Junge Freiheit: Für Schultze-Ronhof und gegen die “Shoah-Epidemie”
Die rechtsradikale Junge Freiheit empfiehlt in ihren aktuellen Ausgabe unter anderem eine Veranstaltung mit Gerd Schultze-Rhonhof am 01. Dezember 2009 in Marburg. Schultze-Rhonhof gilt in rechtsextremen Kreisen als beliebter Stichwortgeber für revisionistische Thesen. Zwar wurden zwei seiner Bücher in konservativen Zeitungen wie beispielsweise der FAZ besprochen – allerdings auch in der Luft zerrissen. So schrieb die FAZ zu dem Buch „1939. Der Krieg, der viele Väter hatte. Der lange Anlauf zum Zweiten Weltkrieg.“, Schultze-Rhonhof gebe
frank und frei zu, er erhebe gar nicht den Anspruch, “die Tausende von Büchern gelesen und verarbeitet zu haben, die zum Thema meines Buchs bereits geschrieben worden sind”. Dabei hätten doch schon wenige genügt! Denn bei der Genese des Zweiten Weltkriegs handelt es sich um ein Thema, das gut erforscht ist. Trotzdem sucht man selbst die Namen der wichtigsten Autoren in einem Literaturverzeichnis von etwas über neun Seiten vergebens. Anstelle eines Hermann Graml, Walther Hofer, Klaus Hildebrand oder Andreas Hillgruber finden sich etwa der “dtv-Atlas zur Weltgeschichte”, ein Schulbuch für Gymnasien, das Werk von Urs Schwarz mit dem Titel “Strategie – Gestern, heute, morgen” und politisch höchst bedenkliche Traktate von David Hoggan und Erich Kern.
Die Schriften von Erich Kern sind von Antisemitismus und der Weißwäsche von Wehrmacht und Waffen-SS und NS-Organisationen geprägt. Selbstverständlich sieht er die Deutschen als die eigentlichen Opfer des Zweiten Weltkrieges. Dennnoch (oder deswegen?) beurteilt die Junge Freiheit das Werk von Schultze-Rhonhof weit positiver; und auch sein Buch „Das tschechisch-deutsche Drama 1918–1939“ wurde gelobt. Doch auch dieses Werk wurde in der FAZ rezensiert, auch hier war die Kritik vernichtend, da Schultze-Rhonhof die „gesamte intensive Forschung zu diesem Komplex“ ignoriert habe und dessen „Drall ins Zwielicht des Revisionismus“ stattdessen „auf höchst zweifelhafte Literatur“ stütze. Hierbei bediene Schultze-Rhonhof “Klischees, die von rechtsradikaler Seite hochgehalten” würden. Weiter heißt es in der FAZ:
Zum anderen ist das Buch, dem ohne Zweifel das Verdienst zukommt, das Integrationsdefizit der Tschechoslowakei bündig herauszuarbeiten, durchsetzt mit unhaltbaren Passagen und Urteilen. Dazu gehört die Gleichsetzung des Versailler Friedens mit dem Abkommen von München; die angebliche Konversion Konrad Henleins, des Führers der Sudetendeutschen Partei, vom loyalen Autonomisten zum Gefolgsmann Hitlers, der sich nur widerwillig als Sprengmeister andiente; sowie der Vorwurf einer angeblichen Dokumentenfälschung durch die Alliierten im Umfeld des Nürnberger Prozesses, um zu beweisen, dass man in Berlin schon Anfang 1937 auf einen Anschluss des Sudetenlandes zielte.
Vor allem aber bedient Schultze-Rhonhof Klischees, die von rechtsradikaler Seite hochgehalten werden: der “Lebensraum”, den Hitler anstrebte, sei ausschließlich auf Österreich, Böhmen und Mähren beschränkt gewesen; die britische Aufrüstung sei ein Bruch des zwischen Premierminister Neville Chamberlain und Adolf Hitler geschlossenen Kriegsverzichts- und Konsultationspaktes vom 30. September 1938; und die im Münchener Abkommen übernommene Grenzgarantie des amputierten Staates sei von Hitler bei seinem “Griff nach Prag” im März 1939 nicht verletzt worden. Ein Blick in die ernst zunehmende Forschungsliteratur, von den Akten im Public Record Office und am Quai d’Orsay ganz zu schweigen, hätte den Autor eines Besseren belehren müssen.
Recherche Nord beschäftigte sich mit der Quellenarbeit von Schultze-Ronhof – und kam zu dem Ergebnis, das “am Ende eine Naziquelle übrig” bliebe:
Schultze-Rhonhof offenbart bei dem hier aufgezeigten Umgang mit historischen Quellen und der Literatur eine Herangehensweise, die sich auch bei vielen anderen revisionistischen Buchautoren findet: Man bezieht sich bei Behauptungen auf einen anderen Autor, der wiederum einen anderen Autor als Quelle nennt. Es bleibt dann am Ende eine Naziquelle übrig, der eine nicht belegbare Behauptung zugrunde liegt. Was Leser von so einem Umgang mit Quellen und Literatur lernen können ist klar: Revisionistische Autoren erfinden sich ihre Behauptungen und biegen sich die Geschichte zurecht!
Kein Wunder, dass auch Neonazi-Krawallseiten wie Altermedia gerne auf Schultze-Ronhof verweisen. Besonders perfide die Behauptung, zwischen 1933 und 1938 seien Juden nach Deutschland geflüchtet. Und das geht so:
Tatsächlich bastelt der Ex-General aber auch an antisemitischen Mythen. So behauptet er, in den Jahren von 1933 bis 1938 hätten »557 000 Juden ihr polnisches Heimatland verlassen und Zuflucht im benachbarten Deutschland« gesucht; und er wiederholt: Es »strömen 557 000 polnische Juden von Ost nach West, um in Deutschland den Verfolgungen in Polen zu entkommen.« Nazi-Deutschland als Zufluchtsort für Juden – damit kommt Schultze-Rhonhof nicht nur bei einem Treffen des Kameradenverbands des ehemaligen 1. SS-Panzer-korps gut an, sondern erhält konsequenterweise auch Beifall von der NPD, die das Buch in ihrer Mitgliederzeitung Deutsche Stimme wohlwollend besprach. Schultze-Rhonhof ist übrigens Mitgründer der »Arbeitsgemeinschaft ›Stimme der Mehrheit‹«, der auch Martin Hohmann angehört, und als Interviewpartner bei der Jungen Freiheit beliebt.
