Norwegen geht rechtlich gegen Quisling-Fans vor

Norwegen hat laut einem dpa-Bericht gegen die rechte Modemarke „Thor Steinar“ Anzeige wegen widerrechtlicher Verwendung seiner Flagge erstattet. „Wir wollen, dass unsere Staatsflagge als Symbol des demokratischen Norwegens nicht weiter in Verbindung mit dem rechtsextremen Milieu gebracht wird“, sagte der norwegische Gesandte in Berlin den Angaben zufolge. Gegen den Geschäftsführer der Thor-Steinar-Firma in Königs Wusterhausen sei ein Bußgeldbescheid ergangen, teilte das Amtsgericht Potsdam mit. Der Mann habe jedoch Widerspruch eingelegt, über den am 31. März verhandelt werde. 

Norwegen macht seit Jahren Druck

Schon länger ärgern sich norwegische Regierung und Bürger über den Missbrauch ihrer Landesflagge durch deutsche Rechtsextremisten bzw. Modemacher aus der rechten Szene. Bereits Ende 2006 forderte die norwegische Botschaft in Berlin, der Verkauf von Kleidung der Marke „Thor Steinar“ mit der norwegischen Flagge darauf müsste gestoppt werden. Wie die Zeitung Bergens Tidende damals berichtete, betonte Botschafter Andreas Gaarder, dies sei eine ernsthafte Angelegenheit. Und bereits Ende 2005 hatte das norwegische Außenministerium mit rechtlichen Schritten gegen „Thor Steinar“ gedroht. Gegenüber der Zeitung Verdens Gang (VG) sagte ein Sprecher des Ministeriums, man werde wenn notwendig rechtliche Schritte einleiten, um diesen Missbrauch zu stoppen. Zunächst schickte das Außenministerium der Firma „Mediatex“ eine dringende Aufforderung, die norwegische Flagge nicht mehr zu benutzen, berichtete das Tönsberg Blad.

Demnach habe Norwegen in den vergangenen Jahren zudem starken Druck auf die deutschen Behörden ausgeübt, damit auch diese rechtlich gegen „Thor Steinar“ vorgehen würden. Den Angaben zufolge hatte Staatsminister Jens Stoltenberg und der frühere Außenminister und Botschafter in Deutschland, Bjørn Tore Godal, diese Sache angeschoben. Jetzt haben die deutschen Behörden die Angelegenheit auf eine höhere Ebene gebracht, heißt es weiter. Deutsche Juristen hätten der norwegischen Botschaft zugesagt, es gebe wirksame rechtliche Mittel, um den Missbrauch der Flagge zu stoppen. Diese nutzen die Norweger nun.

Modemarke „Quisling“ passender für Rechtsextremisten…

Für viele Norweger ist der Missbrauch ihrer Flagge durch deutsche Rechtsextremisten besonders bitter, da das Land während des 2. Weltkriegs von Deutschland besetzt wurde. Die Deutschen hatten eine Regierung unter der Führung des norwegischen Faschisten Vidkun Quisling unterstützt. Der Begriff Quisling wurde nach dem Ende des Krieges zum geläufigen Synonym für Verräter – unter anderem im Norwegischen und auch im Englischen.

Quisling-Ausstellung im Museum Telemark.

Norwegisches Museum über die „Hjemmefront“ (Heimatfront) – auch auf Deutsch.

Zentrum für Studien über den Holoaust in Oslo.

Infos über „Thor Steinar“

Sammlung von Presse-Texten zu Thor Steinar auf der Webseite der Antifa Freiburg

Braune Mode – T-Hemden aus rechter Hand, Artikel der taz

„Thor Steinar“ goes Walhalla? Eine Modemarke für die „Mischszene“, Artikel des Antifaschistischen Infoblattes

Modemarke „Thor Steinar“ verwendet neonazistisch geprägte Bildmarke, Antifaschistisches Infoblatt

NPD-BLOG.INFO über Thor Steinar.