“Autonome Nationalisten” verpassen NPD-Weimar angeblich ein Defacement

Der Streit zwischen der NPD und den sogenannten „Autonomen Nationalisten“ hat offenbar eine neue Stufe erreicht. Laut einem Bericht von Indymedia hackten „Autonome Nationalisten“ die Seite der NPD-Weimar und verpassten ihr eine neue Startseite.  Tatsächlich ist die Seite der NPD-Weimar weiterhin nicht zu erreichen, Besucher werden auf die Homepage der NPD-Thüringen weitergeleitet. Und so sah das Defacement laut Indymedia angeblich aus:

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Hintergrund des Streits ist den Angaben zufolge ein geplanter Nazi-Aufmarsch am 05. April 2008 in Weimar. Die NPD hatte offenbar angekündigt gegen „Autonome Nationalisten“ vorzugehen „und diese rauszuschmeißen“, so Indymedia. In einem Nazi-Forum wurden die vorgegebenen Regeln für den Aufmarsch veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem: „Weiterhin sind das Auftreten in geschlossenen Blöcken und das Skandieren von Parolen in Kombination mit dem demonstrativen Heben der eigenen Faust strikt untersagt. Die Veranstalter wünschen keine Kopie von typischen Verhaltensformen der militanten Antifa. Es dürfen nur Parolen und Sprechchöre verwandt werden, die von Seiten des Lautsprecherwagens oder der Ordner vorgegeben werden, bzw. im Vorfeld(!) mit der Veranstaltungsleitung abgesprochen worden. Das willkürliche Rufen insbesondere von themenfremden Sprechchören ist untersagt. Die Demonstrationsleitung schließt sich ausnahmslos der Erklärung des NPD-Parteivorstandes hinsichtlich des Bildens und Auftretens sogenannter Schwarzer Blöcke an.“  Als Redner sind nach NPD-Angaben Peter Marx, Thorsten Heise, Patrick Wieschke und weitere vorgesehen.

„Nationale Antifaschisten“

Auch auf der Nazi-Seite Altermedia wird ebenfalls weiter eifrig über „Autonome Nationalisten“ gestritten. Konkret geht es um eine Gruppe aus Niedersachsen, die sich den Angaben zufolge unter anderem als „Nationale Antifaschisten“ bezeichnet hat. So langsam dämmert es den Nazis nun wohl auch, dass die Ausdifferenzierung ihrer Szene nicht wirklich kompatibel mit der eigenen Ideologie ist. So schreiben die „Autonomen Nationalisten“ aus Niedersachsen zu ihrem Selbstverständnis: „Wir betrachten uns selber als positive Nationalisten und vor allem nationalrevolutionäre, welche das reaktionäre Gedankenkorsett der „alten Rechten“ endgültig sprengen und überwinden wollen. […] Wir stellen uns jedoch gegen diejenigen welche unter dem Deckmantel der Freiheit unserem Volk einen neuen Führer vorsetzen wollen.“

Dementsprechend meckern die Kommentatoren bei Altermedia. Beispiel: „Wir werden auf den nächsten Demos fleißig ein Auge auf diesen Trupp werfen, sollte er wirklich in Erscheinung treten, werden wir ihn, mit Rückendeckung des NW, aus der Demonstration entfernen. Zecken gehören nicht in nationale Zusammenhänge. Für Deutschland, gegen rote Idioten.“ Ein „Heinrich“ meint: „Langsam finde ich diese ganze “Autonomen”-Style-Sache wirklich zunehmend befremdlich. Ich blicke mittlerweile nicht mehr ganz durch, welche “autonomen Nationalisten” jetzt in Ordnung sind und welche nicht und wann wer mit wem auf einer Demo laufen darf? Am Anfang fand ich diese Autonome-Nationalisten-Schiene noch irgendwie innovativ, aber mittlerweile wird die ganze Sache irgendwie ziemlich seltsam.“ Und „Rollo-Wikinger“ fällt zu dsazu nur noch ein: „Halt mich fest! Was sind denn das für Torten? 

Schon in den vergangenen Monaten gab es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen NPD und „Autonomen Nationalisten“. Siehe auch: Der Kampf geht weiter: “Kampf um die Straße” vs. “Kampf um die Parlamente”

NPD-BLOG.INFO über „Autonome Nationalisten“.