Quelle: Ossietzky 8/2004
Auch für eine Veranstaltung mit Josef Schüßlburner wirbt die JF in ihrer aktuellen Ausgabe. Schüßlburner wurde im Jahr 2007 als Regierungsbeamter beurlaubt. Anlass für die Intervention war nach SPD-Angaben eine Einladung der Deutschen Burschenschaft im Frühjahr, die er unter Verweis auf die politischen Hintergründe der weiteren Referenten abgelehnt hatte. So waren neben Josef Schüßlburner auch Dieter Stein, Chef der „Jungen Freiheit“, sowie der FPÖ- Nationalratsabgeordnete Lutz Weinzinger angekündigt. Später wurde das Podium den Angaben zufolge um die in rechtsextremen Kreisen gut bekannte Anwältin Gisa Pahl ergänzt. Sie ist die Inhaberin der Internet- Domain des „Deutschen Rechtsbüros“, das sich als Kommunikations- und Informationszentrum für rechte Szene- Juristen versteht, und zählte neben dem Neonazi- Anwalt Jürgen Rieger zu den Gründungsmitgliedern dieser Einrichtung.
Bereits 2001 war Schüßlburner bereits Gegenstand einer kleinen Anfrage der Linksfraktion (BT- Drs. 14/7219). In ihrer Antwort bestätigte die damalige Bundesregierung, dass Schüßlburner „seit 1993 regelmäßig Beiträge in rechtsextremistischen Publikationen“ veröffentlicht habe und „zumindest seit 1995 als Vortragender bei rechtsextremistischen Veranstaltungen“ auftrat. So unter anderem 1995 bei einer Tagung der „Gesellschaft für Freie Publizistik“, die von Verfassungsschützern als die größte rechtsextremistische Kulturvereinigung in Deutschland eingestuft wird. 2003 wurde Schüßlburner namentlich unter der Rubrik „rechtsextremistische Bestrebungen“ im Verfassungsschutzbericht des Bundes aufgeführt.
Deutschland als Opfer des Shoah-Gedenkens…
Wenn man die die Empfehlungen für solche rechtsextremen Publizisten berücksichtigt, die sich besonders dem Revisionismus verschrieben haben, wird auch der Zweck des Interviews mit dem israelischen Autor und Knesset-Abgeordneten Avraham Burg in der Jungen Freiheit noch deutlicher. Burg hat in Israel längst eine Debatte über den Umgang mit der Shoah ausgelöst. Eine Debatte über Israel, die in Deutschland aber schnell in eine ganz andere Richtung geht, denn hier geht es vielen eben um Deutschland.
Lesetipp: The Saturday Profile – The New York Times über Burg
Und so fragt die JF in ihrem Interview auch nur teilweise nach der vermeintlichen Instrumentalisierung der Shoah in Israel und die Folgen für den jüdischen Staat, sondern in fast jeder zweite Frage nach Deutschland. So ärgert sich die JF beispielsweise:
Bundeskanzlerin Merkel zählt wegen des Holocaust das Existenzrecht Israels inzwischen ernstlich zur Staatsräson Deutschlands.
Doch Burg will nicht folgen. Er meint, Merkel nehme “einige äußerst interessante und couragierte Positionen ein”. Dies beeindrucke ihn
vor allem, da sie in der DDR aufgewachsen ist, die damals die Haltung vertrat, das antifaschistische Deutschland zu vertreten und deshalb mit der Schuld Hitlers nichts zu tun zu haben. Dennoch nimmt Frau Merkel die Verantwortung des vereinten Deutschland für die Schuld am Holocaust an. Das ist doch erstaunlich, ja eine bewunderswerte Haltung.
Findet die JF wohl weniger bewundernswert und fragt den Israeli lieber nach der Rolle des Zentralrats der Juden in Deutschland. Burgs Antwort : “Ich bin Israeli und kein deutscher Jude, ich kann dazu nichts sagen.” Die JF lässt aber nicht locker und führt noch einmal die Deutschen als Opfer ein: “Etliche Deutsche beklagen hinter vorgehaltener Hand eine Instrumentalisierung des Holocaust durch Israel, um Deutschland außenpolitisch zu gängeln. Haben sie recht?” Burg antwortet: “Noch einmal: Ich kann nicht kommentieren, was die Deutschen über die Dinge denken. Auf jeden Fall ist Deutschland heute ein verläßlicher Partner Israels, und ich wünsche mir, daß wir auf dieser Basis zu einer neuen Stufe des Verhältnisses unserer beiden Nationen kommen. Gemeinsam sollten wir die Logik durchbrechen, der Holocaust gehöre uns und alle anderen Morde in der Welt sind normale Übel, aber kein Holocaust.” Das interessiert die JF nun wiederum weniger. Wer übrigens ein Interview ohne ständige Nachfragen zu Deutschland mit Burg lesen möchte, der sei an das Time-Magazin verwiesen.
“Tag der Befreiung” und radikales Mittagessen in der Schule
Im Zusammenhang mit dem 09. November 1989 spricht die JF übrigens vom “Tag der Befreiung” – dieser Ausdruck wird von diesen Kreisen sonst eigentlich abgelehnt – zumindest wenn es um das Ende des 2. Weltkrieges geht.
Ansonsten widerspricht sich die JF innenpolitisch bezüglich ihrer eigenen Einschätzung zur Linkspartei selbst. Zwar vermeldet man auf Seite 5, die Linkspartei habe in NRW ein radikaleres Programm beschlossen (unter anderem Abschaffung von Studiengebühren sowie kostenloses Mittagessen in Schulen), auf der Titelseite wird allerdings die Lage der SPD so analysiert, dass der Platz für die Sozialdemokraten zwischen CDU und Linkspartei immer kleiner werde. Wahrscheinlich lässt sich dies so erklären, dass aus der Sicht der Jungen Freiheit die CDU einfach noch schneller nach links abdüst als es die Linkspartei schon tut. Verrückte Welt.
