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Linktipp: Karten zur extrem rechten Ideologie und Gewalt in Deutschland

06. Juli 2009 00:25 372 views 13 Kommentare

Die Zahl politisch motivierter Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund hat 2008 einen neuen Höchststand erreicht. Beim Rechtextremismus handelt es sich um ein gesamtdeutsches Phänomen: Dies belegen aktuelle Karten und Graphiken zum Wahlverhalten, zu Fremdenfeindlichkeit, zu Straftaten und Todesopfern rechter Gewalt, die das Leibniz-Institut für Länderkunde in einem beeindruckenden Angebot zusammengestellt hat. Dabei stellte Sebastian Schipper eindeutig fest: Es treten deutliche regionale Unterschiede auf. Die ostdeutschen Bundesländer liegen zumeist an der Spitze – wie beispielsweise die Karte zur “Politisch motivierten Kriminalität – rechts” eindrücklich zeigt.

Auch die Karte der Wahlergebnisse von rechtsextremen Parteien spiegelt ein deutliches Ost-West-Gefälle wider und zeigt die höchsten Werte im mittleren und östlichen Sachsen. Dargestellt wird das Wahlverhalten, nicht die Verbreitung rechtsextremer Ideologien; die Ergebnisse bzw. politischen Meinungsäußerungen stellen keine zwangsläufige Verbindung zur Verbreitung und regionalen Dichte rechtsextrem motivierter Kriminalität dar.

Hier das ganze Angebot des IfL.

Dank an B. aus Dortmund!

Siehe auch: Der braune Aufbau Ost geht weiter, Heye: Kultur des Wegschauens in Ostdeutschland

13 Kommentare »

  • E.S. said:

    Angesehen von zweifelhaften Aussagegehalt der Karten kann da manches auch gar nicht stimmen.

    So enthält etwa die Karte zum Medienecho auf rechte (wieso nicht rechtsextreme?) Gewalt (oder auch mutmaßliche) nur einen klitzekleinen roten Punkt auf Passau, obwohl das Attentat auf Mannichl im Dezember 2008 doch für solche Schlagzeilen und Berichte sorgte wie kaum ein anderer Fall des gleichen Jahres. Der npd-blog kritisierte damals sogar, daß ein derartiger Anschlag auf einen Polizeipräsidenten anscheinend weit größere Beachtung und größeres Entsetzen auslöse als andere Taten. Wieso kommt dieses große Medienecho – welches ja auch die Beschäftigung mit dem Thema “Rechtsextremismus in Bayern” richtig hochputschte – jedoch in der entsprechenden Karte überhaupt nicht zum Ausdruck?

  • NDM said:

    @E.S.

    Die Karte drei zeigt nicht, wie intensiv Medien über den Rechtsextremismus bzw. bestimmte Fälle berichten, sondern wie rechtsextreme Gewalt verteilt wäre, wenn man einzig die mediale Wahrnehmung als Messinstrument nähme.

    Demnach hätte es zum Beispiel im Saarland 2004-2008 nur einen einzigen Vorfall gegeben(im Gegensatz zu den 43 tatsächlich stattgefundenen Übergriffen). Für Berlin zeigt sich hingegen eine mediale Wahrnehmung, die der Realität am nächsten kommt.

    Wenn man die absoluten Zahlen der Vorfälle (Karte 2) betrachtet, und sie den absoluten Zahlen der Medial beachteten Vorfälle(Karte 3) gegenüberstellt, dann zeigt sich auch ein deutliches Ost/West-Wahrnehmungsgefälle. Im Westen wird verhältnismäßig selten über rechtsextreme Übergriffe berichtet.

  • E.S. said:

    @NDM

    Dies würde dem verbreiteten Urteil von vielen Initiativen im Bereich der Prävention des Rechtsextremismus wiedersprechen, daß man im Westen weit sensibler mit dem Thema RE umgeht. Irgend etwas kann da nicht stimmen.

  • NDM said:

    @E.S.

