereits seit 2000 Mitglied der FDP ist und dort niemand von seinen Aktivitäten gewusst haben will.
    Für mich gibt es da nur eins: Sag NEIN FDP! In jeder Hinsicht!

    Astrid Rothe-Beinlich, Bundesvorstand BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Landessprecherin in Thüringen

  • Astrid Rothe-Beinlich said:

    Noch ein Zusatz zum Thüringer Kommunalwahlrecht.
    Es besteht in Thüringen die Möglichkeit des Kummulierens und Panaschierens – d.h. konkret, dass jedeR 3 Stimmen hat, die er/sie entweder alle einer Person oder drei einzelnen Personen geben kann oder auch 2 Stimmen für x und eine für y. (es gibt alternativ die Möglichkeit eine Parteistimme zu geben, die sich dann automatisch auf die ersten 3 verteilt – daher sind nur diese 3 relativ sicher) Die Platzierung auf der Liste ergibt sich daher erst nach Auszählung real, wer die meisten Stimmen hat, zieht ein.
    Und: die NPD hat in Jena keine eigene Liste zustande gebracht aber angekündigt, sich über andere Listen einbringen zu wollen.
    Es gibt da übrigens einen weiteren Verdachtsfall in Eisenach – dort auf der Liste der Linken – aber nicht so prominent und eindeutig wie in Jena.

  • G. Meier said:

    Der Mann verdient sein Geld als Strafverteidiger. Einige seiner Kunden (nach seiner Aussage ein Bruchteil) waren offenbar Rechtsextreme. Soviel bzw. so wenig ist bisher bekannt. Meiner Meinung nach reicht das nicht, auf dem Mann so rumzuprügeln. Er hat lediglich seinen Beruf ausgeübt. Stellen wir demnächst auch Juristen an den Pranger, die Kinderschänder verteidigen? Wenn ja, dann haben wir uns aus dem Rechtsstaat verabschiedet. Das NPD-Blog macht sich hier leider zum willigen Gehilfen der Wahlwerbung der Grünen (Stadtratswahl Jena: 7. Juni 09) – und das sage ich als leicht angewiderte Grünenwählerin…

  • Sebastian Brux said:

    Die Verbindung in eine rechte Burschenschaft schreit nach einer kritischen Hinterfragung. Dadurch fällt auf seine Tätigkeit als Anwalt auch ein anderes Licht.

    Selbstverständlich steht die Zahlenkombination für 18 für A.H. => Adolf Hitler.

  • H. Leier said:

    “G.Meier”s versuche, den Herrn in Schutz zu nehmen lassen sich recht einfach durch ein bisschen Recherche entkräften: http://jena.antifa.net/cms/Nazis/Recherche/personen/692-rechtsanwalt-christian-stuenkel

  • WW said:

    Die FDP sollte schnellstes erklären, warum jemand mit derartig rechten Verbindungen (im wahrsten Sinn) sich überhaupt in deren Reihen findet. Das ist einer demokratischen Partei unwürdig und das Abwiegeln bedenklich. Da er nicht nur gelegentlich mal einen kleinen Nazi verteidigt, sondern dies anscheinend einen Schwerpunkt seiner Arbeit bildet, ist eine besondere Erwähnung hier sinnvoll.
    In Jena ist darüberhinaus besondere Sensibilität gegenüber einer rechtsextremen Etablierung angesagt, wo das “Fest der Völker” dort jährlich sehr viele Nazis aus dem In- und Ausland anzieht.
    Den Listenplatz 18 finde ich allerdings weniger verdächtig, weil dafür sicherlich andere interne Faktoren eine Rolle spielen als die politische Gesinnung.

  • Torsten said:

    Sebastian Brux: Kritische Hinterfragung ist wichtig. Aber wenn Du mit der 18 als vermeintlichem Geheimsymbol aufmachst, kann man den Rest nicht mehr wirklich ernst nehmen.

    Und wenn der Rest nicht mehr als Vorwürfe des politischen Gegners sind, die an dieser Stelle nicht substantiiert werden, dann ist der Eindruck verheerend.

  • Peter Lustig said:

    Als Quelle eine Antifa-Seite zu benennen ist aber nicht sonderlich glaubhaft. @H.Leier
    Ungefähr so, als wenn man zu Kriegsverbrechen Nazis befragt.