Siehe auch: Gemeinsam gegen die Versöhnung: Extreme Rechte wird ewigvorgestrig, “Neue Rechte” voran: Gegen die Schmach von 1918!, Auf dem Selbstfindungstrip, “Keine Politik mehr rechts von Lenin”? Konservatismus in der Krise









Eine kurze Anmerkung zur Urheberschaft von Texten, auf die verwiesen wird:
Eine sehr ausführliche Darstellung über das Wirken von Gerd Schultze-Rhonhoff findet sich auf den Seiten der VVN-BdA Stade http://www.stade.vvn-bda.de/schrh.htm.
Die angegebene Quellen-Kritik stammt auch aus diesem Zusammenhang und nicht von Recherche-Nord!
Wie man auf der Seite von Recherche-Nord lesen kann, ist dort als Autor auch korrekterweise Michael Quelle angegeben worden. Diese Quellenkritik wurde meines Wissens nur von Recherche-Nord übernommen und z.B. auch schon vor längerer Zeit in den Antifaschistischen Nachrichten abgedruckt.
Wenn man hier gewillt wäre, statt Polemik lieber stärker zur Information zu greifen, könnte man schon einmal Beurteilungen wie “widerspricht sich die JF innenpolitisch bezüglich ihrer eigenen Einschätzung zur Linkspartei selbst”, die nun wirklich schon an Peinlichkeit grenzen, getrost verzichten. Es gibt weder eine einzige Meinung “der” JF zur Beurteilung der Linkspartei, der SPD oder der CDU wie es diese bei anderen Zeitungen ebensowenig gibt. Es gibt allein die Auffassung des Autors, der den Artikel unterzeichnet. Wenn z.B. ein x-beliebiger Autor in einer “Berliner Zeitung” innerhalb der gleichen Ausgabe zur aktuellen rot-dunkelrote Koalition in Brandenburg die Auffassung X vertritt und sein Kollege die entgegengesetzte Auffassung Y kommt niemand auf die Idee einen Widerspruch zu sehen oder eine einheitliche Meinung der gesamten Redaktion zu unterstellen.
So hätte dem Autor des obigen Beitrages zumindest auffallen können, daß die zitierten Beiträge von unterscheidlichen Autoren verfaßt wurden.
Mit Seriosität hat eine solches Vorgehen jedenfalls überhaupt nichts zu tun.
Ein treffender Artikel, der mit dem Finger genau da bohrt, wo es die “JF” und ihre Verharmloser am meisten schmerzt, nämlich in der eiterigen Wunde des geschichtsklitternden Geschichts-”Revisionismus”. Auch die gründlichen Vernichtungen der Schultze-Rhonhof-Traktate in der FAZ sollte man gelesen haben.
An den FAZ-Artikeln wird deutlich, dass es einen kategorischen und jederzeit ersichtlichen Unterschied gibt zwischen einem vernünftigen, aufgeklärten Konservatismus, dem die FAZ zuzuordnen ist, und einem sog. “Rechtskonservatismus”, der – zum Beispiel, wenn es um Geschichte geht – mit einem Bein in der Nazikloake steht.
Gerade im Vergleich mit der FAZ, einem Flaggschiff des deutschen Journalismus, wird deutlich: Die “JF” ist eben keine bloß konservative Zeitung, sondern zur Substanz der “JF” gehören Brückenthemen und -thesen zum Rechtsextremismus. Solche vor allem von Scheil und Schultze-Rhonhof in und außerhalb der “JF” verbreiteten Thesen sind z.B. die folgenden:
(1) Hitler wurde der Zweite Weltkrieg aufgezwungen.
(2) Der Überfall auf die Sowjetunion war ein Präventivkrieg.
(3) Die “Wehrmacht” war eine makellose Heldentruppe.
(4) Die deutsche Geschichtswissenschaft ist in der Hand der “Siegermächte” und von “umerzogenen” Linken.
Das alles sind – falsche – Thesen, die Jürgen Rieger selig und jeder andere Neo-”Nationalsozialist” sofort unterschreiben würde. Auf diese Verbindung zwischen der “JF” und dem Nazilager wird m.E. zu selten hingewiesen.
Beachtung verdient auch der im Artikel angesprochene Umgang der “JF” mit dem Thema “Holocaust”, das “JF”-Autoren und -Lesern fürchterlich auf die Nerven geht. Der typische “JF”ler und “Neurechte” ist von morgens bis abends in der deutschen Geschichte auf “Identitätssuche”. Sein Selbstbild ist äußerst fragil, es hängt hauptsächlich von dem Verlauf der jüngeren deutschen Geschichte ab und muss ständig vor den Angriffen von Wissenschaftlern und anderen satanischen Mächten beschützt werden.
Die “JF” vermeidet jede offene Holocaustleugnung; stattdessen wird Bischof Williamson in zahlreichen Artikeln und von vielen Online-Lesern gefeiert als “Klartexter”, der als einer der wenigen Erleuchteten den Durchblick hat und endlich mal sagt, was Sache ist. Die Holocaust-Leugner und -Skeptiker unter den “JF”-Lesern erfreuen sich an den Williamson-Lobpreisungen, aber auch die Vernünftigeren unter den “JF”-Lesern werden nicht durch eine offene Holocaust-Leugnung vergrätzt. Das rechtsradikale und rechtsextreme Spielchen mit Andeutungen beherrscht die “JF” perfekt.
Den Umgang mit dem Holocaust nannte Thomas Hinze im Februar dieses Jahres in der “JF” eine “Zivilreligion” und eine “Holocaust-Religion”. (Den Ausdruck “Holocaust-Religion” kennt man auch aus Neonazi-Foren.) Hinze schreibt zum Beispiel [*]:
> Der mächtigste Dämon der Gegenwart ist die Zivilreligion,
> in der Auschwitz an die Stelle Gottes tritt [...].
Jeder weiß: Die Existenz Gottes ist nie wissenschaftlich belegt worden; es gibt kein überzeugendes Argument für die Existenz Gottes. Holocaust-Leugner oder -Zweifler können Hinze insgeheim zustimmen: “Genau! Und wie bei Gott ist es auch beim Holocaust, nichts Genaues weiß man nicht –– alles Glaubenssache.” Aber da Hinze den Holocaust nicht offen leugnet, werden auch hier die Vernünftigeren unter den “JF”-Lesern nicht vergrätzt.
Zugleich schreibt Hinze, das Holocaust-Gedenken sei der “mächtigste Dämon der Gegenwart”, und fügt es ein in das aus Bedrohungen, Angriffen und Teufeleien bestehende, stark religiös geprägte Weltbild der “Neurechten”. Nach Auffassung Hinzes ist beim Holocaust-Gedenken Satan am Werk.
