MVP: “Thor-Steinar”-Verbot bei Hansa Rostock offenbar Mogelpackung

Über eine Änderung der Stadionordnung des FC Hansa Rostock war bereits vor Wochen berichtet worden. Angeblich reagierte der Fußballclub damit auch auf einen Beschluss der Rostocker Bürgerschaft, die in der rechtsextremen Szene verbreitete Marke “Thor Steinar” aus dem Stadion zu verbannen. Endstation Rechts wollte nun bei Hansa nachfragen, wie es um die Umsetzung der Stadionordnung bestellt ist. Doch die erwies sich in Wahrheit als Mogelpackung.

Zunächst bemühte sich ER um ein Interview mit einem offiziell verantwortlichen Hansa-Mitarbeiter. Das Interview kam auch zustande. Der Mitarbeiter äußerte jedoch, dass es nach seiner Auffassung eher mit Linken als mit Rechten Probleme gebe – wie die Auseinandersetzungen um den rechten Szeneladen ECC zeigten. Außerdem würde Hansa auch weiterhin allen Personen mit “Thor Steinar”-Kleidung Zutritt gewähren, wenn sie nicht auf andere Weise gegen die Stadienordnung verstießen, so der Mitarbeiter. Da der Hansa-Mitarbeiter auch einer Tonbandaufnahme zustimmte, konnte ein präzises Wortinterview zu Papier gebracht werden. Jedoch verweigerte Hansa letztlich die Freigabe des Interviews. Offenbar waren den Verantwortlichen die Antworten ihres Mitarbeiters unangenehm. Zwar weist der Deutsche Presserat daraufhin, dass eine Autorisierung von Interviews “aus presseethischer Sicht nicht zwingend notwendig ist”, jedoch will ER bei dieser guten journalistischen Gepflogenheit bleiben.

Daher stellte der Autor eine offizielle Anfrage an den Hansa-Vorstand. Aber auch die Antwort auf diese Anfrage fiel ernüchternd aus. In dem Schreiben heißt es mit Blick auf die Modemarke “Thor Steinar”, dass “das Tragen bestimmter Bekleidungsmarken nicht zwangsläufig zur Verweigerung des Zutritts zur DKB-Arena führt”. Mit anderen Worten: Thor Steinar, Consdaple und Co. bleiben weiterhin erlaubt.

“Bild”-Reporter verstößt gegen TS-Verbot am Millerntor

Dass sich andere Fußballvereine hingegen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind, zeigt das Beispiel Werder Bremen. Anders als bei Hansa ist dort ein Verbot bestimmter Kleidungsmarken möglich und auch gewollt. Auf seiner Internetseite erklärt der Fußballverein Werder Bremen, dass “Thor Steinar”- Kleidung im Weser Stadion nicht erwünscht sei. 

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Bundesweit hatte der FC St. Pauli als erstes das Tragen von Nazi-Klamotten verboten. Viele auswärtige Fans mussten daher ohne Pulli ins Stadion gehen, bzw. ganz draußen bleiben. Bei einer Pressekonferenz tauchte ein Bild-Reporter auf dem Stadiongelände mit TS-Jacke auf (siehe Bild oben), was erheblichen Protest in der Fanszene nach sich zog. Auf Anfrage sagte der Sprecher des FC St. Pauli, man habe dem Reporter deutlich gemacht, dass er beim nächsten Mal vom Gelände verwiesen werde.

Auch der Staat Norwegen geht rechtlich gegen Thor Steinar vor, da die Firma nach Ansicht Oslos die Nationalfahne missbraucht.

Braune Mode – T-Hemden aus rechter Hand, Artikel der taz

„Thor Steinar“ goes Walhalla? Eine Modemarke für die „Mischszene“, Artikel des Antifaschistischen Infoblattes

NPD-BLOG.INFO über Thor Steinar.

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