Erneutes Demo-Desaster: NPD im Westen ohne Nazi-Banden nicht aktionsfähig
NPD-Chef Udo Voigt und seine Mitstreiter aus der Parteispitze werden sicherlich wissen, warum sie von ihrem eigenen Beschluss – nur wenige Wochen alt – nichts mehr wissen wollen. Was war geschehen? Nach einem Nazi-Aufmarsch in Frankfurt am Main Anfang Juli 2007 gab es mächtig Ärger – zwischen Wichtigtuern aus der NPD und ihren Äquivalenten aus den Reihen der `Autonomen Nationalisten` (AN). Daraufhin distanzierte sich die NPD-Spitze eindeutig von den Initiatoren und Mitwirkenden der Schwarzen Blöcke auf den Nazi-Demos. Es hagelte Kritik auf die NPD ein, offenbar weit mehr als erwartet. Denn Mitte September wollte die NPD-Führung beim Wahlkampfauftakt in Niedersachsen von ihrer eigenen Erklärung nichts mehr wissen. Obwohl NPD-Multifunktionär Peter Marx dem Autoren gegenüber noch einmal den Abgrenzungsbeschluss der NPD bestätigt hatte – sogar garniert mit dem Verdacht, die AN würden staatlich gefördert - war in Hannover nun plötzlich die Presse schuld an dem Streit.
So weit, so albern. Doch nicht die gesamte NPD macht diese erneute 180-Grad-Drehung mit, denn viele wollen tatsächlich keine Nazi-Kameraden auf ihren Aufmärschen, die Kleidung und Stil der verhassten Antifa nachäffen – und sich dabei auch noch total gewitzt vorkommen. Der NPD-Kreisverband Düren ist so ein Teil der Partei. Anlässlich einer Demonstration am 22. September 2007 in der Stadt wies die Dürener NPD darauf hin, mal wolle keine `linke Kleidung` auf ihrem Aufmarsch dulden. Daraufhin brach der Zwist erneut aus und endete mit einem Boykott aus Nazi-Kreisen. Statt der erhofften 1000 Rechtsextremisten waren demnach nur etwa 200 dabei. Obendrein sahen sich die Herren Kameraden deutlich mehr als 1000 Gegendemonstranten entgegen.
NPD im Westen bislang kaum wahrnehmbar
Eins macht diese erneute Posse im rechten Lager deutlich: Die NPD ist im Westen ohne die Nazi-Banden – ob man sie nun `Freie Kameradschaften`, `Freier Widerstand` oder auch `Autonome Nationalisten` nennen möchte – nicht aktionsfähig. Das weiß die NPD-Spitze natürlich. Dementsprechend geht sie in Niedersachsen auf Kuschelkurs, um vielleicht doch einen Wahlerfolg zu erreichen. Danach werden die Grabenkämpfe erneut ausbrechen – unabhängig davon, ob die NPD in den Landtag einzieht oder nicht. Denn in dem einen Fall geht es dann um die Verteilung von Millionen von Euro und einflussreichen Pöstchen, im anderen muss der Schwarze Peter irgendwo platziert werden.
Transformation läuft im Westen noch
Der Unterschied zwischen NPD in Ost- und Westdeutschland besteht darin, dass im Osten der Wandel in eine neonazistische Partei bereits so gut wie abgeschlossen ist. In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben Kader aus alten `Kameradschaften` das Ruder an sich gerissen. Sachsen nimmt als neues NPD-Stammland eine Sonderstellung ein, da hier die Strukturen vielfältig sind.
Im Westen hingegen toben immer wieder Machtkämpfe zwischen konventionellen Rechtsextremisten und den Neonazis, die in die Partei stoßen. Doch nach und nach werden auch in den alten Ländern die Verbände auf den neuen Kurs gebracht. Eine Frage der Zeit. Auch der Niedergang der DVU zeigt deutlich, dass der ultra-radikale Kurs der NPD in der rechtsextremen Bewegung zurzeit den meisten Erfolg verspricht – was aber nicht unbedingt für Wahlen im Westen gelten muss…
Zu der Demonstration in Düren und den Gegenaktionen: Das Dürener Bündnis gegen Rechts.









[...] Bericht beim NPD-Blog (Blog zur Aufklärung über die NPD) [...]
[...] NPD-BLOG.INFO über den Streit zwischen NPD und AN. Von P.G. Reaktionen auf diesen Beitrag via RSS 2.0 Bitte kommentieren Sie oder diskutieren via Trackback weiter! Kommentare Bitte kommentieren Sie! [...]
[...] um die eigene Haltung zu den „Autonomen Nationalisten“ wird sie kaum fortführen können. Die Verrenkungen der Parteioberen hatten schon in den vergangenen Monaten für so manches Amüsement gesorgt, doch nun scheint das [...]
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