Die “JF”-Leser, viele davon stramme und strammste Christen, die sich ständig im Endkampf mit dem Bösen wähnen, werden Hinze schlotternd zunicken und mit den lupenreinen Rechtsextremisten wegen der zahlreichen befürchteten Untergänge Deutschlands, Europas und der Welt um die Wette zittern.
[*]
http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.268+M5984f123c46.0.html
@e.s. (JF-Autor)
Ganz im Gegensatz zu der Seriosität von Schultze-Ronhof & Konsorten? Sie haben sich aber auch wirklich die wichtigste Passage des Textes herausgegriffen, Respekt. Wollen Sie auch noch den “Rest” kommentieren? Wie bewerten Sie, als selbsternannter seriöser Zeitgenosse, denn die Schriften von Schultze-Ronhof? Ist er in Ihren Augen lediglich ein Opfer des linken Meinungskartells von FAZ und Welt?
Nachtrag: “Thorsten Hinz” heißt der Mann.
@ P.G.
Meine persönliche Meinung zu S.-R.s “Krieg, der viele Väter hatte” habe ich auf spezielle Nachfrage von Neuer Leser gerade erst vor einigen Tagen hier mitgeteilt. Bitte lesen Sie dort nach, wenn Sie diese interessiert. Von dem erwähnten Buch “Das tschechisch-deutsche Drama 1918–1939″ habe ich dagegen bislang keine einzige Zeile gelesen, gehe aber davon aus, daß sich die Passagen und Thesen von den erstgenannten Titel – die zum größten Teil überhaupt nicht die meinen sind – dort nur in etwas ausgeweiteter Form wiederfinden.
Aber dennoch teile ich nicht Ihre Polemik (siehe oben).
@ Hamburger Studi:
ein “hochinteressanter” Artikel, den du hier verlinkt hast, und der perfekt zur Analyse des obigen Blog-Artikels passt.
Obwohl der JF-Artikel von Thorsten Hinz sich durch eine flache und strunzdumme Polemik und eine intellekuelle Bedeutungslosigkeit auszeichnet, macht besonders der letzte Absatz deutlich, welcher “Geist” in den Redaktionsräumen der JF weht (auch wenn es (Meinungs-)Unterschiede zwischen einzelnen Autoren geben mag):
“Spirale der Selbstzerstörung
Sie erhöhen sich selbst, indem sie das deutsche Volk der Position des moralischen Dauer-Schuldigen überlassen, der keine Erlösung und Vergebung zu erwarten hat, sondern durch jede abgepreßte Bußübung in noch tiefere Schuldgefühle hinabgedrückt wird, die neue Bußübungen erfordern und damit eine Spirale der Selbstzerstörung in Gang setzen.
Den einzigen Ausweg bietet die Heuchelei, zu der die Mehrheit nach aller Erfahrung bereit ist, wenn sie dafür an anderer Stelle ihre Gelüste massendemokratisch befriedigen kann.
Wir sind Zeugen eines umfassenden wie tiefgreifenden Versuchs, einen Menschentyp heranzuzüchten, der die äußere Freiheit nicht vermißt, weil seine Vorstellung von innerer Freiheit vollständig fremdbestimmt ist.”
Das ist übelstes Neonazigerede, nur mit angezogener Handbremse, für die eigenen Jünger aber die gewünschte deutliche Positionierung ihrer Kampfbibel.
Ich wundere mich wirklich über die Qualität des JF-Journalismus, der scheinbar immer wieder Zuflucht in Verschwörungsfantasien, sorry, antideutschen! Verschwörungsfantasien sucht.
@ Die Journalisten des NPD-Blogs:
Sie sollten auf jeden Fall damit fortfahren, der JF immer wieder auf die Finger zu schauen. Wünschenswert wäre meinen Meinung nach immer ein Abgleich mehrerer themenverwandter Artikel, um damit die ideologischen Leitgedanken besser herauszufiltern.
Auch wenn die Macher und Mitarbeiter der JF das demokratisch verbürgte Recht haben, für ihre Zeitung zu streiten, sollte man nicht auf das Gerede vom tapferen Vorkämpfer für die Meinungs- und Pressefreiheit und die “Rehabilitierung des deutschen Volkes” hereinfallen.
@ Hamburger Studi:
So sehr “sauber” ist die FAZ allerdings auch nicht. Ich möchte darauf hinweisen, dass einige Artikel des Stefan Scheil – der schon vor Jahren von Sven-Felix Kellerhoff in der “Welt” der “extremen Rechten” zugeordnet wurde – teils recht prominent im FAZ-Feuilleton erschienen sind. So etwa ein ganzseitiger Artikel in der Ausgabe vom 17.6.2006 (also dem früheren “Tag der Deutschen Einheit”) oder ein Artikel am 13.08.2008 mit dem Titel “Krieg in Sicht: Das Münchener Abkommen als vergeblicher Versuch – Vor siebzig Jahren entbrannte in Großbritannien der Konflikt zwischen ‘Appeasement’ und den Bellizisten um Winston Churchill”. Glücklicherweise wurde Scheil auch in der FAZ durch Rezensionen der renommierten Historiker Rolf-Dieter Müller und Rainer F. Schmidt ziemlich auseinander genommen.
wer über “die” deutschen und “die” juden schreibt, hat aus der geschichte wirklich nichts. das gilt für die jf wie für gensing. alles nazis.
individualismus statt kollektivgefasel!
