NPDler wollen keine Neonazis sein – Part II

In der Rubrik `NPDler wollen keine Neonazis sein` werden besonders krasse Beispiele für nationalsozialistischen Inhalte und Strömungen in der NPD vorgestellt. Hintergrund: Die NPD in Bayern hatte versucht, sich juristisch dagegen zu wehren, dass NPDler als „Rechtsextremisten und Neonazis“ bezeichnet werden.  Die Anti-Nazi-Koordination Frankfurt am Main wies bereits richtigerweise darauf hin, dass sich NPD-Kader aus Hessen in diversen Propaganda-Filmchen selbst als Nazis bezeichnen.

Nun also ein weiteres Beispiel, warum es absolut korrekt ist, im Zusammenhang mit der NPD bisweilen von Neonazismus oder schlicht Nationalsozialismus zu sprechen. Jetzt geht es um die NPD und ihre Beziehung zu den Rechtsrock-Bands Landser und Agitator. Agitator spielte bereits des Öfteren auf NPD-Veranstaltungen und befindet sich auch auf der Schulhof-CD der NPD. Wie die taz berichtete, spielte Agitator auch bei der Nazi-Demonstration im Oktober 2006 für den inhaftierten Landser-Sänger Michael „Lunikoff“ Regener in Berlin. Dort sprach auch der Bundesvorsitzende der NPD, Udo Voigt.

Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Der Bundesvorsitzende einer in zwei bundesdeutschen Landtagen vertretenen Partei spricht auf einer Demonstration zu Gunsten des Chefs einer Band, die als kriminelle Vereinigung verboten wurde, eines Hetzers, der sich nach einer Wodka-Marke benennt und dessen Band Tonträger mit Titeln wie „Endlösung“ oder „Das Reich kommt wieder“ veröffentlicht. So weit, so schlecht. Doch Voigt drohte der anwesenden „antinationalen“ Presse auch noch: „Wenn wir an der Macht sind, werdet ihr eure Volksverhetzungsprozesse vor euch haben.“ So viel nebenbei noch zum Thema „Meinungsfreiheit“ aus Sicht der NPD.

„Ich bleib Nazi für alle Zeit“ 

Der Sänger der Band Agitator, „Olli“, wurde dem taz-Bericht zufolge bei der Demonstration für „Lunikoff“ festgenommen – wegen Volksverhetzung. Er hatte unter anderem in einem Lied geröhrt: „Ich bin stolz, ein Nazi zu sein.“ Einer der „Hits“ der Band. Der Refrain lautet so: „Ich bin mit Leib und Seele Nazi und ich weiß mit Sicherheit: Für mich kann’s nix Schöneres geben, ich bleib Nazi für alle Zeit!“ Und die folgende Strophe: „Da der gute alte Wiesenthal uns leider nicht mehr jagt – und der Pole beim polonisieren ständig gnadenlos versagt – komm ich fast um vor Lachen! Ich find das völlig Geil! – Dann tanze ich durch meine Bude, heb den Arm und schrei Juchhu!“

NPD: „Landser hat Hymnen gegeben“

Den Band-Chef von Landser, den oben erwähnten Michael „Lunikoff“ Regener, lobte NPD-Bundesvorstandsmitglied Thorsten Heise, der vom Vertrieb von Rechtsrock lebt und dessen Firma nach eigenen Angaben mehrere „Tribute to Lunikoff“-CDs in Eigenproduktion erstellte, auf der Demo in Berlin so: „Er hat der deutschen Jugend ihre Hymnen gegeben.“ Hier zur Dokumentation einige Beispiel für diese „Hymnen“, von denen die NPD spricht: 

Jedesmal, reg ich mich auf
Schau ich auf die, Landkarte drauf
Die BRD ist viel zu klein
Das Vaterland muss größer sein

Chorus
Ole, ole, ole, ole, Deutsches Reich statt BRD
Ole, ole, ole, ole, Deutsches Reich statt BRD

„Brot für die Welt“ – Die könn’ mich mal
Ob and’re hungern ist mir egal
Was interessiert mich Indonesien
Solang der Pole, haust in Schlesien

Chorus

Einmal im Jahr kommt Nikolaus
Dreimal an Tag kommt Holocaust
BRD – was heißt das nur?!
Bubis Rache – Diktatur

Und auch nicht von schlechten Eltern:

Schönen guten Tag, ich bin der Hetzer
Und ich hetze für mein Leben gern
Ich hetze gegen all die Fremden
Die hier herkommen, von nah und fern

Und so zieh ich mit Aufklebern und Plakaten,
Durch die Kneipen und durch die Imbisbuden
Ich hetze gegen die Fremden
Doch am liebsten hetz ich gegen Jjjjjjjjuuuu

Und ich hetze gegen die Kanacken
Die belagern unser schönes Land
Ich hab’ nen Rucksack voll offenen Dosen
Damit sprüh ich Hetzparolen an die Wand

Und so zieh ich mit Aufklebern und Plakaten,
Durch die Kneipen und durch die Imbisbuden
Und ich hetze gegen die Kanacken
Doch am liebsten hetz ich gegen Jjjjjjjiiiiihhhääää

Und die ganzen m,iesen, linken Zeken
Sehen mich und flüstern voll Entsetzen
„Kick mal, da vorne kommt der Hetzer
Und der kann nichts als hetzen, hetzen, hetzen“

Und so zieh ich mit Aufklebern und Plakaten,
Durch die Kneipen und durch die Imbisbuden
Und ich hetze gegen all die Zecken
Doch am liebsten hetz ich gegen
Ja ja jippi jippi, ja ja jippi jippi, ja ja jippi jippi jjjjjjiiiiiiiii

Noch ein Beispiel:

Bei der Revolution in alten Frankreich,
erfan man diesen Blödsinn „alle Menschen wären gleich“
Jetzt predigen sie schon, die Mischung der Rasse,
Nigger ficken weiße Fraun…das könnte euch so passen!

Chorus x 2
Niemals, niemals, niemals sage ich
denn der Ku Klux Klan besteht ewiglich!

Sie treiben es mit Kindern, sie treiben es mir Tieren.
jetzt woll’n sie auch noch Drogen legalisieren.
Demnächst kommen noch, die AIDS kranken Schwulen
als Sexualkundelehrer an unsere Schulen.

Chorus x 2

Irgendwer wollte den Niggern erzählen,
sie hätten hier das freie recht zu wählen.
Recht zu wählen haben sie auch,
Strick um den Hals oder Kugel in den Bauch!

Chorus x 2

Michael Regener war nach Angaben des Berliner Verfassungsschutzes im Oktober 2004 der NPD beigetreten. Er habe dies auf seiner Web-Seite damit begründet, “diese schöne Partei nicht den Demokraten (…) überlassen zu wollen”. Er verfügte schon vor seinem Eintritt über Kontakte zur NPD, schreibt der Verfassungsschutz. Für die Freilassung von „Lunikoff“ setzt sich auch beispielsweise die Seite „Die Lunikoffverschwörung“ ein. Diese ist auf den Neonazi Alexander Gast registriert, der wiederrum bei der Neonazi-Band Spreegeschwader mitmacht – und ebenfalls über beste Kontakte zur NPD verfügt, wie turn it down zu berichten weiß

Weitere Infos über Landser.

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