    Ich weiß nicht, was einzelne Initiativen konkret gesagt hatten, aber an einigen Orten findet auch meiner Meinung nach vor allem in der Kommunalpolitik aber auch von einem nennenswerten Teil der Bevölkerung selbst ein höchst verantwortungsloser Umgang mit dem Problem statt. Ich sag nur “Mügeln”, dann dürfte klar sein, was ich meine: Kleinreden, Relativieren, Täter-Opfer-Umkehr, einiges Gewaltandrohung und -anwendung gegen Aussagewillige Zeugen, usw… Oder die Polizei von Halberstadt beim Überfall auf eine Theatergruppe… Täter wurden laufen gelassen, stattdessen wurden die Personalien der Opfer aufgenommen.

    Medien mache ich da keinen Vorwurf.

    Die Frage ist natürlich auch gestellt, was Gründe für ein geringeres bzw. höheres Medienecho sein könnten. Nun habe ich erstmal nur das Kartenmaterial zur Hand. Karten 2 und 3 zeigen zumindest eine Tendenz, dass dort das Medienecho größer ist, wo die Dichte der PMKR am höchsten ist, rechte Gewalt also besonders wahrnehmbar ist). Ob das kausal zusammenhängt, weiß ich nicht sicher, ich vermute darin aber zumindest einen Mitgrund.

  • Otto Nagel said:

    Was ist rechte Gewalt!

    Letztendlich auch, wenn ein kath. Getaufter
    , langjähriger CSU oder SPD Wähler sich mit einem Ausländer,aus welchen Gründen auch immer in Streit gerät.Auch eine solche Auseinandersetzung wird eingestuft als rechte Straftat und oft der NPD angelastet.
    Richtig wäre die Statistik aufzugliedern, doch da müssten sich die “Schwarzen und die roten Socken” in Bayern, sich selbst an der Nase reiben und die NPD käme sehr gut davon und würden als Saubermänner dastehen.

  • TK said:

    Die Autoren sind sich darüber bewusst, dass eine kartografische Auswertung heikel ist, zwischen den Vorwürfen der ‘Stigmatisierung von Regionen’ und ‘Ignoranz rechtsextremer Realität’. Allerdings widerspiegelt das Kartenmaterial dennoch die Einseitigkeit der wissenschaftlichen und öffentlich-medialen Wahrnehmung des Phänomens Rechtsextremismus in der Ost-West Brille.
    Es ist unbestritten, dass rassistische EINSTELLUNGSMUSTER in den neuen Bundesländern stärker ausgeprägt sind als in den alten. Allerdings wird in der vorliegenden Darstellung außer Acht gelassen, dass beispielsweise Antisemitismus im Westen wesentlich verbreiteter ist. Zum anderen ist es m.E. unzulässig, Daten zu Wahlverhalten als Ersatz für ideologische Präferenz zu nutzen. Zu unterschiedlich sind die Wählerbindungen an Parteien in Ost und West. Der Umstand, dass im Westen die Wahl rechtsextremer Parteien vielleicht noch als ‘unschicklich’ gilt, sagt wenig über die ideologische Verortung von Wähler/innen aus.
    Es ist natürlich unbestritten, dass rechtsextreme ERSCHEINUNGSFORMEN in Ostdeutschland stärker ausgeprägt sind als im Westen. Dazu gehören nicht nur Wahlergebnisse und Parteiorganisationen, sondern auch Subkultur und gewaltförmiges Handeln. Ohne hier den unrühmlichen “Vorsprung” der neuen Bundesländer in Abrede stellen zu wollen, stimme ich NDM zu, dass im Westen Nachholbedarf besteht. Denn häufig sind Karten zu rechtsextremen Übergriffen u.a. auch ein Indiz, wie gut zivilgesellschaftliches Monitoring funktioniert, ob Betroffene angemessen betreut werden können usw. In den westlichen Bundesländern gab es, mit wenigen lokalen Ausnahmen, keine spezialisierte Opferberatung, keine unabhängige Beobachtung (außer lokaler Antifagruppen) und es gibt keine systematische Aufstellung zu Opfern rechtsextremer Gewalt seitens zivilgesellschaftlicher Institutionen. Wenn demzufolge die offiziellen Zahlen zu politische motivierter Kriminalität herangezogen werden müssen, ist hier mit einer viel höheren Dunkelziffer zu rechnen.

    Mit Hilfe dieses voruteilsgeformten Blickes auf Ost-West-Unterschiede lässt sich dann auch hervorragend begründen, warum in den westlichen Bundesländern keine Opferberatungsstrukturen finanziert werden müssen. Damit alles so bleibt, wie es war.