Jeder hat halt seine “Spezis” im eigenen Lager, wir den Schutlze-Ronhof, ihr den Berufsmarxist und Hobbyhistoriker Hannes Heer (und zig andere, vor allem unter der “Reemtsma-Flagge”) – der Revisionismusrevisionist, der nach eurer Lesart natürlich ein blütenweißer Bannerträger der seriösen Wissenschaft – und bei dem jede Fußnote überprüfbar ist – deshalb hat ja auch ein polnischer Neuling der Zunft (Bogdan Musial) gravierende Mängel der “Wehrmachtsausstellung” entlarvt und die gesamte Chose diskreditiert. Ach ja, die Mängel gabs ja garnicht: Die haben Rechte “erfunden”. Also um die Diskussion abzurunden: Bei uns gibts Matadore, bei denen die Gesinnung durchaus mal die Feder führt, bei euch im ausreichendem Maße auch. Jeder springt natürlich für die “eigenen Leute” sofort mit grimmiger Miene in die Bresche, führt artig Argumente an usw. Zu kurz kommt dabei der reflektive Moment. Aber ganz ehrlich: Selbst wenn man den vom Gegner kritisierten tatsächlich für einen Hohlroller hält, was dann? Zugeben geht halt nicht. Also weiter mit dem alten “Rein und Raus-Spiel”, um mal aus Burgess “Clockwork Orange” zu zitieren. Übrigens noch ne Frage an den Autor: Ist die Artikelreihe über die JF und ihr Umfeld jetzt so eine Art Replik auf “Brodkorbs Weg”? So unter dem Motto: Jetzt prügel ich mal auf die ein, die der Brodkorb gar nicht so richtig als “Nazis” sieht und behandelt? Nichts für ungut, Grüße nach Hamburg!
@Regor,
wir halten den Umgang von ER mit der JF tatsächlich für falsch (ich hoffe, das ist jetzt nicht wieder eine Bestmenschen-Belehrung
), aber das gab nicht den Ausschlag dafür, dass wir uns eingehender mit der Zeitung beschäftigen. Wir hatten das Blatt zuletzt einfach mehrmals zufällig in den Fingern (Gruß an Stefan!). Dabei fiel uns auf, wie “interessant” diese Zeitung doch ist. Wir hatten sie zwischenzeitlich aus den Augen verloren.
Ansonsten bringt Ihr Beitrag nur Bekanntes: Unsinnige Vergleiche, um abzulenken und zu relativieren. Langweilen Sie sich eigentlich gar nicht selbst damit?
Den Satz finde ich sehr schön:
“[...]und bei dem jede Fußnote überprüfbar ist[...]”
Es klingt so vorwurfsvoll, als wenn es unnötig wäre. Aber als seriöser Wissenschaftler ist natürlich jede einzelne Fußnote (gemeint ist wohl Quallenangabe) überprüfbar.
“Die rechtsradikale Junge Freiheit empfiehlt in ihren aktuellen Ausgabe unter anderem eine Veranstaltung mit Gerd Schultze-Rhonhof am 01. Dezember 2009 in Marburg.”
Die Einschätzung der “Jungen Freiheit” als rechtsradikal ist nicht als objektive Tatsache, sondern als Meinung des Artikelverfassers einzuschätzen, welche ich als Leser nicht gezwungen bin zu teilen. Korrekt?
@ neuer Leser:
> Das [Hinz-Zitat] ist übelstes Neonazigerede, nur mit
> angezogener Handbremse, für die eigenen Jünger aber die
> gewünschte deutliche Positionierung ihrer Kampfbibel.
Das Bild der “angezogenen Handbremse” scheint mir nicht nur auf den Hinz-Artikel zuzutreffen, sondern das ist nach meinem Dafürhalten auch eine gute Gesamt-Charakterisierung der “JF” und ihrer Masche.
> Ich wundere mich wirklich über die Qualität des JF-Journalismus
Die Qualität ist in der Tat unterirdisch, “Berichte” (?) wie am WE über die SPD (”Es kommt immer dicker”) sind oft reine Pamphlete, in einer soeben veröffentlichten “Kolumne” (”Vergeßt Kopenhagen”) bringt Ronald Gläser die landläufigen Auffassungen zum Klimawandel allen Ernstes mit dem Holocaust und dem angeblichen “Schuldkult” in Verbindung: “Vielleicht gedeiht diese neue Klimareligion deswegen in Deutschland so gut, weil wir ohnehin seit 64 Jahren darauf getrimmt sind, kleinlaut unsere immerwährende Schuld einzugestehen.”
Um den Mangel an Qualität zu kaschieren, wird die “JF” eifrig überkleckert mit einem pseudogebildeten Namedropping – “Schon Ernst Jünger schrieb…”, “Bereits Nietzsche erkannte…” -, der auch auf sezession.de sehr schön zu beobachten und typisch für die “Neurechten” ist.
––––––––––
@ A.K.:
Danke für den Hinweis zu Scheil in der FAZ. Leider scheinen die Artikel online nicht (oder nicht mehr) abrufbar zu sein.
Zur Ehrenrettung der FAZ sollte man sagen, dass sie immer wieder von Spitzen-Historikern verfasste Kritiken von Scheil- und Schultze-Rhonhof-Machwerken veröffentlicht hat; darauf hast du ja auch hingewiesen.
Das Bundesverfassungsgericht untersagte am 25. Mai 2005, die Zeitung “Junge Freiheit” als rechtsradikal bzw. rechtsextremistisch zu bezeichnen. Daran haben sich auch selbsternannte Unrechtsdetektive aus dem Internet zu halten.
Sie kennen aber schon den Unterschied zwischen rechtsradikal und rechtsextrem, wie er bei solchen Urteilen vorgenommen wird?
@Jan
Jenau…! Das BVerfG hat vollkommen recht: das Blatt ist weder “rechtsextrem” – noch “rechtsradikal” … es ist lediglich “national sozialistisch” ausgerichtet. *lol*
Also mal ganz ehrlich, das hier einge aus der “Szene” über die Qualität von Journalismus wohlfeil urteilen, ist schon amüsant. Auf hohen Rossen … bzw. auf dünnem Eis bewegt ihr euch, Brüder. Mal was zum angeblichen “Ablenken” als Standardantwort auf Kritik. Ich muss jetzt mal ans Eingemachte gehen. Ich erinnere mich nämlich noch gut daran, als ich Herrn Gensing in einem Diskussionsstrang (er entfaltete sich, glaube ich, unter einem St.Pauli Artikel, der von mir zugespitzt beschriebene Tenor desgleichen: Die Fans des Hamburger Club schwebten mit Flügeln und Harfen als Engel ein … die Ossi-Gäste waren grässliche Nazis) nach den “Grauen Wölfen” fragte, die durchaus in Deutschland aktiv sind und durchaus die türkische Gemeinde negativ beeinflussen könnten (gelinde formuliert), meinter er (aus dem Gedächtnis zitiert): “Ja, die gibt es, aber wenn Sie mal den Hass gesehen hätten, mit denen die Speckbirnen (gemeint waren Fans eines Ostclubs, könnte Chemnitz gewesen sein) türkische Kinder ansehen… dann”. Nun mag das sogar sein, ich hatte aber die GW angesprochen und mir erhofft mal eine klare Position zu hören. Aber irgendwie hat das mit den GW nicht ins Weltbild gepasst. Bitte jetzt nicht mit der Finte kommen, dass die Kinder dann natürlich graue Wölfe werden müssten. Die GW sind schon seit zig Jahren in der BRD aktiv. Nun wäre das alles gar nicht so schlimm, wenn nicht immer die Ablenkungsplatte gespielt würde.
