Mopo: Wenn schon abschreiben, dann zumindest richtig
Die rechtsextreme Bewegung in Deutschland ist vielschichtig geworden. Die Aktivisten setzen bei der Rekrutierung auf Musik, lebensnahe Themen und abwechslungsreiche Freizeitgestaltung. Die NPD fungiert als parlamentarischer Arm, `Freie Kameradschaften` und andere Neonazis sind für die Straßen zuständig. Die Neue Rechte liefert die passende Ideologie. So wird das Rechtsextremismus-Dossier auf tagesschau.de eingeleitet.
Die Hamburger Morgenpost veröffentlichte am 25. August 2007 auf Seite 4 eine Info-Box über `Die rechte Szene`. Darin heißt es, ohne Quellenangabe: Die rechtsextreme Bewegung in Deutschland ist vielschichtig. (…) Die Aktivisten setzen bei der Rekrutierung auf Musik, lebensnahe Themen und abwechslungsreiche Freizeitgestaltung. Als parlamentarischer Arm fungieren bundesweit drei Parteien: NPD, DVU und Republikaner. `Freie Kameradschaften` und andere Neonazis sind hingegen `für die Straßen` zuständig.
Nun ist es an sich bereits unschön, dass die Mopo einfach Texte abschreibt, ohne die Quelle zu benennen. Aber dann auch noch Ungenauigkeiten einzubauen, das ist besonders peinlich. So überschreibt die Mopo `ihre` Info-Box mit `Die rechte Szene` und `copy & pasted` dann – richtigerweise – `rechtsextreme Bewegung`. Dieses sind zwei unterschiedliche Dinge, eine Bewegung setzt sich aus verschiedenen Szenen zusammen. Aber geschenkt. Richtig falsch wird es im Folgenden. Die DVU kann man sicherlich in einem Atemzug mit Neonazis und Freien Kameradschaften nennen, auch wenn es sich um eine Phantompartei handelt, ferngesteuert aus München, die keine wirkliche Basis hat und von den Neonazis abgelehnt wird. Die Republikaner hingegen haben aber sehr wenig mit Neonazismus zu tun. Zwar gibt es in einigen Landesverbänden Kontakte und möglicherweise auch inoffizielle Wahlabsprachen mit NPDlern – doch die Republikaner verfolgen bereits seit vielen Jahren einen strikt nationalkonservativen Kurs, Parteichef Schlierer hat immer wieder Avancen von NPD und DVU abgelehnt. Im Verfassungsschutzbericht spielen die Republikaner schon seit Jahren keine Rolle mehr, es gibt zwar rechtsextreme Mitglieder und Meinungen in dieser sterbenden Partei, doch ingsesamt handelt es sich um keine rechtsextreme Organisation.
Klugscheißerei? Vielleicht! Aber zumindest auf dem eigenen Mist gewachsen.










