DVU-Pressesprecher Molau tritt aus der NPD aus

Lange Zeit galt Andreas Molau als Hoffnungsträger der NPD, der neue Wählerschichten für die Neonazi-Partei mit dem Krawall-Image erschließen sollte – bis er im internen Machtkampf zerrieben wurde und bei der DVU anheuerte. Dort fungiert er als Bundespressesprecher, hier will er eine neurechte Partei aufbauen, die nicht mit NS-Nostalgie auf Stimmenfang geht. Trotz seines Engagements für die DVU blieb Molau auch Mitglied der NPD. Jetzt kündigte er an, seinen Mitgliedsausweis an die NPD zurückzuschicken.

Ohnehin läuft bereits ein Parteiausschlussverfahren gegen Molau; wie der Stand dabei ist, lässt sich nicht eindeutig nachvollziehen – die Angaben darüber sind widersprüchlich. Dass das Kapitel NPD für Molau aber so oder so beendet ist, war schon länger klar. Obowhl Molau wisse, „dass viele in der NPD für einen anderen Kurs stehen“. Aber er glaube nicht mehr, dass sich die Partei refomieren lasse. „Adolf von Thadden hatte dies bereits Anfang der 70er Jahre vorausgesehen“, so Molau.

wahlatlas09dvu
Die DVU holte bei der Bundestagswahl ganze 0,1 Prozent. (Quelle: Wahlatlas.net)

Nun legt sich der ehemalige Waldorflehrer für die DVU ins Zeug – und versucht deren Niedergang aufzuhalten. Während „eine ideologisierte, auf sich selbst und die Vergangenheit bezogene deutsche Rechte keine Chance hat, hat eine moderne, in die Zukunft gerichtete Rechte eine Zukunft“, so Molau. Der Löwenanteil der Wahlkampfkostenerstattung für die DVU falle zwar weg, aber es bleibe eben auch noch etwas übrig.

Siehe auch: “Keine Politik mehr rechts von Lenin”? Konservatismus in der Krise, Wahlkampfabschluss der DVU: Gegen “Sozioten”, 68er – und Nazis, DVU: Finanzielle Probleme im “Monstrositätenkabinett”?, “Rechter Gesprächskreis”: Showdown zwischen NPD-Voigt und DVU-Faust, Ex-NPD-Spitzenfunktionär Molau von Wahlliste gestrichen, Neu-DVUler Molau legt Ämter in der NPD nieder, DVU auf neurechtem Kurs: “Kernproblem” wird zur Bruchlinie

4 thoughts on “DVU-Pressesprecher Molau tritt aus der NPD aus

  1. Wieso ist es für den Artikel so wichtig, dass der Nazi Waldorflehrer war, und nicht einfach nur Lehrer? Sind die Autoren dieses Blogs mitlerweile genau so polemisierend wie die der großen Rundfunkanstalten? Der Beruf generell ist ja ohnehin irrelevant für die Aussagekraft dieses Artikels, bei anderen Funktionären in anderen Artikeln wird ihr Beruf, oder gar die Firma in der sie ihm im „bürgerlichen“ Leben nachgehen, auch nicht erwähnt, oder? Schade dass bei ihm auf seiner früheren Tätigkeit so herumgeritten wird, ich glaube sogar dass ihm dieser Umstand hilft seine eigene kriminelle Energie zu marginalisieren, da sich der gemeine Leser dann lieber der ach so bösen Waldorfschule zuwendet, diesem Sammelbecken für braunes Gesindel, die sich immer noch auf ihren so furchtbar antisemitischen Gründer beruft.

    lG,Jan

Comments are closed.