Ich finde: man darf durchaus auf vergleichbare Zustände im anderen Lager verweisen oder generell in der Presselandschaft verweisen. Die sind nämlich durchaus Maßstab, an der sich eine Kritik, insbesondere die an der JF, messen lassen muss. Zuletzt noch: Denjenigen hier, die immer wieder beteuern, dass die JF zwar “unterirdisch” ist aber “naaaatürlich” das Recht hat, zu publizieren, nehme ich das durchaus ab. Ein Restmißtrauen bleibt aber. Würdet ihr dann auch gegen die Erpressung von Zeitungsverkäufern und Brandanschläge auf Druckereien das Wort erheben? Wohl kaum.
@ Regor:
“Würdet ihr dann auch gegen die Erpressung von Zeitungsverkäufern und Brandanschläge auf Druckereien das Wort erheben? Wohl kaum.”
Doch! Weil Gewalt und Einschüchterung keine Mittel der demokratischen Auseinandersetzung sind und weil dadurch die JF erstens ihre Linie nicht ändert und die Kohäsion innerhalb des rechts-national-konservativen Lager noch weiter zunimmt und weil zweitens die JF sich als Opfer “linker” Gewalt präsentieren könnte, während sie gleichzeitig auch weiterhin ein Klima des Misstrauens zwischen bestimmten politischen Gruppierungen und Bevölkerungsteilen schürt.
Wenn Hardcore-”Antifaschisten” irgendwo Kioskbesitzer einschüchtern, weil diese die JF verkaufen, dann sollte man diese Leute aus dem Verkehr ziehen.
“Ja, die gibt es, aber wenn Sie mal den Hass gesehen hätten, mit denen die Speckbirnen (gemeint waren Fans eines Ostclubs, könnte Chemnitz gewesen sein) türkische Kinder ansehen… dann”
Solange solche Formulierungen eines Journalisten außerhalb seiner journalistischen Artikel stattfinden, dann ist das meiner Meinung nach völlig ok, auch wenn es sich dabei um einen Diskussionsstrang handeln sollte. Warum soll ein Journalist außerhalb seiner Artikel oder seiner journalistischen Aufklärungsarbeit solche Begriffe nicht verwenden dürfen?
Außerdem ist die Bezeichnung “Speckbirne” echt lustig. Kackbratzen hätten es auch getan.
Was allerdings mit Journalismus absolut nichts zu tun hat, sind Schlussfolgerungen wie diese: “Vielleicht gedeiht diese neue Klimareligion deswegen in Deutschland so gut, weil wir ohnehin seit 64 Jahren darauf getrimmt sind, kleinlaut unsere immerwährende Schuld einzugestehen.”
(http://jungefreiheit.de/Single-News-Display.154+M5017abb4bc9.0.html)
P.S. Wenn “rechte” oder rechtskonservative Zeitgenossen den Printbereich oder Internet für eine (kritische) Berichterstattung über den “linken Gegner” und “linke” Gewalt nutzen wollen, ist ihnen das freigestellt. Nur gibt es von der “rechten” Seite – zumindest im deutschen Sprachraum – bislang keinen erwähnenswerten wie auch ernsthaften Versuch, Portale und Blogs wie “NPD-Blog”, “Endstation-Rechts”, “Redok”, “Netz-gegen-Nazis”, “Mut-gegen-rechte-Gewalt” oder “Störungsmelder” zu kopieren, d.h. auch ernsthafte journalistische Aufklärung über den “Gegner” zu betreiben.
Und so frei und ohne persönliche Beleidigungen wie “Rechte” oder Konservative auf den hier genannten Seiten sich zu Wort melden können, ist dies den “Linken” auf den allgemein bekannten Weltnetzseiten der “Rechten” nicht möglich! Auch im Kommentarbereich der JF habe ich schon persönliche Angriffe gegen “Andersdenkende” mitbekommen!
So viel also zu Demokratie, Meinungsfreiheit und dem Umgang mit “Andersdenkenden”.
Diejenigen, die sich schon berufsmäßig als “Andersdenkende” bezeichnen, leben meiner Meinung nach in einer “Anderswelt”.
@Hamburger Studi:
Die beiden genannten Scheil-Artikel liegen hier als PDF vor. Bei Interesse bitte Anforderungs-Mail an die Kontakt-Mailadresse von redok.de schicken.
Was haben die grauen Wölfe mit der JF zu tun? Und warum muss eine (genau eine) aus dem Gedächtnis!! zitierte Konversation symptomatisch für die Qualität eines Journalist und seiner Arbeit sein?
