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Arge förderte offenbar Neonazi-Versandhandel

23. Juni 2009 11:27 78 views 4 Kommentare

Die Agentur für Arbeit hat offenbar einen Neonazi aus Dortmund beim Aufbau seines Internet-Unternehmens unterstützt. Dennis G. soll unter anderem Plakate mit rechtsextremen Parolen verkauft haben. Im Angebot waren nach einem Bericht von DerWesten aber auch Waffen wie Stahlkugelmunition oder Pfefferspray.

Seit drei Jahren können Neonazis aus ganz Deutschland demnach auf das Angebot des Shops zurückgreifen und ihre Bestellungen in Sachen Propagandamaterial aufgeben. „Angesichts der Gewaltbereitschaft der Dortmunder Neonaziszene erscheint es besonders brisant”, betonte Kerstin Wiedemann, Sprecherin der Antifa Union Dortmund, „dass die Szene sich mit Unterstützung der Öffentlichen Hand mit potenziell tödlichen Waffen ausstatten kann.”

G. ist nach Einschätzung des Dortmunder Polizeipräsidenten einer der Rädelsführer der Ausschreitungen am 1. Mai, berichtet DerWesten weiter. Er soll zusammen mit einem weiteren Kumpanen die Neonazis im Hauptbahnhof per Handzeichen aufgerufen haben, in die Stadt zu ziehen. Anschließend hatte die Meute die DGB-Kundgebung am Platz der alten Synagoge in der Dortmunder Innenstadt überfallen. Nach den Ausschreitungen hatte die Polizei Räumlichkeiten von Dennis G. wegen der Ausschreitungen am 1. Mai durchsucht.

Stahlkugeln, wie sie in dem Shop angeboten werden, sind dem Bericht zufolge auch bereits eingesetzt worden. Darauf verweise Ulla Jelpke, Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, heißt es. Am 15. und 29. August 2008 wurde demnach die Frontscheibe ihres Wahlkreisbüros mit solchen Stahlkugeln beschossen. „Als G. die Förderung beantragte, war er längst ein stadtbekannter Neonazi, der neonazistische Aufmärsche angemeldet sowie Flugblätter zu verantworten hatte”, so Jelpke. Er sei zudem schon bundesweit in den Medien als Führungsperson der „autonomen Nationalisten” bekannt gewesen. Daher sei es vollkommen unverständlich, warum G. die Förderung erhalten habe. Offenbar, so Kerstin Wiedemann, gebe es in der Stadt immer noch ein mangelndes Problembewusstsein. Die Agentur für Arbeit in Dortmund wollte zu den Vorwürfen aus Datenschutzgründen keine Stellungnahme abgeben, heißt es weiter.

Siehe auch: Innenansichten aus der Neonaziszene: Ein Autonomer Nationalist steigt aus, Neonazis am 01. Mai in Dortmund: “Gegner werden verschwunden sein”

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