  • Astrid Rothe-Beinlich said:

    2008 äußerte sich dieser Anwalt vor dem Schwurgericht des Landgerichts München I, wo er im Prozess wegen Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg den ehemaligen Gebirgsjäger Josef Scheungraber verteidigte wie folgt: “Das verfahrensgegenständliche Geschehen sollte von Historikern aufgeklärt werden und nicht von Juristen – auf Kosten der Gesundheit eines 90-jährigen, unschuldigen Mannes.”
    Scheungraber hatte 1944 als Kompanieführer eines Gebirgs-Pionier-Bataillons die Ermordung von 14 Zivilpersonen in dem italienischen Dorf Falzano di Cortona (bei Arezzo) angeordnet und wurde für diese Tat bereits 2006 in Italien in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt, aber nicht ausgeliefert.
    Weiterhin ist er – wenn auch “nur bei den Altherren” Mitglied der Halle-Leobener Burschenschaft Germania.
    Was mich vielmehr wundert ist jedoch, dass Stünkel schon seit mehr als 10 Jahren FDP-Mitglied ist, dort aber nie einer zur Kenntnis genommen hat, wer er ist und wofür er steht. Auf Nachfrage der TA von gestern zu seiner Haltung beschrieb Stünkel diese als liberal-konservativ.
    Nun ja.

  • CS said:

    Richtig, Christian Stünkel ist seit 10 Jahren FDP-Mitglied und das wird er auch bleiben.

    Figuren wie ROTHE-BEINLICH müssen nicht mehr alle Tassen im Schrank haben, um einen derart paranoiden Schwachsinn von sich zu geben.

    Vergesst die Ampel! Mit Euch ist keine seriöse politische Zusammenarbeit möglich!

  • Achtung! said:

    Die Quersumme des Datums, an dem Sebastian Brux seinen heutigen Kommentar verfasste, lautet: 18 (13.05.09)!!! Zumindest, wenn man die 13 als 1 und 3 betrachtet.
    Das “r” in Brux ist übrigens der 18. (!) Buchstabe im Alphabet …

    Um mich selbst nicht in Verdacht zu bringen, habe ich tunlichst vermieden, meinen Kommentar nicht um 14 Uhr (fourteen words) zu schreiben, auch 18 Uhr habe ich geschickt umgangen. Aber es hilft alles nichts, denn der heutige Tag ist nun mal der 13.05.09 … damit rücke ich also unweigerlich auch ins Fadenkreuz der Verschwörungstheoretiker. Aber als alter Illuminat habe ich fünfaches Verständnis dafür …

  • Co-Pierre Georg said:

    Als einer der beiden Grünen, die das ganze ins Rollen gebracht haben, will ich hier ein paar Dinge klarstellen.

    1. Die Jenaer FDP ist wirklich und ehrlich um Aufklärung bemüht und hat sich höchst anständig und professionell verhalten.
    2. Die FDP kann ihren Mitgliedern doch auch nicht in den Kopf schauen und rausfinden, wie die ticken. Wenn es irgendwo ein braunes Schaf gibt, dann muss darauf hingewiesen werden und dann obliegt es der Partei, darauf zu reagieren. Zur Reaktion der Jenaer FDP, siehe Punkt 1.
    3. Das Herr Stünkel auf Platz 18 gelandet ist, ist nichts weiter als purer Zufall. Alles weitere sind unhaltbare Verschwörungstheorien.

    Bitte bedenkt diese drei Punkte, wenn ihr die Diskussion hier weiterführt.

    Viele Grüße:
    Co

  • G. Meier said:

    Hallo Frau Rothe-Beinlich,

    Sie zitieren Herrn Stünkel folgend: “Das verfahrensgegenständliche Geschehen sollte von Historikern aufgeklärt werden und nicht von Juristen – auf Kosten der Gesundheit eines 90-jährigen, unschuldigen Mannes.” Das hat der Mann als Strafverteidiger gesagt, nicht als Politiker bzw. Privatperson! Er wäre ein schlechter Anwalt, wenn er nicht versuchen würde, für seinen Mandanten das Beste rauszuholen. Die Be- und Verurteilung eines Angeklagten obliegt dem Richter, und nicht dem Verteidiger. Zu einem fairen Prozess (für alle Beteiligten) zählt nun auch mal ein Verteidiger. Soweit sollten Sie doch mit dem deutschen Recht vertraut sein, oder? I

  • Bodo Müller said:

    Ich finde Ihre Ausfälle (”Für mich gibt es da nur eins: Sag NEIN FDP! In jeder Hinsicht!”) einfach nur peinlich, Frau Beinlich. Nach dem Ausschlussprinzip weiss ich jetzt schon mal, wen ich nicht wählen muss. Dankeschön! Ach ja – und die FDP wähle ich auch nicht, aber aus anderen Gründen als die hier konstruierten…

  • G. Meier said:

    Hallo NPD-Blog,
    warum ist denn mein Posting von vor ca. einer Stunde nicht mehr vorhanden?

  • G. Meier said:

    Ah, das Posting ist wieder da.

    Es war nie weg, alle Kommentare müssen erst freigeschaltet werden.

  • Astrid Rothe-Beinlich said:

    Herr Stünkel hat nun in einer Presseerklärung formuliert, “dass ich im Falle meiner Wahl in den Rat der Stadt Jena mein Mandat nicht annehmen würde.”

  • Thüringen: Unterwanderung der FDP? « dokumentationsarchiv said:

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