Verallgemeinern und relativieren, verallgemeinern und relativieren. Mehr ist von der rechten Ecke nicht zu erwarten…
http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=46409378&top=SPIEGEL
http://www.zeit.de/2005/39/P-Wapnewski
(…)
Peter Wapnewski, der Minnesangspezialist und Richard-Wagner-Liebhaber, erweist sich über weite Strecken seines Erinnerungsbuches als Drehbuchautor: Mit scharfen Schnitten – Eberhard Fechner hätte seine Freude dran – setzt er Bilder, Situationen, Charaktere oder Lumpen gegeneinander: den hilfsbereit schummelnden Stabsarzt und die Nazikrankenschwester, den gemütlichen Blockwart und die Ermordeten. Schneidend scharf (man erinnert sich an seinen FAZ- Artikel aus diesem Anlass, den er hier fast wörtlich einbaut) seine kalte Dialektik zum »Fall Höfer«: Der spätere WDR-Journalist hatte nach der Hinrichtung des Pianisten Karlrobert Kreiten im Herbst 1943 mit einer widerlichen Tirade im Berliner Zwölf-Uhr-Blatt diesen Mord gefeiert, eine »Hinrichtungshymne« publiziert – und sich, als die Sache lange nach dem Krieg ruchbar wurde, darauf hinausgeredet, Passagen in dem Artikel seien nicht von ihm. Wapnewskis geradezu Brechtscher Hohn ist nicht zu überbieten: »Das kann man ihm glauben. Denn hätte sich, was da gedruckt war, nicht nur mit seinem Namen, sondern mit seiner Person gedeckt, er wäre vor verzweifelndem Entsetzen in sich zurückgekrochen, wäre leise geworden, stumm geworden, die Reue hätte ihm den Mut, die Scham die Zunge gelähmt.«
Ähnlich angeekelt ruft er uns einen Widerling namens Joachim Fernau ins Gedächtnis, seines Zeichens bis 1945 SS-Kriegsberichterstatter, noch 1944 blutrünstigste Durchhalteartikel ausferkelnd, sofort nach dem Kriege Erfolgsautor à la Konsalik. Man kennt das, kennt auch die Namen – aber es ist nie zu spät zur Empörung, so unerbittlich, wie sie Peter Wapnewski uns erinnernd aufzwingt: »Ist es denn nicht so, dass die schauderhafteste Fehldiagnose, die je ein Zeitungsberichterstatter geliefert hat, ihm definitiv die Approbation entzieht? ›Der Sieg ist wirklich ganz nahe‹ – wer das diesem Volke im August 1944 versprach, ist entweder ein Schwachkopf von unvorstellbarem Format – oder aber ein infernalischer Lügner. Das eine wie das andere: Zwingt es nicht dazu, das Handwerk des Schreibens zu lassen, die Kunst der Prophetie aufzugeben, vor der Geschichtsdeutung zu kapitulieren, das eigne Volk mit Bestandsaufnahmen künftig zu verschonen? Es zwingt offenbar nicht.«
Das “national-patriotische” Blättchen “JF” sieht dies natürlich anders – wenn gar nicht …
http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.154+M5f8909f7c90.0.html , zu bejubeln unter der Edition Antaios … und GENAU DA PASST ES AUCH HIN:
http://www.shop.edition-antaios.de/index.php?cat=c24_Nationalrevolution-re.html&XTCsid=4b07a83d10f779c73156231cec814523
http://www.shop.edition-antaios.de/index.php?cat=c25_Jungkonservative.html
http://www.shop.edition-antaios.de/index.php?cat=c27_Die-V-lkischen.html
http://www.shop.edition-antaios.de/index.php?cat=c26_Studien.html
“Quellentexte”..!?
Ich bin offenkundig nicht verstanden worden: Mit meinem Gensing-Zitat bezog ich mich nicht auf die JF-Diskussion, sondern auf den regelmäßigen Vorwurf, ich würde Kritik an JF oder Vertretern ihres Umfelds mit “Ablenkungen” kontern – eben, weil ich auf vergeichbare Zustände, Methoden, Defizite im linksradikalen Lager verweise. Deshalb habe ich mal aus dem Gedächtnis ein Gensing-Zitat angebracht. Ich hatte damals um eine Stellungnahme zu den GW gebeten, jedoch bekam ich nach dem “Ja, die gibt es” einen Kurzvortrag über “Ossi-Fan-Nazis” zu lesen, auf die GW wurde nicht mehr eingegangen. Das ist ja auch alles nicht so dramatisch, ich störe mich auch nicht an der Bezeichnung “Speckbirnen” (es ist durchaus möglich, dass sich unter Fussball-Fans im Allgemeinen und Fans von Ostclubs im Speziellen solche befinden), jedoch liegt hier so gesehen auch ein gelagerter Fall von “Ablenkung” vor.
>>Und so frei und ohne persönliche Beleidigungen wie “Rechte” oder Konservative auf den hier genannten Seiten sich zu Wort melden können, ist dies den “Linken” auf den allgemein bekannten Weltnetzseiten der “Rechten” nicht möglich! Auch im Kommentarbereich der JF habe ich schon persönliche Angriffe gegen “Andersdenkende” mitbekommen!<<
Das bezweifle ich aber. Also meine Beträge beim "Störungsmelder" (SM) werden in der Regel (so rund 60%) kommentarlos gelöscht, obwohl sie konform mit den Blogregeln gehen.
NPD Blog bildet eine Ausnahme, für dieses faire Verhalten gebührt Herrn Gensing durchaus Anerkennung – es ist aber eine absolute Ausnahme. Wurden Ihre Kommentare in der Kommentarspalte von JF, Sezession oder auch Welt (Tipp!) gelöscht?
Zu den "Angriffen": Ich habe noch keine mitbekommen, will sie aber nicht ausschließen. Ich halte solche für nicht tragbar, klarer Fall.
Das "wir" kein Blog analog zu NPD-Blog, Störungsmelder etc. haben ist ein Defizit, das stimmt. Aber bitte im Auge behalten:
SM = wird von der "Zeit" unterhalten,
hinter "Endstation Rechts" steht ein Mandatsträger mit Zeit und Geld.
ist ja gut, Herr Mylius. Wikipedia ist schon klasse. Warum haben sie nicht auch aus der Replik Fernaus zitiert, der sich damals der Kritik gestellt hat? Ich halte es für reichlich selbstherrlich und abgehoben, heute bräsig davon auszugehen, dass man zwischen 1933-1945 “ganz sicher” aktiver Widerstandskämpfer gewesen wäre. Joachim Fernau hat “mitgemacht”, keine Frage. Er hat aber dennoch nach dem Krieg sehr viel geschrieben, dass vielen (auch Linken, Antifaschisten, Unpolitischen) Menschen etwas gegeben hat – das zeigen die Verkaufszahlen. Ich wäre mit Verdikten nicht so schnell bei der Hand.
Regor schreibt:
“Ich bin offenkundig nicht verstanden worden: Mit meinem Gensing-Zitat bezog ich mich nicht auf die JF-Diskussion…”
Sorry, da habe ich dich tatsächlich falsch verstanden:)
“Das bezweifle ich aber. Also meine Beträge beim “Störungsmelder” (SM) werden in der Regel (so rund 60%) kommentarlos gelöscht, obwohl sie konform mit den Blogregeln gehen.”
Ab und zu schaue ich auch da mal rein. Die SM-Betreiber (bitte nicht falsch verstehen) sind tatsächlich etwas restrektiver. Aber die wollen, dass man sich konkret zu den Artikeln äußert und nicht abschweift. So lauten jedenfalls die Begründungen für die Löschung bzw. Kürzung der Userkommentare. Persönliche Angriffe werden aber auch dort nicht geduldet.
