Deutschland im Herbst 2007: Überfälle, Brandanschläge, Schändungen

Rechtsextreme haben im sächsischen Mittweida einer 17-Jährigen ein Hakenkreuz in die Haut geritzt. Die junge Frau erlitte eine fünf Zentimeter große Schnittverletzung im Hüftbereich, wie die Polizei am 23. November 2007 laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP miteilte. Anschließend versuchten die vier jungen Männer, ihr eine SS-Zeichen in die Wange zu ritzen, scheiterten jedoch an der Gegenwehr des Opfers, dass schließlich flüchten konnte. Die junge Frau war zuvor einer sechsjährigen Spätaussiedlerin zu Hilfe gekommen, die von den Rechtsextremen herumgeschubst worden war und laut weinte.

Angriff in Magdeburg

Zwei Rechtsextremisten haben in Magdeburg laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (Ressort `Panorama`!) einen Asylbewerber aus Sierra Leone angegriffen und verletzt, ehe sie von einem Augenzeugen vertrieben wurden. Die beiden jungen Männer hätten den 31-jährigen Afrikaner (gemeint ist wohl Schwarzer, siehe dazu auch hier) am 17. November 2007 zunächst beleidigt und dann geschlagen, berichtete die Polizei den Angaben zufolge. Das Opfer flüchtete, wurde aber eingeholt und erneut verprügelt. Ein Autofahrer hielt an und versuchte, die Schläger von ihrem Opfer abzubringen. Der 24-Jährige alarmierte dann die Polizei und verfolgte die Täter.

Brandsatz auf Menschen geworfen

Bei einem anderen Vorfall warf in der Nacht zum 18. November 2007 dem SZ-Bericht zufolge ein der Polizei als rechtsradikal bekannter 18-Jähriger in Abstatt bei Heilbronn einen Brandsatz auf eine Gruppe Menschen. Nach Polizeiangaben verfehlte er aber sein Ziel. Die Angegriffenen, ein 32-jähriger Deutscher und zwei 18 und 42 Jahre alte Türken, blieben unverletzt. Anlass könnte ein Streit in der Schule gewesen sein. Die Polizei schloss aber auch einen rechtsextremistischen Hintergrund nicht aus.

Gruppe Nazis überfällt schwarzen Jugendlichen

In Lübeck wurde ein junger Afrikaner (gemeint auch hier ein schwarzer Mensch) am 17. November 2007 von einer Gruppe vermutlich Rechtsradikaler überfallen. Wie die Polizei ebenfalls laut SZ mitteilte, näherten sich sechs Männer und eine Frau im Alter von 25 bis 35 Jahren dem Opfer an einer Tankstelle. Einer der Männer habe den 19-jährigen Schwarzen am Kopf getreten und ihm dabei einen Zahn ausgebrochen. Eine aufmerksame Zeugin habe die Polizei alarmiert, die die sechs Männer über Nacht in Gewahrsam nahm.

Brandsätze auf Flüchtlingsunterkunft

In Nürnberg hat die Staatsanwaltschaft laut einem Bericht des Online-Dienstes E110 Anklage gegen rechtsradikale Jugendliche aus Mittelfranken erhoben. Drei jungen Männern und einer Frau wird ein Brandanschlag auf ein von Ausländern bewohntes Haus zur Last gelegt, wie das Oberlandesgericht Nürnberg mitteilte. Außerdem sollen zwei der Männer einen jüdischen Friedhof verwüstet haben. Dabei sollen sie von einer weiteren Frau unterstützt worden sein. Den Angaben zufolge haben die vier 16 bis 17 Jahre alten Neonazis am 2. Oktober 2006 mehrere Brandsätze auf ein vornehmlich von Ausländern bewohntes vierstöckiges Haus in Bad Windsheim geworfen. Zu dem Zeitpunkt befanden sich 42 Menschen in dem Gebäude, es wurde niemand verletzt. Laut Staatsanwaltschaft hatten die Neonazis die Absicht, die Bewohner zu töten. Die Jugendlichen hätten `aus ausländerfeindlichen Motiven` gehandelt. Ihnen wird versuchter Mord in 42 Fällen sowie schwere versuchte Brandstiftung vorgeworfen. Ferner sollen zwei der jungen Männer und eine 18 Jahre alte Frau am 24. Februar 2007 auf dem jüdischen Friedhof in Diespeck gemeinsam 63 Grabsteine umgeworfen und elf Gedenksteine beschädigt haben. Ihnen wird deswegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung zur Last gelegt.

SPD und Union streiten sich derweil darüber, ob wohl der militante Rechtsextremismus oder der islamistische Terror eine größere Bedrohung seien. Was das mit dem Thema zu tun hat? Weiß ich auch nicht.

NPD-BLOG.INFO über rechte Gewalttaten.