  • WW said:

    Bemerkenswert, Otto Nagel: In jedem Satz ein wirrer Gedanke….

  • Otto Nagel said:

    WW, doch eben bin ich nicht so Staatsgläubig,denn absolute Staatgläubigkeit ist Dummheit. Noch immer ist 1 + 1 > 2 und nicht 5, bezogen auf die
    rechte Gewalt.Ein Nachdenken lohnt sich!

  • WW said:

    1+1 ist größer als zwei und nicht fünf? Ich kapiere Ihre Worte nicht – Entschuldigung für meine Dummheit….

  • Otto Nagel said:

    WW, ja mit den Dummen und den Speichelleckern hat man schon immer die Welt um getrieben. Doch jetzt ein Satz zum Nachdenken.Laut Verfassungschutzbericht sind 80% der rechten Straftaten die Aussagen, die in unserem ach so tollen Rechtstaat, zu bestimmten Themen nicht erlaubt sind.Doch die Dummen schweigen und die Nationalen wollen der Wahrheit auf den Grund gehen, dies ist doch das eigentliche Verbrechen das man der NPD an lastet.
    Und nocheinmal: Absolute Staatsgläubigkeit ist Dummheit!
    Der Uni. Prof. jur. Hans Herbert v. Arnim, der ein Lehrstuhl für öffentliches Recht und Verfassunglehre hat, vertritt die Ansicht, das die Bundesrepublik Deutschland, keine echte Demokratie mehr sei. “Das Volk hat fast nichts mehr zu sagen. Wir haben weder Herrschaft durch das Volk noch für das Volk”,sagte der Professor aus Speyer.”Deutschland werde von der politischen Klasse beherrscht”, diese Berufspolitiker handelten vornehmlich aus Eigeninteresse” .
    Bei Normal politisch Denkenden müsste bei der Aussage von Arnim, es im Oberstüble “klick” machen, doch mir scheint, bei Herr ww klickt garnichts mehr.

  • ifl | Flying Keywords said:

    [...] Linktipp: Karten zur extrem rechten Ideologie und Gewalt in DeutschlandDie Zahl politisch motivierter Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund hat 2008 einen neuen H?chststand erreicht. Beim Rechtextremismus handelt es sich um ein gesamtdeutsches Ph?nomen: Dies belegen aktuelle Karten und Graphiken zum Wahlverhalten, zu Fremdenfeindlichkeit, zu Straftaten und Todesopfern rechter Gewalt, die das Leibniz-Institut f?r L?nderkunde in einem beeindruckenden Angebot zusammengestellt hat. Dabei stellte Sebastian Schipper eindeutig fest: Es treten deutliche regionale Unter [...]

  • WW said:

    Otto, auch wenn die BLÖD und andere Springer-Presse immer gerne dasselbe behauptet wie Sie, ziehe ich mir nicht die zusammenhanglose Aussagen eines Professors rein, wenn hundert andere das Gegenteil behaupten. Sie können ja eine eigene Partei gründen und alles viel besser machen, was Ihnen nicht passt. Das tun Sie aber nicht, weil Meckern leichter ist als Handeln. Da sind Sie wie all die anderen Meckerer auch.

    Und dass bestimmte Aussagen verboten sind, weil Sie die Menschenwürde verletzen oder Straftaten billigen, ist keine Zensur, sondern für einen respektvolle Umgang in einer friedlichen Gesellschaft notwendig. Eine Meinung zu vertreten heißt nicht, dass man alles behaupten oder bestreiten darf, was anderen Unrecht antut. Und genau das tun die Nazis.

    Aber lesen Sie ruhig weiter Ihre Bücher über rechte Verschwörungstheorien und pseudowissenschaftliche Holocaustforschung und fühlen Sie sich bitte dabei als unschuldig Verfolgter, damit das Ambiente stimmt.
    Ich bin übrigens in der Tat klick-los, wie Sie meinen. Ich ticke nur, dafür aber richtig :-)

  • NPD-BLOG.INFO » Blog Archive » Bordsteinkick: Zeuge belastet Neonazis schwer said:

    [...] Linktipp: Karten zur extrem rechten Ideologie und Gewalt in Deutschland [...]

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