Wie es bei dir konkret aussieht, kann ich natürlich nicht sagen.
“Wurden Ihre Kommentare in der Kommentarspalte von JF, Sezession oder auch Welt (Tipp!) gelöscht?”
Ob meine Kommentare gelöscht wurden? Nee, weil ich bislang dort nicht “herumgetrollt” bin. Vielleicht werde ich beizeiten mich dort umschauen und dokumentieren, wie man es dort mit “Andersdenkenden” hält.
Wenn man bei “altermedia” oder “pi” mit solchen Kommentaren aufwartet wie den meinigen oder den von “Hamburger Studi” oder “Axel Mylius”, dann ist ja klar, was man an den Kopf geschmissen bekommt.
“SM = wird von der “Zeit” unterhalten,
hinter “Endstation Rechts” steht ein Mandatsträger mit Zeit und Geld. ”
Aber hallo, das sind doch keine Gründe, es nicht selbst zu versuchen.
@Regor
Sie tun es ja schon wieder…
Sie dürfen also Kritik mit Ablenkung kontern, da Herr Gensing dies auch schon einmal getan hat. Dieses Vorgehen nennt man im allgemeinen relativieren.
@regor
Ich hab` mich nicht auf Wikipedia bezogen, sondern zwei Artikel angeführt…
Anschließend habe ich lediglich angemerkt, dass die in den Artikeln dargelegten Aspekte von der “JF” augenscheinlich “Außen Vor” gelassen werden, und dass eine “Hymne” auf Fernau durch einen Verlag erfolgt, der … ähm … “Quellentexte” anbietet: also “Quellentexte” in Form der Reden eines jungen Herrn Goebbels, der “Philosophie” der SA, oder den Ausführungen von Herrn “Rasse-Günther”.
Was ist daran nun … öhm … kritikwürdig. *liebguck*
Ich zitiere jetzt einfach mal aus der neuen “Sezession”, die ja maßgbelich mit dem Antaios-Verlag (und JF) in Verbindung steht:
“Was hatte es tatsächlich mit seiner Tätigkeit als Kriegsberichterstatter der Waffen-SS und “Durchalte-Propagandist” auf sich?” (Rezension von Kubitschek, Lehnert: Joschim Fernau. Schnellroda 2009).
Des Weiteren: Auf Seite 16: (bezogen auf den NS): Nicht nur die parlamentarische Demokratie, sondern der in Jahrhunderten entwickelte Rechtsstaat, sogar die über ein Jahrtausend alte föderale Staatsstruktur werden abgeschafft. Aus der Rassenideologie erwächst eine zuvor nicht für möglich gehaltene Rebarbarisierung im Umgang mit anderen Menschen, bis hin zum, millionenfachen Judenmord” (March: Schlüsselereignisse deutscher Geschichte). Ich denke, das zeigt deutlich, wo die Sezession steht.
Übrigens: Es ist völlig legitim “Quellentexte” auch der Zeit des NS zu veröffentlichen, sie machen in dieser Reihe rund 20% aus. Erst durch solche Texte ist die Zeit zu verstehen. Im Unterricht wird mein Sohn auch mit Quellentexten konfrontiert, ein Quelle aus römischer Zeit, in der die Sklaverei als Tugend präsentiert wird, sollte ihn nicht automatisch zum Anhänger der Sklaverei machen. Was schlagen Sie vor? Verbrennen?
@regor!
Schreib` doch endlich mal “Klartext”, während du ständigst versuchst, das Geflecht aus “JF”, “IfS”, “GfP” und NPD zu einem “konservativen Denkklub” zu relativieren, wo es (”einfach mal so”) “Überschneidungen” gibt! – Was willst` du eigentlich vermitteln?
Komme mir doch nicht mit deinen “legitimen Quellentexten”, wenn du durchaus fähig scheinst, das Wort KONTEXT zu buchstabieren! – In welchem Kontext stehen denn für dich jene Werke? Die “JF” und ihr Netzwerk verhökert also unkommentiert die “Rasse”-Schriften des Günther, die Original-Lobhudeleien des “Freikorps”, die antislawischen Auswürfe des A.M.v.Bruck, und das wird – deiner Ansicht nach – getan, um uns allen zu zeigen, wie es nicht gemacht werden sollte..!?
@regor, du machst dich einfach Lächerlich; geh` wieder zur “JF”, wo du hingehörst, und mime hier nicht den Betroffenen, der noch seinen Sohn “in`s Felde” führt…
Und schon wieder…
Man darf also Nazischriften veröffentlichen, weil römische Sklaventexte veröffentlicht werden.
Und sie erwarten ernsthaft, dass wir dieses Geschreibsel ernst nehmen?
Laut GG darf sich jeder aus allen ihm zugänglichen Quellen unterrichten, das gilt auch für Schriften historischer Rechtsextremer. Sie können in jeder Bibliothek ausgeliehen werden, es gibt keine Zugangsbeschränkungen. Das sollte mal festgehalten werden. Den “Kontext”, den Sie hier selbstzufrieden festlegen wollen, sehe ich eben nicht.
Auch das ist mein gutes Recht – wer etwas veröffentlichen “darf” und wer nicht, bestimmen Gott sei Dank noch keine selbsternannten Gouvernanten, die sich auf der Seite des Lichts wähnen, sondern jeder Verlag für sich selbst. Sie brauchen sie nicht zu lesen oder zitieren, es steht Ihnen frei diese abzulehnen.
@Regor
Ähm … öhm … wie jetzt!?
“Laut GG darf sich jeder aus allen ihm zugänglichen Quellen unterrichten, das gilt auch für Schriften historischer Rechtsextremer. Sie können in jeder Bibliothek ausgeliehen werden, es gibt keine Zugangsbeschränkungen. Das sollte mal festgehalten werden.”
“Schriften historischer Rechtsextremer”..!?
Regor, kannst du bitte deine Begrifflichkeit “historische Rechtsextreme” etwas präzisieren? – Meinst` du jetzt Kühnen, oder Rieger, oder Hitler, oder Rosenberg oder wie oder was!? – Welche Bibliothek ist nun genau gemeint: die an deiner Ecke, oder wie?
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