Easter-Bunny-Gate: NPD veröffentlicht Email-Verkehr

Nach der Ankündigung von Wikileaks, 37.000 Emails aus der internen Kommunkation der NPD veröffentlichen zu wollen, zieht die neonazistische Partei die Reißleine. Nach Ostern wird die NPD nach eigenen Angaben nach und nach ihren Email-Verkehr offenlegen, kündigte NPD-Sprecher Claus Württemberger auf Anfrage von NPD-BLOG.INFO mit. Wöchentlich würden dann jeweils die „E-Briefe“ aus einem Quartal auf den „Weltnetzseiten“ der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, so Württemberger, allerdings würden die Mails größtenteils anonymisiert. Auch persönliche Nachrichten sollen ausgeklammert werden, da es für die Öffentlichkeit irrelevant sei, was sich Udo Pastörs von seiner Frau Marianne zum Mittagessen wünsche (Forelle Müllerin mit Buttersauce). Man habe nichts zu verheimlichen, betonte der Sprecher. Lediglich etwas antiquierte Grußformeln würden möglicherweise aus den Nachrichten gelöscht.

„Ring deutscher  Rätselfreunde“ gegründet

Die NPD verspricht sich durch die Veröffentlichung offenbar einen Besucheransturm für ihre Internet-Präsenz. Zwar sei man mit den Zugriffszahlen schon zufrieden, allerdings sei „da noch Potenzial nach oben“, so Württemberg weiter. Zudem werde man die seit drei Jahren angekündigte „Medienoffensive“ mit eigenem TV-Kanal, 24-Stunden-Radio-Programm sowie eigener „Weltnetz“-Suchmaschine „jetzt aber ganz in echt“ umsetzen.

Lesetipp: NPD-BLOG.INFO-exklusiv – “Die Grenze” zwischen Fiktion und Wirklichkeit

Pro Email, die von der NPD bereit gestellt wird, müssen die Besucher zudem ein Flugblatt herunterladen oder sich dabei Lieder von der aktuellen NPD-Schulhof-CD anhören, kündigte der Sprecher an. Weiterhin werde man politische Quizfragen stellen. Die Partei habe daher den „Ring deutscher  Rätselfreunde“ ins Leben gerufen – damit wolle man auch ein Zeichen setzen gegen die zunehmende Sudokisierung Deutschlands.

Easter-Bunny-Gate

Bezüglich der angekündigten Email-Veröffentlichung auf Wikileaks sagte Württemberger, ein NPD-Funktionär habe am 13. Februar 2010 beim blockierten Aufmarsch in Dresden während eines Besuchs bei Mc Donalds am Neustädter Bahnhof eine Penny-Tüte mit einer Festplatte darin vertauscht und stattdessen versehentlich eine Tüte gefüllt mit zwei Schokoladenosterhasen sowie einer Dose Hundefutter mitgenommen. Auf der Festplatte befanden sich die Emails, die Hardware sollte am Obersalzberg in einem geheimen Postfach gelagert werden. Doch der Finder spielte die Emails nun offenbar Wikileaks zu. Die NPD sucht daher den ehemaligen Besitzer der Osterhasen, um das Schleckermäulchen strafrechtlich zu belangen. Württemberger bezeichnte den Vorgang in Anlehnung an Watergate als „Easter-Bunny-Gate“-Skandal. Die Partei veröffentlichte ein Bild der Osterhasen und bittet ihre Anhänger, dieses in Dresden und Umgebung zu verteilen. In der Sächsischen Schweiz sind nach Augenzeugenberichten bereits ganze Dörfer mit den Plakaten zugekleistert. Die NPD wolle den Gesuchten wegen Geheimnisverrat sowie Tierquälerei anzeigen, drohte der Sprecher abschließend.

osterhasen

Siehe auch: Wikileaks will 37.000 Emails der NPD veröffentlichen

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